Energiebilanz
Letztes Jahr war ich bei einem Workshop, bei dem es folgende Übung gab:
Man sollte sich vorstellen, jeder bekommt täglich eine gewisse Menge Energie, z.B. 100 Einheiten Energie täglich. Und jeden Tag tut und erlebt man Dinge, die einen entweder Energie kosten oder zusätzliche Energie bringen, also entweder verliert man Energie oder gewinnt welche. Am nächsten Tag bekommt man erneut 100 Einheiten Energie, und die Frage lautet: Hat man vom Vortag ein Plus, ein Minus oder war man ca. auf null? Mit wieviel Energie startet man also den neuen Tag? Und wie schaut das über Wochen, Monate, Jahre aus? Es ging darum, zu verstehen, dass ein konstantes Energie-Minus sich irgendwann körperlich manifestiert und womöglich krank macht. Und umgekehrt; umso besser man auf seine Energiebilanz achtet, umso gesünder hält man sein ganzes System, einschließlich seinen Körper. Dann sollte man eine Liste erstellen mit zwei Spalten: eine Plus-Seite und eine Minus-Seite. Zur Minus-Seite gehören auch z.B. Verpflichtungen, die man nicht so mag, aber (zumindest im Moment) Teil des Lebens sind wie beispielsweise ein bestimmter Job oder Kommunikation mit dem dem Ex-Partner, weil gemeinsame Kinder etc., zur Plus-Seite umgekehrt die Dinge, die einem Freude bereiten, einen glücklich machen oder bei/nach denen man sich besser (lebendiger, erholter, mehr in seiner Mitte, kräftiger, whatever) fühlt als vorher. Wir haben ca. 5 Minuten Zeit bekommen und sollten einfach mal Dinge aufschreiben, die uns zu beiden Seiten in den Sinn kommen. Blitzschnell war meine Liste erstellt und ich war erstaunt, dass ich sie auch auf der Heimfahrt nicht mehr korrigieren musste – es war sonnenklar.
In diesem Gedanken versuche ich meine Tage zu gestalten und es gelingt mir mal besser, mal weniger gut. Und nach 1,2 Tagen mit zu viel Minus lässt mich das mein Körper und meine Stimmung sofort spüren – spätestens dann wird es wieder Zeit, auf Plus-Dinge zu achten, und mir geht es sofort besser.
So bin ich vielleicht etwas geiziger mit meiner Zeit geworden, und gleichzeitig großzügiger mir selbst gegenüber, drehe tagsüber auch mal das Internet am Handy ab und erlaube mir, auf meine Grenzen zu achten. Die Übung wirkt lange nach und immer wieder denke ich an das Bild der Power Point-Folie mit den zwei Batterien; eine voll und eine leer.
Meine Frage an Euch:
Was steht auf Eurer Liste?

