Türchen 24 (von Marcel)

Kann nicht wenigstens ein Mal auch jemand an die Kinder denken?!

Das Leben mit Kindern ist wunderschön. Ich liebe es, mit Kindern zu flowen, in ihre Welt einzutauchen und Spaß mit ihnen zu haben. Oft bin ich lieber mit Kindern zusammen als mit Erwachsenen. Ich liebe ihre Gedanken, in denen alles möglich ist, ihren Blick auf die Welt, der meist versöhnlich sowie inkludierend ist und ihre Albernheit.

Viele von euch, die mich gut kennen, werden sich schon mal fremdgeschämt haben, wenn ich irgendeinen kindlichen Unsinn in der Öffentlichkeit gemacht habe. Deswegen mögen mich Kinder auch nicht selten mehr als Erwachsene bzw. ihre Eltern. Im Kindergarten oder in der Schule habe ich bei Festen meistens mit den Kindern herumgeblödelt, statt mich mit den Eltern zu unterhalten.

Erwachsene sind mir oft zu spießig, viele haben unter dem ganzen Stress der Alltagsbewältigung den Humor und ihre Leichtigkeit verloren. In den meisten Gesprächen mit Erwachsenen geht es um Probleme. Der Fokus liegt häufig auf dem Schlechten, Schwierigen, Ärgerlichen, Traurigen und Falschen. Kinder leben im Moment.

Aber das Leben mit Kindern kann auch sehr anstrengend sein. Alle Eltern werden das kennen. Warum müssen Kinder z.B. manchmal so kindisch sein? (Obwohl kindische Erwachsene viel schlimmer sind!)

Wenn ich es meinen Kindern ihr kindisches Verhalten manchmal vorwerfe, dann schreien sie schon mal:

WEIL ICH EIN KIND BIN!

Ok, da kann ich nicht wirklich was entgegensetzen. Aber ich versuche es trotzdem, manchmal z.B. mit:

Du bist schon 14 Jahre, da bist du ja nicht mehr wirklich ein Kind!“.

Gut, die Argumentation zieht nicht, ich weiß eh. Darauf gibt es meistens ein:

DANN IST MAN AUCH NOCH EIN KIND!“.

Es nervt mich trotzdem!“, kann ich dann nur noch erwidern und hoffen, dass vielleicht morgen, mit 14 Jahren und einem Tag der Reifeprozess beginnt.

Es ist spannend zu sehen, wie die Kinder sich mit dem Älterwerden verändern. Die Probleme und Schwierigkeiten adaptieren sich. In der Nacht wach werden war gestern, heute ist es der Anruf von der Schule, grenzüberschreitendes Verhalten, ignoriert zu werden oder Freizeitstress. Morgen wahrscheinlich Liebeskummer, Zukunftsängste und Abnabelung.

Und Emotionen, Kinder haben so viele Emotionen! Und alle können sich an einem Tag, was sage ich, innerhalb von Minuten zeigen. Das lachende Kind, kann schnell zum weinenden Kind werden und umgekehrt. Am schnellsten geht es, wenn aus gefühlter Fairness (das andere Kind kriegt Ärger –  hihihi!) auf einmal und ohne jegliche Vorahnung absolute Unfairness wird. Man bekommt auf einmal selber Ärger, wird gemaßregelt oder muss sogar Verantwortung übernehmen. DAS IST SOOOO UNFAAIIR!!!! Die Wut zeigte sich früher nur durch zuschlagende Türen, jetzt können es auch mal Ausdrücke sein oder fliegende Objekte.

Manchmal ärgert mich dieses Verhalten so unglaublich, manchmal muss ich darüber lauthals lachen, weil es wie Satire ist. Absolut vorhersehbar und doch unvermeidbar. Die Kinder tun mir dann sogar leid, weil sie den Gefühlen teilweise ausgeliefert sind und ich tue mir leid, weil ich ihnen auch ausgeliefert bin.

Vielleicht sind es ja aber auch genau diese Dinge, welche die Kehrseite sind, aber eben auch die wunderschönen Seiten ermöglichen.

Das Tolle an Kinder in diesen Situationen wiederum ist, sie vergessen meist sehr schnell und auch nach einem größeren Streit kann man bald wieder gemeinsam kochen, ein Brettspiel spielen, eine Serie schauen oder Konsole zocken.

Kinder haben eine Unbeschwertheit, welche wir leider zu früh im Leben verlieren. Die Anstrengungen, Enttäuschungen, Verletzungen, Schicksalsschläge, der Alltagsstress des Lebens und das Begreifen unserer Vergänglichkeit mit Sinnfragen treibt den meisten die Unbeschwertheit gründlich aus.

Meine Kinder kommen gerade in dieses Alter, wo ich merke, die Unbeschwertheit geht langsam verloren. Einmal durch die Pubertät, diese durchflutet die Kinder aufgrund der hormonellen Veränderungen mit tausend Gefühlen. Aber es wird auch institutionell langsam aus ihnen herausgezogen. Die Schule ist der erste große Sauger!

