Türchen 5 (von Frieda Notter)

Über die positive Kraft negativer Gefühle

Vor kurzem war ich auf einer Veranstaltung, auf der neben ein paar eher nüchternen Vorträgen über „The science of love“ und „The science of sex“ auch Lieder über die befreiende Kraft des Nacktseins gesungen wurden und das Publikum zu allerlei Übungen eingeladen war, zum Beispiel dem Nachbarn in die Augen zu schauen und ihm/ihr dann zu sagen, was einem an einem selbst gefällt. In einem der Vorträge dort ging es um „fear and resistance“ – um Furcht und Widerstand. Dass man sie überwinden müsse, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, um Frieden zu schaffen und glücklich zu sein.
Da ich ziemlich Esoterik – avers bin regt sich bei mir bei solchen Veranstaltungen schnell mal – ja genau – Widerstand. Das kenne ich schon von mir. Ich finde das dann blöd und peinlich und will es nicht hören. Diesmal wollte ich mich zumindest mal ernsthaft damit auseinandersetzen und das Gehörte wohlwollend prüfen. Und ja, es stimmt schon: Widerstand hält einen manchmal von den schönsten Erlebnissen ab und Furcht, ja wenn man die überwindet, wird man nicht selten belohnt. Trotzdem: das Unbehagen blieb.
Am Abend habe ich das noch mit ein paar anderen Festival-Besucherinnen diskutiert und da sagte eine „Wieso, „Resistance“ ist doch etwas ganz Wichtiges, gerade im politischen Kontext“. Und jemand anders ergänzte: „Wenn wir uns nicht fürchten würden, wären wir schon alle tot“. Recht haben beide. Ich habe darüber noch in einem anderen Zusammenhang nachgedacht – in Bezug auf Kontakt mit anderen Menschen. Vielleicht sogar auf körperlichen Kontakt. Muss ich den Widerstand, den ich beim Gedanken an Kontakt mit bestimmten Menschen spüre, überwinden? Entgeht mir etwas, wenn ich es nicht tue? Gefährde ich gar den (Welt-)Frieden? Oder ist dieser Widerstand, dieses Nein etwas, was zunächst mal einfach so sein darf? Muss ich mich fragen, warum ich ein Nein fühle oder darf ich es einfach so hinnehmen.

Gerade wenn es um Berührung und ja auch Sexualität geht, ist uns hoffentlich allen nicht erst seit MeToo klar, dass ein Nein in jedem Fall zu respektieren ist. Doch um dieses Nein aussprechen zu können, muss ich es zunächst einmal selbst fühlen können. Ich muss mir eingestehen, dass ich diese Person unangenehm finde, dass ich sie ablehne, sie vielleicht sogar hasse (schlimmes Wort in einem Blog über Liebe, ich weiß). Oder dass ich sie zwar mag, aber dass ich sie trotzdem nicht berühren mag. Oder dass ich zwar da von ihr berührt werden mag aber nicht dort. Oder dass ich zwar gestern gerne mit ihr zusammen war, aber es heute nicht (mehr) bin. Wenn ich mir das alles eingestehe, wenn ich mir meinen Widerstand eingestehen – dann kann ich Nein sagen. Das ist nicht angenehm. Damit verletze ich vielleicht jemanden. Das wird sich nicht immer vermeiden lassen. Aber meinen Widerstand zu achten hat zwei große Vorteile : ich achte mich selbst (das ist nicht zu unterschätzen, das ist wichtig, um genug Kraft zu haben für unsere anstrengenden Leben und die Menschen, die wir lieben und die uns brauchen) und vor allem: nur wenn ich Nein sagen kann, kann ich auch aus ganzem Herzen Ja sagen. Und Ja zu sagen. aus ganzem Herzen zu einer Begegnung mit einem Menschen ist ein wunderschönes Geschenk! Für beide!

Zum Schluss will ich dazu anregen, konkret zu werden. Was könnte es bedeuten, wenn wir auch und gerade in der Weihnachtszeit unsere negativen Gefühle achten würde. Unsere Trauer über Verletzungen, unsere Angst, unsere Wut, unsere Überforderung, unsere Ablehnung, unseren Widerstand. Wenn wir uns vornehmen würden, sie zu akzeptieren, sie einmal nicht zu hinterfragen, vielleicht sogar nach ihnen zu handeln. Welches Nein würde das nach sich ziehen? Aber vor allem: Welches Ja würde es ermöglichen?

Türchen 4 (von Sebastian)

Die Verabschiedung

Etwas später als gewohnt begebe ich mich an diesem Mittwochmorgen Ende November außer Haus. Ob des heftigen Regen in der vergangenen Nacht, entscheide ich mich gegen den Fußweg durch den, mit Sicherheit etwas schlammigen und den Schuhen nicht zuträglichen, Park und für die Anreise ins Büro mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Neben einem einzigen roten und einem hellbeigen Wintermantel, erwartet mich in der Garnitur der U6 ein Meer aus winterlichen Grau-, Blau- und Schwarztönen. Ich stelle mir vor, dass es im Inneren all dieser Menschen genau gegengleich aussieht. Viele farbenfrohe Gedanken und erfreuliche Überlegungen und nur vereinzelt düstere Stimmung.

Die meisten Fahrgäste sind auf dem Weg in die Arbeit. Darunter mischt sich noch eine handvoll Schulkinder, die sich in Ihrer Hoffnung einig sind, dass im Turnunterricht ausschließlich Fußball gespielt werden wird.

Ein elegant gekleidetes altes Ehepaar ist, den aufgeschnappten Wortfetzen nach, am Weg zu einem gemütlichen Frühstück mit Jugendfreunden.

Mir gegenüber unterhalten sich Mutter und Tochter. Die Gewissheit über den Verwandtschaftsgrad liefern die identen Gesichtszüge, die selbst ob des Altersunterschied eindeutig zu erkennen sind. Das Gespräch lässt mich wissen, dass die Tochter in der Früh am Weg zur Universität ein Buch bei der Mutter abgeholt hat, welches Sie für eine Arbeit zitieren möchte.

Bevor ich noch andere Fahrgäste belauschen und beobachten kann, fährt die U-Bahn in die nächste Station ein. Einige wenige Fahrgäste steigen aus. Hier trennen sich auch die Wege von Mutter und Tochter.

Die Mutter eilt jedoch nicht sofort davon, sondern bleibt am Gleis stehen und winkt Ihrer Tochter energisch und anhaltend zu. Die Tochter erwidert das Winken mit einer Ihr ins Gesicht geschriebenen Freude.

Es schließen sich die Türen der U-Bahn doch wir treten nicht den Weg zur nächsten Station an – die Weiterreise verzögert sich und wir bewegen uns keinen Zentimeter.

Mutter und Tochter brechen das Verabschiedungswinken jedoch nicht ab. Mit jeder gewunkenen Sekunde die die Situation anhält, müssen die beiden mehr und mehr Schmunzeln. Als sich die U-Bahn schließlich nach einer halben Minute doch in Bewegung setzt, brechen Mutter und Tochter jeweils in ein lautloses Lachen aus. Als die Mutter schon fast aus dem Bildausschnitt verschwunden ist, zwinkert Sie Ihrer Tochter zum Abschluss noch einmal zu.

Vielleicht wird diese Szene mir länger in Erinnerung bleiben als den beiden Protagonistinnen und ist auch für den oder die LeserIn nur eine zufällig beobachtete Szene. Für mich steckt in dieser Verabschiedung jedoch sehr viel Schönes.

Zeige den Menschen, die dir wichtig sind, dass du sie gern – sehr gern – ausgesprochen gern hast oder gar liebst. Erwidere Empfangenes. Lass dich dabei nicht davon abhalten, dass dies jemand anderer beobachten könnte.

Habe Humor. Dann wirst du selbst an einem Mittwoch in der Früh am Weg in die Arbeit mit einem Lächeln durchs Leben gehen können.

Außerdem habe ich sofort meine Mama angerufen und mich zum Abendessen angekündigt.