Sie müssen sofort funktionieren, hart arbeiten und lernen. Ein Schultag von ihnen geht teilweise länger als meine Arbeitstage, danach müssen sie vielleicht noch etwas lernen und falls noch eine Freizeitaktivität dazu kommt, sind wir schon am späten Abend angelangt. Der Alltag hat sie gefangen genommen und wir alle wissen, wie schwer es ist, jemals im Leben wieder aus diesem Auszubrechen, falls es überhaupt möglich ist.

Und nicht nur die Kinder werden von dieser Schlingpflanze in Beschlag genommen, sondern auch wir Eltern spüren es am eigenen Leib.

Täglich werden wir Eltern mit Nachrichten auf Schoolfox bombardiert, bestätigen allgemeine Infos wie z.B. Krisenpläne, Workshops oder Informationsabende, überweisen Geld für einen Theaterbesuch oder tragen uns in Elternsprechtagslisten eintragen. Darüber hinaus kommen persönliche Infos wegen Probleme in der Schule mit dem Kind hinzu. Auf Webuntis gibt es weitere Infos, wie das digitale Klassenbuch, wo man die Vergehen perfekt nachlesen kann, wie z.B. „Gestern haben alle Kinder zu laut geatmet, das hat den Unterricht gestört“ oder „XY hat im Unterricht getrunken, wir bitten um ein Gespräch!“. Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung es kommt nie wieder vor! Und als wäre das nicht genug, gibt es noch die inoffiziellen Kanäle auf Whatsapp, wo Eltern für irgendwas sammeln oder sich über was beschweren.

Wie sollen Kinder in dieser Maschinerie nicht ihre Unbeschwertheit verlieren. Sie dürfen nicht mehr Kind sein, für sie hat das Erwachsenenleben mit dem Eintritt in die Schule begonnen. Willkommen im Rest eures Lebens. Keine schöne Aussicht.

Zu Hause merkt man diese Veränderung auch, die Kinder sind häufiger gestresst, haben wenig Geduld und werden schneller wütend. Sie brauchen Urlaub oder einfach mal eine Pause von all dem. Die Sommerferien sind schön und gut, aber auch da sind sie ja (da Eltern nicht so viel Urlaub haben) in Camps oder bei Verwandten oder verreisen. Das ist sicherlich auch erholsam, aber so richtig runterfahren, ich weiß nicht, ob sie das können.

Wir alle wollen erwachsen werden, wenn wir jung sind. Ich konnte es nicht erwarten 13 Jahre zu werden, dann 14, 16 und dann das große Ziel 18. Es ist natürlich schön Erwachsen zu sein, aber es nimmt dem Leben auch viel Leichtigkeit.

Wenn ich sehe, wie diese Leichtigkeit langsam meine Kinder verlässt und ich mich zurück erinnere, wie die beiden noch sehr klein waren, so süß, völlig unschuldig, im positiven Sinne naiv, nicht wissend, was das Leben alles für sie bringt, dann macht mich das manchmal ein wenig traurig. Aber jede Zeit ist eine besondere und einmalig. Sie aufwachsen zu sehen, ist auch ein ganz besonderes Gefühl und ich bin gespannt, wie sie als Erwachsene sein werden.

Trotzdem versuche ich aktuell jeden Moment mit ihnen bewusst wahrzunehmen und zu genießen. Und stellenweise noch gemeinsam in ihre Unbeschwertheit einzutauchen und mit ihnen auszukosten. Diese Zeit ist bald vorbei.

Ich habe für mich jedenfalls folgenden Leitsatz entwickelt, nach dem ich Leben möchte:

Im Kopf möchte ich erwachsen sein, aber im Herzen möchte ich immer ein Kind bleiben.

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DANKE an alle Teilnehmenden und Leser:innen. Wie jedes Jahr, bin ich auch dieses Mal wieder tief gerührt und berührt von euren Beiträgen gewesen. Ich danke euch von ganzem Herzen für das Mitmachen und Teilen. Frohe Festtage und einen guten Rutsch. Euer Marcel.

Türchen 23 (von Susanne)

In diesem Jahr möchte ich eines der schönsten Weihnachtsgeschenke, das ich im letzten Jahr und überhaupt mal erhalten habe, mit euch teilen.

Dazu kurz eine Vorgeschichte: Seit bald 20 Jahren treffe ich mich um die Feiertage mit zwei meiner besten Freundinnen um ein wenig Zeit zu verbringen und Geschenke auszutauschen. Im letzten Jahr habe ich ein Geschenk erhalten, das mir das gesamte Jahr Freude gebracht hat und auch zukünftig viel Freude bereiten wird. Dieses spezielle Geschenk möchte ich mit euch teilen.

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Es ist eine kleine Aufgabe:

Zur Vorbereitung notwendig:

12 Zettelchen mit den Monaten Jänner bis Dezember beschriftet; 1 Kuvert

Aufgabe:
Schreibt jeden Monat euer schönstes Erlebnis auf, gerne auch mehrere, und steckt das Zettelchen in ein Kuvert. Am Ende des Jahres öffnet alle Karten und ihr werdet sehen, wie schön euer Jahr war!

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Ich habe im Laufe der nun endenden Jahres genau das gemacht und freue mich schon sehr darauf, ein großartiges Jahr in Erinnerungen wieder erleben zu dürfen. Das wünsche ich euch ebenso! Habt eine ruhige und entspannte Zeit mit euren Lieben in den kommenden Tagen! Alles Gute für 2026 und viel Freude an alle, die sich der Aufgabe „stellen“ ;-)!

Türchen 22 (von Lea)

Gedankenspiel

Vor kurzem wurde ich von meinem 6-Minuten-Tagebuch gefragt „Was steht zwischen Dir und Deinem idealen Leben?“. Darüber wollte ich mal nachdenken, das ist nämlich eine sehr gute Frage. Wie sieht überhaupt meine Vorstellung von meinem idealen Leben aus, fragte ich mich in Folge. Denn darüber habe ich ehrlich gesagt nie intensiv nachgedacht. Doch nach Jahren des Ausgebrannt-seins, gesundheitlicher Probleme, einer sich in die Länge ziehenden Scheidung und anderen Herausforderungen des Lebens stehe ich nun an dem Punkt, an dem ich mir erlauben kann, mir diese Frage zu stellen. Und dabei wird mir klar, dass – ja, ein freies Leben in Fülle irgendwo auf einer Südseeinsel wäre schon auch fein – im Grunde gar nicht so viel fehlt. Gesundheit, natürlich, die ist am guten Weg und die kann ich mir weiter erarbeiten, ich bin dran und mache Fortschritte. Eine gesunde und glückliche Tochter und eine gute Beziehung zu ihr – ja, hab ich und arbeite gern weiter daran. Ein schönes Zuhause, sonnendurchflutet und klar – fehlt nicht soo viel. Pflanzen um mich, viel Natur in der Nähe – alles da. Eine sinnstiftende Arbeit, die mir Freude macht und mir Energie gibt, natürlich darf auch (u.a. finanzielle) Wertschätzung dafür fließen – gut, da ist noch Luft nach oben. Und ich möchte Zeit für mich, Zeit für meine Langsamkeit, für achtsames Leben. Gute Freunde, liebevolle Beziehungen, die Liste geht noch weiter, you get the picture. Also rein faktisch gesehen scheint ja nicht so unmöglich viel zu fehlen.

Ich habe, um auf die Frage meines Tagebuchs zurückzukommen, festgestellt, dass es in erster Linie alte Muster und falsche Glaubenssätze sind, die zwischen mir und meinem idealen Leben stehen. Zum Beispiel dieser tief verankerte Glaubenssatz, das Leben sei nun mal anstrengend, „hart und ungerecht“. Oder dieser ständige Fokus auf Leistung an oberster Stelle. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ usw. Wir kennen sie wohl alle. Und vermutlich bin ich nicht die Einzige, die unbewusst nach ihnen lebt. Aber will ich das wirklich? Dass das Leben hart ist und ungerecht? Dass ich nur dann wertvoll bin, wenn ich 40, 50 oder noch mehr Stunden pro Woche einem Beruf nachgehe, der mich in Wirklichkeit ausbrennt? Nein, danke, das ist nicht das, was ich gebucht habe.

Wie wäre es also, mal neue Gedanken auszuprobieren? Was würde ich zB. anders tun, wenn ich jetzt vollkommen frei wäre? Ich würde wohl genauso mit dem Fahrrad zu meinem Termin fahren, wie jetzt gerade, vielleicht würde ich mich nur nicht darauf fokussieren, dass ich mich beeilen muss und wie viele To Dos heute noch auf mich warten, sondern auf die Freiheit in der geschmeidigen Bewegung, den Blick auf die bunten Farben im Spätherbst genießend, die Freude am Fahren trotz Kälte. Plötzlich muss ich lächeln. JETZT lebe ich meinen idealen Moment! Wäre ich Millionärin (denn das war meist meine Idealvorstellung von Freiheit), würde ich dann anders unterwegs sein? In diesem Moment nicht, am Liebsten fahre ich ja eh mit dem Fahrrad. Würde ich meine Wäsche anders aufhängen, würde ich sie überhaupt noch selbst waschen? Ja, ich hänge gern Wäsche auf, aber ich müsste nicht mehr und würde es nur aus Freude tun, wenn ich will, dafür achtsam. Was hält mich also davon ab, es jetzt auch so zu tun? Eigentlich nichts! Meine Pflanzen würde ich auch selber pflegen. Ich würde vielleicht nicht mehr viel putzen, meine Haushaltshilfe dürfte öfter kommen. Aber ich würde mir ja nie alle Handgriffe abnehmen lassen, was wäre dann noch übrig? Also ist für mich der Unterschied in erster Linie das WIE. Wie mache ich die Dinge des Alltags. Und warum. Mein Fokus liegt dann auf dem Genuss im Tun, der Achtsamkeit. Und das Warum wird ein „weil ich es möchte“ statt eines automatisierten „ich muss“. Ich möchte Ordnung um mich haben, also räume ich genussvoll auf, denn im Tun liegt schon die Vorfreude auf das Ergebnis.