Türchen 3 (von Erdoğan)

Tür! Ein sehr bedeutsamer Begriff. Es gibt materielle und sichtbare Türen, aber auch vielfach unsichtbare Türen im Leben, die durch Auf- und Zugehen unser Leben entscheidend beeinflussen. Wenn wir sie wahrnehmen, so können wir unser Leben im Griff haben, denn wenn eine der Türen zugeht, öffnet sich eine andere. Dazu ist aber Geduld nötig. Wie sagt man so schön: „Geduld ist der goldene Schlüssel für die Schatzkammer.“ Geschichten z.B. können uns sehr viele Lebensperspektiven eröffnen, damit wir die Tiefen des Lebens “fühlen” können. So würde ich euch gerne eine davon erzählen.

Die Geschichte einer Geschichte:

Jede Geschichte ist auf eine Art wie ein Pfirsich. Sie besitzt Schönheit, Nährwert und im Verborgenen, Tiefen, den Kern. Ein Mensch kann vom Äußeren emotional angeregt werden; er mag über einen Witz lachen oder sich an der Schönheit erfreuen, aber das ist so, als hätte man sich den Pfirsich nur ausgeliehen. Alles was man wirklich aufnimmt, ist die Form und Farbe, vielleicht noch den Duft, die Größe und die Beschaffenheit der Oberfläche. Man kann den Pfirsich jedoch essen und sich so einen weiteren Genuss verschaffen – seine Tiefe verstehen. Man kann den Stein wegwerfen oder ihn aufbrechen und einen köstlichen Kern darin finden. Er ist die verborgene Tiefe. Er hat sein eigene Farbe, Größe, Tiefe, seinen Geschmack und seine Funktion. Man kann die Schale dieser Nuss sammeln und mit ihnen ein Feuer nähren. Und, auch wenn die Holzasche von keinem weiteren Nutzen ist, so ist der essbare Anteil zu einem Teil von einem Selbst geworden.

Frohe Weihnachten im Voraus.

Türchen 2 (von Daniel)

Glücksmomente im Einzelhandel

Die „2“ steht symbolisch für zwei Einkaufsformen von Konsumenten, die seit Jahren diskutiert werden. Unstrittig ist, dass Einzelhandel und E-Commerce sowohl positive als auch negative Aspekte aufweisen. Der Artikel legt den Fokus auf Gefühle anderer und mit Einkäufen verbundene (mögliche) Glücksmomente.

Fragst Du dich auch, wie sich Verkäufer(innen) im Einzelhandel fühlen? Insbesondere in Situationen, wo Geschäfte alleine betreut werden und/oder wenig Kundschaft vor Ort ist, drängt sich diese Frage doch geradezu auf. Wie würde es Dir in einer solchen Situation gehen? Was würdest Du empfinden?

Teilweise beschäftigen sich Verkäufer(innen) in solchen Situationen mit elektronischen Geräten, um die Zeit zu überbrücken. Spricht das Konsumenten an? Nein. Ist es verwerflich bzw. würde man selbst anders handeln? Vermutlich nicht, da niemand dauerhafter Langeweile ausgesetzt sein möchte.

Als „bewusster“ Konsument bietet sich hier eine wunderbare Gelegenheit. Es besteht die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zukommen, sofern Frau/Mann ein Produkt oder Beratung sucht. Dies kann zu einer gemeinsamen, positiven und persönlichen Erfahrung werden. An deren Ende können der Erwerb von Produkten oder Wissen stehen. Zuletzt hat mir z. B. der Einpackservice eines Geschäftes große Freude bereitet.

Natürlich können Verkäufer(innen) in Geschäften manchmal ablehnend oder uninteressiert wirken. Wenn man ihnen respektvoll und mit einer positiven Einstellung begegnet, verhalten sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenso. Warum nicht eine stundenlange Internet-Recherche gegen Beratung/Erfahrung eines Mitmenschen in Verbindung mit Glücksmomenten „eintauschen“?

Besonders in Verbindung mit bewusstem Konsum – nachhaltiges Handeln, Vorhandensein begrenzter Ressourcen und abseits reiner Preisdenke – lassen sich Glücksmomente herbeiführen. Positive Interaktionen unter Menschen sind Grundelemente des Miteinanders. Jeder einzelne von uns hat es in der eigenen Hand!