Ich stelle fest: Es trennt mich also gar nicht viel von meinem idealen Leben (mal abgesehen von der Südseeinsel). Sehr vieles ist einzig in meinem Kopf. Da seh ich plötzlich diesen Schalter, den ich bedienen kann. Ich kann jeden Moment neu entscheiden, mein ideales Leben jetzt schon zu leben. In jedem Handgriff, in jeder Aufgabe. Und ich kann mir Ziele setzen, deren Weg zur Erreichung mir schon Freude bereitet. Wie schön, hier angekommen zu sein. Nach diesem langen Tal wieder bergauf zu gehen, wieder die Sonne sehen. Ich freue mich, weiterhin hier zu sein. Denn das Leben ist wieder schön.

Türchen 21 (von Erdoğan)

A Life of Gratitude: Growing Up with Love, Sacrifice, and Joy

I was born into a small but fiercely loving family—my father, my mother, and three children: me, the eldest, and two younger siblings, a brother and a sister. Our home wasn’t big, our pockets weren’t full, but our hearts were rich in love and gratitude.

My father worked tirelessly—early mornings, late nights, often returning home exhausted, his hands calloused from labor. He was the sole breadwinner, juggling jobs to keep food on the table, clothes on our backs, and school supplies in our hands. There were times we went without luxuries—no new shoes, no birthday parties, no vacations—but he never let us feel poor in spirit.

“We may not have much,” he’d say, “but we have each other—and that’s everything.” He’d tell stories of his own childhood, how he walked miles to school barefoot, how hunger was a constant companion. Yet, even then, he carried hope like a torch.

Even now, as an adult, I carry those lessons close.

Yes, we were poor in money. But we were immeasurably rich in with the love of my Grandfather and Grandma what truly matters.

And for that—every single day—I am deeply, endlessly thankful.

Merry Xmas

Erdoğan

Türchen 20 (von Jörg)

Wie, es ist schon der Zwanzigste? Verrückt ist das. Aber es ist ja Samstag, heute ist die Mittagspause ein bisschen später. Ok… hm, können wir dann noch spielen? Haben wir noch ein bisschen Zeit zum Spielen? Komm Papa, gehen wir noch ein bisschen spielen! Aber jetzt ist Mittagspause, du kannst leise ein bisschen spielen. Ein paar Spielsachen sind ja noch nicht eingepackt. Mit Papa? Der Papa muss noch ein bisschen arbeiten. Die Autos sind noch nicht eingepackt. Das stimmt, dann kannst du mit den Autos noch leise spielen, ok?

Also wenn wir jetzt die Bilder abhängen, wird es auf einen Schlag nicht mehr unsere Wohnung sein. Lassen wir sie noch bis zum Schluss hängen! Und die alte Wanduhr, die übersiedeln wir dann mit dem Auto. Die anderen Uhren können wir eigentlich weggeben. Aber die dort ist die einzige, die geht. Das verwirrt doch die Kinder nur, wenn alle Uhren stillstehen, aber eine sich bewegt. Und du hast die Kuckucksuhr in der Küche vergessen, die geht! Ja. Warum haben uns deine Eltern eigentlich diese Weinflasche geschenkt, die kann man doch schon lange nicht mehr trinken! Diesen Beaujolais? Weil es mein Geburtsjahrgang ist. Also haben sie sie dir geschenkt und gar nicht uns. Haha, ja stimmt.

Das Parfum von Knize trag ich zu Weihnachten auf. Ich liebe das an dir, niemand hat das sonst. Du hast es so gut für mich ausgesucht! Es ist so wie beim Kölnisch-Wasser, das riecht auch seit Jahrhunderten gleich. Es passt zu uns, hier darf die Zeit stillstehen… In welchen Kisten ist noch Platz? Meine Anzüge lege ich dann einfach da drauf alle, bei den Hemden können wir noch aussortieren. Ok, und was ist mit deinem Schmuddelkram, brauchen wir den? Ich weiß nicht, ich ordne den auf jeden Fall um, eher zur Kunstgeschichte und nicht zur Religionswissenschaft. Mir ist es eh auch lieber, wenn die Kinder mal diese Bücher finden, anstatt im Internet… „Yours Truly“ schmeiß ich weg, oder wir legen es in so eine Bücherbox. Warum hast du das überhaupt? Ich kenne die Autorin flüchtig. Das ist diese komische BDSM-Story? Ja, der Alex ist der Gute und dieser Vincent dann der böse. Hahahaha, ja ich erinnere mich, was für ein Schrott… Die anderen Messen von Joseph Haydn kommen dann in der neuen Wohnung erst an die Reihe, jetzt hören wir nur mehr Weihnachtsmusik, oder? Ja, den Max Raabe kannst du auch noch heraußen lassen, wegen des Kaktus.

Brauchst du diese T-Shirts noch, die hast du doch nie an? Nein, warte, das „Ramones“-Leiberl bleibt, das hab ich damals am Gymnasium aus dem FHM-Magazin bestellt! Aber das trägst du nie. Ja, aber wegen der Erinnerungen. Welche Erinnerungen, du hörst solche Musik nicht einmal. Ja ok, aber hau dann doch lieber die anderen Sachen weg. Ok, ok… Ah, da wieder Damenunterwäsche von früher, von deinen Exen. Ja die kannst du weghauen, weiß gar nicht, warum ich die hierher übersiedelt hatte. Nein, nein, dieses Blumenhöschen, das trägst du doch immer so gerne, das bleibt natürlich! Also bitte, hau es weg! Nein, nein, mein Lieber, das darfst du behalten! Bitte hau es weg, und von mir aus auch die ganzen T-Shirts. Den Pulli da auch. Wie, gerade den könntest du doch mal anziehen, der ist schön. Ja, aber viel zu groß. Ich hab den seit zwanzig Jahren in der Hoffnung, einmal reinzuwachsen. Naja, einen Papabauch bekommst du. Was, wirklich? Hm, eher starke Arme krieg ich wohl, oder warum ist schon wieder eine Weste aufgerissen? Weil dein Zeug einfach alt ist und sich auflöst.

Mausi, warum willst du das wegschmeißen, darin siehst du doch gut aus? Weil ich nicht reinpasse. Aber geh… Und ich ziehe das nicht an, das ist gar nicht meine Farbe. Wieviel hat es gekostet? Gar nix, das habe ich bei diesem Bijou-Brigitte-Laden mal mitgenommen, völlig unwichtig. Das Dorotheum hat sich übrigens gemeldet, das Perlenarmband von meiner Oma ist repariert. Es passt super zu dir, du siehst aus wie Mitte 40 damit. Das kommt eher von den Augenringen, aber sowas kennst du nicht, ihr Männer bekommt sowas nicht. Ja, weil wir einen gesegneten Schlaf haben, und das, obwohl niemand die ganze Nacht an unseren Brüsten saugt. Dann würden wir noch besser schlafen! Hahaha, hast du eine Ahnung!

Schönen Gruß von deiner Mutter! Ich hab für meinen Vater noch kein Geschenk. Vielleicht schenke ich ihm diese Mariendistel-Kapseln, so einen Jahresvorrat. Vielleicht gibt es irgendeine Spirituose aus dem Schwarzwald, die wir ihm einpacken können? Beim Meinl am Graben hab ich aber nichts gesehen, und ich kann ihm nicht immer Bücher schenken. Oder ich finde etwas Katholisches, um ihn mal richtig zu konfrontieren. Bei der kirchlichen Hochzeit müssen wir auch unbedingt so Fürbitten schreiben wie: „Und rette alle, welche die Wahrheit noch nicht erkannt haben, vor der ewigen Verdammnis!“ Oder etwas über die Geschiedenen, damit deine Eltern so richtig mit den Zähnen knirschen. Am Schluss gehen alle kreidebleich raus, und wir so: War es nicht eine wunderschöne Trauung?

Ach, wären wir schon in der neuen Wohnung, in Thalheim! Da hätten wir sicher Weihnachtsdeko und es wäre eine ruhige Stimmung. Hm, uns wird auch bestimmt langweilig dann. Was für ein feines Gefühl, Langeweile zu haben, sowas kenne ich gar nimmer. Oder es kommt ganz anders, du wirst gleich Bürgermeister und dann stehen wir im Mittelpunkt des Gemeindelebens. Ja gut, das kann passieren, aber du kannst trotzdem nicht immer „Griaß di!“ zu allen sagen. Aber das sagt ihr doch immer! Ja, aber nicht so im Singular, das ist zu vertraut, es geht nur als „Griaß eich!“ im Plural. Bei „Pfiat di!“ gilt das auch, nur „Pfiat eich!“ geht, aber das betont man anders, höflicher. Sonst klingt das wie „Kannst dich eh schleichen!“ oder so. Also ihr beschimpft euch nie, sondern sagt einfach normale Sachen und meint es übel. Ja, so funktioniert Oberösterreichisch. „Is scho recht.“ Das Todesurteil.