Was ist Deine Meinung? Worauf achtest Du beim Kauf?

Türchen 1 (von Marcel)

Ja isch denn heut’ scho Weihnachten?!

Weihnachten steht wieder vor der Tür und die häufigste und gleichzeitig leicht ungläubige Frage, welche man in diesem Zusammenhang hört, ist eben diese:
„Ist wirklich schon wieder Weihnachten!?“. Aber nur bedingt wegen des bevorstehenden Stresses, der mit dieser Zeit einhergeht, sondern wegen der Erkenntnis, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist. Schon wieder sind wir ein Jahr älter geworden, wieder hat sich die Erde einmal um die Sonne gedreht.

Bei den wenigen Konstanten im Jahr wird uns unsere Vergänglichkeit immer am Stärksten vor Augen geführt und die Geschwindigkeit, mit der sich unser Leben Richtung unserem Ende bewegt. In diesem Gedanke schwingt meistens ein melancholisches Gefühl mit, der Tod ist kurz wieder präsent, obwohl wir ihn meistens ja so erfolgreich unterdrücken. Wir leben unser Leben, als gebe es keinen Tod, aber nicht im positiven Sinne des bewussten Auskostens, sondern im Negativen des Verdrängens aus Furcht.

Aber warum sollten wir Angst vor etwas haben, wofür wir und unsere Körper schon mit der Geburt an bestimmt waren, was alle Lebensformen und alle Materie miteinander verbindet? Statt Angst und Verdrängung sollten wir in vollem Bewusstsein jeden Augenblick unseres Daseins und jede Sekunde mit den Menschen die wir lieben genießen. Das Leben ist ein kurzes, aber ganz besonderes Geschenk an uns. Wir wissen nicht, warum es gerade uns gewährt wurde, aber wir müssen uns wirklich vor Augen halten, dass wir als Menschen eine absolute Sonderstellung genießen dürfen, dass wir als einige wenige in ca. 13.000.000.000 Jahren kosmischer Geschichte ein Bewusstsein entwickelt haben, womit wir uns und unsere Umwelt so wahrnehmen können. Das Leben an sich und insbesondere als Mensch ist also ein Geschenk, welches wir allein schon aus purer Ehrfurcht annehmen und auskosten müssen. Wer wäre schon lieber ein Stein?!

Wir sollten Dankbarkeit dafür empfinden, dass wir da waren und uns kennenlernen durften.

Dankbarkeit für unsere Bekannten, KollegInnen und FreundInnen, die einen vielleicht das ganze Leben oder auch in wichtigen Lebensabschnitten zur Seite gestanden sind, welche uns Kraft gegeben haben, wenn wir sie gebraucht haben und uns oft besser kennen, als wir uns selbst. Menschen, auf die wir uns täglich freuen und uns zum Lachen bringen, die Teil unserer Leben sind.

Dankbarkeit für unsere Familie, welche ihr ganzes Leben für uns umgestellt und immer als Erstes an uns gedacht hat, so wie wir es vielleicht heute für unsere Kinder tun. Sie haben ihr Wohl und ihre Selbstverwirklichung hinten angestellt, damit es uns gut geht.

Dankbarkeit für unsere bessere Hälfte, mit der man über die Jahrzehnte so stark zusammenwächst, dass man im Prinzip zu einer Person verschmilzt. Ich bin jetzt seit 12 Jahren mit meiner wunderbaren Frau zusammen und habe gemerkt, dass ich sie von Jahr zu Jahr schöner finde, denn ihre Alterserscheinungen sind mit mir gewachsen, sie gehören zu uns.

Dankbarkeit für unsere Kinder und ihre bedingungslose Liebe; dass wir die Möglichkeit hatten, sie aufwachsen sehen zu dürfen. Sie haben uns so viel gekostet, aber noch so viel mehr geschenkt.

Dankbarkeit für unsere atemberaubend wunderschöne Erde mit ihrer schier unendlichen Vielfalt, die uns immer wieder verzückt und erstaunt, wie auch unser ganzes mystisches Universum.