Hanoi, i schwätz einfach Schwäbisch, dann wissen alle, dass ich, wie sagt ihr, die Dei bin, aber keine Dosige, sondern eine Deutsche. Hahaha, wirst schon sehen, bald bist ganz eine Thalheimerin und machst was im Familienausschuss! Lieber in der Pfarre, der Pater Wolfgang sucht eh sicher jemanden zum Plaudern. Und meine Mutter. Ja, und dein Vater… Ich kann nur mehr Bürgermeister werden, um diesen Verpflichtungen zu entgehen, es ist der einzige Ausweg.

Also vier Tage noch hier, und dann ist Weihnachten. Dann sind wir die Feiertage noch bei deinen Eltern und dann am Samstagvormittag kaufen wir die Matratze, die bringen wir dann gleich in die Wohnung, dann fahren wir mit dem Auto nach Wien. Den Kinderwagen lassen wir gleich daheim, den Roller am besten auch. Sonntag können wir vielleicht ins MAK gehen, damit wir nachher Wien nicht mehr vermissen. Am Montag kommen sie dann gleich in der Früh mit dem Laster. Und dann sind wir zu Silvester schon nicht mehr hier.

Es ist schon der Zwanzigste. Verrückt ist das.

Türchen 19 (von Janina)

Ich möchte euch heute eine Geschichte nacherzählen – die Geschichte vom Fischer und dem Geschäftsmann.
Es ist ein sonniger Tag, wir sind am Hafen einer kleinen Stadt am Atlantik. Ein Fischer sitzt am Pier, schaut aufs Meer eine Tasse dampfenden Kaffee in der Hand. Es ist 10 Uhr morgens. Er war schon auf dem Wasser und hat einen kleinen Fang gemacht. Genug, um seine Familie versorgen.
Zur gleichen Zeit steigt ein Geschäftsmann von seiner Yacht. Der Kragen seines rosa Polohemds ist aufgestellt, der Cashmere Pullover locker über den Schultern drapiert. Er geht auf seinem Weg zum Parkplatz an dem Fischer vorbei und bleibt stehen.
Na, schon einen großen Fang gemacht heute?
Ein paar schöne Makrelen, antwortet der Fischer und zeigt auf die kleine Kiste auf Eis, die neben ihm steht.
Da sind doch sicher noch mehr im Wasser, machst du Pause, bevor es gleich wieder raus geht?
Nein, ich bin fertig für heute.
Der Tag hat doch gerade erst angefangen, warum fährst du nicht länger raus, machst einen größeren Fang?
Warum sollte ich das tun?
Makrelen verkaufen sich doch gut. Du könntest dir bald ein größeres Boot kaufen, größere Netze. Thunfische könntest du fangen, die bringen mehr Geld.
Und dann?
Du könntest in wenigen Jahren eine große Flotte aufbauen, große Fänge machen, große Renditen einfahren.
Wozu?
Wenn das Business richtig gut läuft, verkaufst du es genießt das Leben und machst den ganzen Tag, worauf du Lust hast!
Aber genau das mache ich doch jetzt schon, antwortet der Fischer, richtet seinen Blick wieder auf das Meer und nimmt einen Schluck aus seiner dampfenden Tasse Kaffee.

Eine Erinnerung zur Weihnachtszeit, dass Schneller, Höher, Weiter nicht immer das Ziel sein muss und das Schöne im Leben manchmal viel näher ist als es oft scheint.

Für die Illustration der Geschichte danke ich meiner meiner Tochter Aenna Le Ray (7 Jahre)!

Türchen 18 (von Cimo)

Family wird größer

Mit der Geburt meines zweiten Kindes (Henri) ging nicht nur viel Vorfreude, sondern auch Ängste und Sorgen einher, kann ich das zweite Kind so lieben wie das Erste, habe ich genug Zeit, um ähnlich viel Zuwendung aufzubringen, läuft die Geburt gut ab ohne gesundheitlichen Folgen.

Zum Glück ist alles gut gegangen. Jetzt ein paar Wochen nach der Geburt muss ich sagen, ich habe mich noch nie so erfüllt und ausgeglichen wie jetzt gefühlt. Es ist so schön zu sehen, wie die große Schwester ihren Bruder liebt und sich auch involviert in die Fürsorge ums Baby. Eine gute Verbindung zwischen Geschwistern kann etwas einmaliges und unglaublich wertvolles sein. Ich fühle richtig, dass sich meine kleine Familie nun komplett anfühlt und die Bindungen weiter gestärkt wurden. Beim 2ten Kind weiß man wie schnell die Zeit vergeht und versucht jede Möglichkeit voll auszuschöpfen und die gemeinsame Zeit möglichst zu genießen. Dein Baby versprüht eine einmalige Magie, die dir viel Energie und Liebe schenkt.