Mit diesem Gefühl der Dankbarkeit sollten wir uns gemeinsam beim Wachsen und Welken zuschauen und uns daran erfreuen, dass wir diesen Weg zusammen beschreiten durften. Und auch wenn wir nicht wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen, so sollten wir doch die Zeit nutzen, die uns hier bleibt, dieser warme Hauch, dieses kurze Flackern. Lasst uns gemeinsam zelebrieren, dass wir am Leben sein durften, so dass wir mit Wehmut, aber nicht ohne Mut von dieser Erde treten werden!

Loslassen (von Frieda Notter)

Ich habe jemandem unvorsichtigerweise gesagt, ich könne übers Loslassen schreiben, woraufhin mich jemand beim Wort genommen hat und ich jetzt übers Loslassen schreiben muss. Dabei kann ich gar nicht übers Loslassen schreiben. Weil ich nicht loslassen kann. Und ich glaube das liegt daran, dass ich gar nicht festhalten kann. So wie eigentlich überhaupt niemand festhalten kann, zumindest nicht jemand anderen festhalten kann. Aber der Reihe nach.

Ursprünglich wollte ich so etwas schreiben wie: wir müssen gerade die Menschen, die wir lieben (manchmal? immer?) loslassen. Denn wir wollen ja, weil wir sie lieben, dass sie frei sind. Manchmal ist Loslassen aber sehr schwer. Weil wir die Menschen eben lieben und immer in unserer Nähe haben wollen. Dann müssen wir uns zwingen sie loszulassen, aus Liebe. Weil die höchste Form der Liebe eben ist, dass wir wollen, dass es der anderen Person gut geht. Und manchmal (immer?) geht es einer anderen Person eben erst gut, wenn wir sie loslassen. „Ich lass Dich so schnell nicht mehr los“ wird als Liebeserklärung verstanden. Kann aber auch eine Drohung sein.
Ganz besonders wichtig bei Kindern. Die lieben wir. Und die möchten wir immer bei uns haben. Das wäre aber das Schlimmste was wir ihnen antun könnten, dass sie glaubten, sie müssten immer bei uns sein. Also große Lebensaufgabe: aus Liebe loslassen lernen.

So in etwa wollte ich das schreiben. Vielleicht hätte ich mich sogar zu irgendeinem Kalenderspruch hinreißen lassen wie: „Was man liebt soll man loslassen – denn wenn es dann wiederkommt gehört es einem ganz.“
Klingt super, oder?
Ist aber ehrlich gesagt scheiße.
„..gehört es (er? sie?) einem ganz“. Ernsthaft? Niemand gehört einem ganz. Nicht mal ein wenig. Menschen gehören einander nicht. Sie gehören maximal sich selbst. Maximal. Oder sind einfach.

Die Vorstellung, dass Menschen anderen Menschen gehören können und vor allem dürfen, ist eine kolonialistisch-rassistische (Sklaverei) oder auch eine biblisch-partriarchale: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist .“ (9. und 10. Gebot). Das Weib als Besitz, genauso wie das Vieh und das Haus. Erst gehört es den Eltern, dann dem Ehemann (das wäre jetzt wieder die Stelle, an der ich mich aufregen könnte über die unsägliche „romantische“ Hochzeitstradition, dass der Vater die Braut in die Kirche bringt und dort an den Bräutigam übergibt, tue ich aber nicht, keine Sorge ;-))

Das haben wir doch hoffentlich hinter uns gelassen.

Aber wenn wir das wirklich hinter uns gelassen haben, das mit dem Gehören, mit dem Behalten, mit dem Festhalten, wieso sollten wir dann überhaupt loslassen? Dann hätte ja auch das, was wir „loslassen“ nennen (die Person nicht mehr bedrängen, nicht mehr manipulieren, nicht mehr bevormunden…) noch den Geschmack des Gehörens, Behaltens, Festhaltens, die Überheblichkeit des „Ich weiß besser was gut für Dich ist und deswegen lasse ich Dich jetzt los“.