Nichtsdestotrotz ist ein Tag mit zwei Kindern immer ein Abwiegen von Bedürfnissen, die teils sehr unterschiedlich sind. Die Elternschaft ist eine Aufgabe, die äußerst komplex und vielseitig ist, wo man ständig gefordert ist, flexibel zu sein und kreative Lösungen oft benötigt werden, um passend auf die Gefühle & Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Natürlich machen wir immer wieder Fehler und die Tränen kullern, aber oft können wir unser Tochter ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Essentiell ist es sich nicht an Fehlentscheidungen (zum Beispiel – Diskussion mit einem übermüdeten Kind über das Essen eines Keks, das wichtige Spielzeug vergessen) aufzuhängen, sondern bei nächster Gelegenheit wieder für positive Erlebnisse zu sorgen.

Die größte neue Herausforderungen mit zwei Kindern für mich ist es fair zu bleiben und nicht das Umfeld zu schaffen, dass ein Kind permanent benachteiligt wird. Das ist jedoch gar nicht so leicht, da man instinktiv dem Kind was lauter schreit mehr Aufmerksamkeit schenkt. Mit gezielter Qualität time für beide Kinder, probieren wir dem entgegen zu wirken, aber neue Ideen und Konzepte werden wir mit der Entwicklung der Kinder finden müssen.

Türchen 17 (von Jasmin)

Zu Weihnachten

In der Stille dieser besonderen Tage, wenn Lichter sanft flackern
und die Welt für einen Moment leiser wird, darfst du dir selbst begegnen.

Schließe kurz die Augen.
Atme.
Und erinnere dich daran,
dass es dich nur ein einziges Mal gibt.

Du bist kein Zufall.
Deine Gedanken, deine Träume,
deine Stärken und auch deine Zweifel
tragen deine ganz eigene Handschrift.
Nichts an dir ist zu viel.
Nichts an dir ist falsch.

Weihnachten erinnert uns nicht nur an Liebe füreinander,
sondern auch an die Liebe zu uns selbst.
An die Wärme, die bereits in uns wohnt.
An den Mut, der still in unserem Herzen wartet.
An die Kraft, weiterzugehen auch wenn der Weg nicht immer leicht ist.

Du musst niemand anderes sein.
Du darfst loslassen,
was dich klein macht
und festhalten,
was dich wahrhaftig nährt.

Denn alles, was du suchst,
trägt dein Herz längst in sich.
Und genau so, wie du bist,
bist du genug.

Möge dieses Weihnachten
dir Frieden schenken,
Sanftheit mit dir selbst
und die leise Gewissheit:

Du bist wertvoll.
Du bist wunderbar.
Und du bist genau richtig.

Türchen 16 (von Richard)

Impressionen

Was verbinden wir mit Weihnachten, den Tagen vor dem Jahreswechsel? Hektik, Aufregung, Familienzeit, die Sehnsucht nach Einkehr und Ruhe? Und wo könnte es ruhiger sein – als unter Wasser?

Also wieder einmal Tauchen. Allzu weit wegfahren macht auf vielen Ebenen keinen Sinn. Zumal es wunderbare Gewässer hierzulande gibt. Wieder einmal Tauchen in den Attersee. Vorbereiten, die Tauchkiste packen und natürlich warm anziehen. Merinounterwäsche, ein Pullover, dicke Socken. Die Fahrt hin wie eine langsame Annäherung. Kaum jemand fährt an die Seen um diese Zeit. Der touristische Betrieb hat nach der Sommersaison Pause. Besinnlichkeit auch hier.

Und dann hin an den See. Es ist wenig los, die vorweihnachtliche Geschäftigkeit macht offenbar einen Bogen um kühle Gewässer. Nur ein paar Tauchkolleg:innen bereiten sich an den jeweiligen Spots vor um ein bisschen Einkehr zu halten. Wir haben unseren Platz erreicht. Nichts herausforderndes, nicht allzu tief, keine Steilwand, ein gemütlicher Einstieg . Die Vorbereitung der Flaschen, Jacket kontrolliert, alle Schläuche dicht. Umziehen, hinein in den Trockentauchanzug. Die Finger sind noch einigermaßen aufgewärmt, das wird sich allerdings bald ändern. Alles angezogen, hinauf mit der Flasche, Check mit dem Buddy, ob alles sitzt und alles so funktioniert, wie es sein sollte. Alles in Ordnung, die Regler funktionieren. Und hinein in das Vergnügen.

Hinein ins Wasser, die Kälte des Wassers ist spürbar, durch den Anzug, durch die Kleidung. Die Finger kurz ins Wasser gehalten – ja, frisch. Ein wenig Wasser ins Gesicht, um sich ein wenig daran zu gewöhnen. Regler in den Mund, ein Blick zum Buddy, stummes Einverständnis, Daumen hinab, abtauchen. In die Knie gehen, ins Wasser tauchen. Sobald das Gesicht ins Wasser taucht, fühlt sich der Bereich um den Mund frostig an. Das wird jetzt so bleiben, für die nächste halbe Stunde, Stunde. Soll so sein. Eintauchen, Luft aus dem Jacket, ich tauche langsam ab. Auf drei Meter ein Blick zu meinem Buddy, ein scheuer Blick, Zustimmung und Skepsis in seinem Blick. Weiter hinunter. Der Grund ist ein wenig aufgewühlt von unserem Einstieg, aber fünf Meter unter der Oberfläche wird das Wasser wieder ein wenig klarer, die Schlamm oder Staubwolke über uns beruhigt sich.