Gut, wir können innerlich loslassen. Wir können den Gedanken loslassen, dass unser Glück von der Anwesenheit dieser Person abhängt, dass wir sie unbedingt dazu bringen müssen, bei uns zu sein. Wir können (und meiner Meinung nach auch: sollten) den Gedanken loslassen, dass wir Menschen besitzen können, dass „Du bist mein“ in irgendeiner Weise eine romantische (oder wenn schon romantisch dann wenigstens nicht handlungsleitende ) Idee sein könnte. Aber wir können – wenn wir einem Menschen mir Respekt begegnen – ihn nicht loslassen, weil wir hoffentlich nie geglaubt haben, ihn festhalten zu können oder zu dürfen (was ja genau genommen nur durch Manipulation seiner /ihrer Gefühle möglich ist).
Wenn wir Menschen diesen Respekt für ihre Eigenständigkeit entgegenbringen, dann können wir sie durchaus um etwas bitten: „Ich würde mich freuen, wenn Du Zeit mit mir verbringen wolltest, ich hab Dich gern.“ und wir können ihnen auch sagen: „Ich wünsche mir so, dass Du glücklich wirst, denn ich liebe Dich.“. Wir können sie fragen, was sie sich von uns wünschen: „Wäre es Dir lieber, ich rufte Dich erst einmal nicht mehr an?“. Wir werden aber wohl weder sagen „Ich lass Dich jetzt los, denn es ist besser so für Dich“ noch „Ich bin für Dich da, denn Du brauchst mich ja“. Weil Menschen keine Dinge sind, die unserer Pflege und Sorge bedürfen, können wir davon ausgehen (wenn sie nicht gerade sehr jung, sehr krank oder sehr verwirrt sind), dass sie selbst wissen, was gut für sie ist. Sehr schön finde ich deswegen eine Abschiedsformel, die ich in letzter Zeit öfter gehört habe, und die mich jedes mal hat lächeln lassen weil sie impliziert, dass ich es kann und die Person möchte, dass ich es tue: Pass gut auf Dich auf!

In diesem Sinne : Passt gut auf Euch auf!

Was denkt Ihr? Macht das Konzept des Loslassens für Euch in irgendeiner Weise Sinn? Kennt Ihr den Gedanken, einen Menschen festhalten zu wollen? Wie geht Ihr damit um? Ich weiß, dass das wahrscheinlich eine kontroversieller Text ist. Deswegen: Keine Sorge, ich freue mich über Widerspruch und Diskussion! Das zeigt, dass mein Text gehaltvoll ist (so wie eine Theorie nach Popper nur dann als wissenschaftlich gelten kann, wenn sie grundsätzlich widerlegbar ist) und dass Ihr ihn ernst nehmt!

Sommersonnenuntergangsparty 2018 am Fr. 3.8. ab 17Uhr

Liebes Partyvolk,
am Freitag den 3.8. findet ab 17Uhr die Sommerpartyder absoluten Superlative statt:
Die Sommersonnenuntergangsparty 2018 powered by blogsinn.at
Getanzt, gechillt und durchgedreht wird auf der Summerstation (www.summerstation.at), welche direkt bei der Brigittenauer Brücke liegt, zu Fuß ca. 15min von der U6 Station Neue Donau und 20min von der U1 Station Donauinsel. Die Summerstation ist eine coole Open-Air Location am Wasser auf der Donauinsel. Sie ist eine Mischung aus Bar–Restaurant (Heimat des herausragendsten indischen Essen der Welt) und Club. Euch erwartet pures Urlaubsfeeling mit Sonne bzw. Sterne, Sand und Wasser. Für die Relaxten gibt es Liegestühle im Sand und für BewegungslieberhaberInnen eine große Tanzfläche, wo wir vom späten Nachmittag bis in die Nacht nonstop auflegen werden.
Aber es wird nicht irgendwelche Musik aufgelegt, sondern vier weltbekannte Dj(ane)s werden sich die Discs in die Hand geben und die fettesten Beats spielen, die euer Hörsinn jemals vernehmen durfte. Also haltet euch fest und setzt euch besser hin, wenn ihr dieses Line-Up liest:
Sommersonnenuntergangsparty 2018 presents:
DJ – No1
Das Genie unter den Künstlern für organisierte Schallereignisse:

Der unglaubliche, unfassbare, fantastische und nudelliebhabende Linzerbua
😎 Parterre (DJ Set) 🤑
Es gibt keinen Bogen auf dem Wiener Gürtel, welchen er nicht schon mit seinen krassen Sounds beschallt hat.
DJ – No2
Immer selbstkritisch und niemals mit sich zufrieden strebt dieser Künstler nach der absoluten unerreichbaren Perfektion:
Der grandiose, atemberaubende, unvergleichbare und abgefuckt heiße Ladylover

😵 Dr. Critix aka DJ Marcmaneben 🙃

DJ – No3

Sie war schon groovy und funky bevor es das Wort Mainstream überhaupt gab:

Die legendäre, außergewöhnliche, sensationelle und fabulöse Motherfuckin Bitch der DJane Welt

😇 Haris Pilton 😈

DJ – No4
Und least but not last: Dieser DJ hat schon so viel erreicht, dass er sich einfach in der Welt des Glamours verloren hat und sich bis zur Veranstaltung erst mal wieder finden muss:
Der bewundernswerte und hammerharte
🤔 tba 😜
Seid wahnsinnig beispiellos gespannt!

Holy Shit, jetzt atmet erst mal ganz langsam durch, denn dass war nun wirklich die pure Sickness! Hört sich das alles nicht abartig insane an?!

Dann komm verdammt nochmal vorbei (Location ist übrigens familientauglich!) und flippe völlig aus! Aber vorher sag einfach noch allen Menschen, die du kennst und welche du ab sofort egal wo (Straße, U-Bahn, Facebook, Arbeit, Puff, Uni etc.) treffen wirst, dass die geilste Party des Jahrtausends am 3.8 ab 17Uhr auf der Summerstation stattfinden wird.

In freudiger Erwartung eines legendären Weltereignisses
Euer M to the A Marzel.

#Strandparty

#NICE
#gocrazy
#superkrass
#Sommersonnenuntergangsparty2018
Sommersonnenuntergangsparty 2018.jpg

Spaltung von Menschen (von Bora)

Nehmt ein Thema, strapaziert es über mit Fakten und Nichtfakten, erzeugt wirr warr, zwingt die Menschen, eine Meinung annehmen zu müssen, auch wenn ein Mensch dazu von sich aus nicht unbedingt eine Meinung haben will, aber muss, denn das Thema wird tagtäglich wichtiger, präsenter.
Reizt es aus, macht es allgegenwärtig.
Nun geht verloren und unter wo das wahre Problem entsteht.
Aus verschiedenen Gründen verfestigt sich die Meinung über eine bestimmte Zeit in die eine oder andere Richtung.
Nun wird man aber in seiner Menschlichkeit ausgetrickst.
Die, die deine Meinung absolut nicht teilen, egal wie nah man zueinander ist, man kann es nicht fassen, dass es so ist, man hielt diesen Menschen einst für vernünftig.
Es infiziert die komplette Beziehung, so sehr dass man da nicht mehr rauskommt.
Traurigerweise gibt es meistens kein Zurück in die maximale Sympathie, die man hatte, außer man ist schlau. Mit schlau meine ich, wenn man zu 15-20% der Menschen gehört.
Weltoffen, tolerant ist und über alle Gedanken, die dieser Planet braucht und die diesen Planeten retten würden, verfügt.
Aber selbst dann wird es äußerst schwer.
Denn jeder Disput darüber schadet der Beziehung.
Man ist erschüttert in einem ganz wichtigen Punkt und führt dazu, dass man eine der wichtigsten Eigenschaften des Anderen in Frage stellt:
Das Vertrauen in sein immer fortwährendes und vernünftiges Denken und Handeln.
Um das zu Erreichen, braucht man keine unterschiedliche Herkunft, Hautfarbe oder Religion der Menschen.
Man schafft die Spaltung sogar unter Blutsverwandten.
Das ist eine der höchsten Stufen der Intrige.
& bleibt dennoch verborgen.
Hier der Zugang.