Weiter hinunter. Ich bemühe mich um ruhige Atmung, Aufregung ist nicht gut unter Wasser. Tauchen um diese Jahreszeit hat den Vorteil, dass die Sicht besser ist als im Sommer oder im Frühjahr. Ich lausche und höre nichts, außer mein eigenes Atemgeräusch durch den Regler, und ein wenig Wasserrauschen. Stille, der Welt der Oberfläche entzogen, hier, zehn, fünfzehn Meter unter Wasser. Hier ist keine Hektik, hier keine Geschäftigkeit, kein Stress. Auch Stress ist beim Tauchen nicht gut, also gilt es das zu vermeiden, wir wollen einen ruhigen, sicheren, ja besinnlichen Tauchgang. Vorweihnachtlich.

Der Untergrund ist bedeckt von Quaggamuscheln, eine invasive Muschelart, die sich in den heimischen Seen ausbreitet und auch hier, am Attersee nahezu überall wuchert. Weiter oben gab es noch vereinzelt Pflanzenbewuchs, hier, auf fünfzehn Metern ist es schon zu dunkel. Wir sehen uns an, ob wir noch weiter hinunterwollen, stummes Einverständnis, dass wir auf dieser Höhe bleiben, ungefähr. Wir tauchen nach links, irgendwann sollten wir dann auch ein Wrack eines alten Ruderbootes stoßen. Oder auch nicht, wir tauchen meist nicht für bestimmte Ziele, sondern für das Gefühl der Entrücktheit, die Stille, die Schwerelosigkeit unter Wasser. Wir gleiten sanft dahin, im Halbdunkel wenig Abwechslung, Quaggamuscheln, hin und wieder ein hineingefallener und abgesunkener Baumstamm. Steine, ein Abhang, eine Biegung des Seeufers. Die Finger werden allmählich kühl, Zeit sie ein wenig zu bewegen. Und auch Zeit schön langsam umzudrehen, die Flasche ist halb leer. Wenig ist schöner als sich der Welt durch Tauchen zu entziehen, das Gefühl zu genießen an einem Ort zu sein, für den man nicht gemacht ist, der einem aber immer empfängt wie einen alten, lang nicht mehr gesehenen Freund. Wir schlagen der Welt ein Schnippchen, eine kurze Meditation unter Wasser, und kehren gestärkt zurück.

Türchen 15 (von Ben)

Lessons from Japan to carry into 2026

I recently spent some time in Japan, and as the year wraps up, I keep thinking about the things the country does so well. It’s a place where calm and chaos coexist and where everyday life feels more intentional than anywhere else I’ve been. These are some aspects of Japanese life I’d like to bring back to Europe with me.

1. Wholehearted hospitality
People in Japan aren’t just polite – they’re genuinely pleased to help. Whether someone walked me to the right street or a shop assistant sent me off with a bow that felt like a blessing, there’s a sincerity to every interaction. These small acts of kindness have a way of landing softly but lasting a long time. There isn’t the same sentiment in the UK, but I’d love to bring a bit of it into other people’s days where I can.

2. Noticing the small rituals
Japan turns everyday habits into gentle rituals. Things like pouring tea, offering greetings, and removing shoes at the door –  these tiny pauses give shape to the day. They made me realise not everything needs to be rushed – some moments deserve to be acknowledged. I want to focus on both enjoying the small things in day-to-day life, and taking the time to do them properly and with purpose.

3. Respect, patience, and quiet generosity
What stayed with me most was how these things blend together in Japan. Crowds move calmly, queues form naturally, people wait their turn without impatience. There’s an unspoken respect for shared spaces, shared silence, and the people around you. It’s a way of moving through the world that makes everything feel gentler, smoother, and strangely more human. I can’t change British culture on the whole, but I can play my part by trying to move through the world with the same sense of respect.

4. Respecting food — and the moment you eat it
From neatly prepared convenience-store snacks to restaurant meals, food in Japan is treated with care. Eating feels like a moment to experience, not something squeezed in between tasks. At home, food often becomes a chore — what will we make, when will we cook? I want to take that back into my own hands and turn cooking into a small daily ritual: prepared with care, enjoyed with intention. After all, it’s something I’ll be doing for the rest of my life.

As 2025 winds down, these are the things I want to carry into 2026. If the coming year holds even a little of that, I’ll consider it a good one. If not… I suppose I’ll just have to book another flight to Tokyo.

I hope there’s something here you can relate to – maybe even something you’d like to bring into your own life.

Merry Christmas to you and your families.