Türchen 14 (von Ben)

Not long after I thought that Luka Jovic had broken my heart and denied Scotland their first major football championship since 1998, David Marshall saved the crucial penalty kick that sent the whole country into ecstasy! For the first time in recent memory, I was jubilant, confident that life was wonderful and would be forever. I leapt across the room before slamming on the brakes, realising that I couldn’t even high five my step-dad in our moment of glory. It seems fitting that Scotland will play in their first tournament in over 20 years amidst a global pandemic.

At the time of writing, I have just paid the deposit for accommodation in London at the time when Scotland will face England in the group stage of Euro 2020. I always hoped that this was something that would happen whilst I was young enough to make the most of it and, even if I am unable to attend, I will treasure every second of our (no-doubt) fleeting appearance. I think back to being in my local pub where tables were overturned and pints upended after a late winner against the mighty Cyprus and can only wonder how a winner against our greatest rivals would be celebrated. I pray that this is something I will be able to experience in person next summer.

Scotland’s feeble efforts to qualify for recent major tournaments draws a lot of similarities with Covid-19 – I find myself bored, depressed and wondering why we have these idiots in charge. Whilst I’ve managed to get behind Steve Clarke more than I have Boris Johnson, I do see light at the end of the tunnel in both regards. The vaccine that is being developed is cause for cautious optimism and, although just beaten by Slovakia and Israel, I have a funny feeling that Scotland might be able to slug it out with the Czech Republic and Croatia at Hampden. Home support will be required in both instances so I truly hope that the country, and Europe as a whole, can pull together to make 2021 a year for the ages!

Türchen 13 (von Richard)

Ein Beitrag für den Weihnachtskalender. Dieses Jahr geht kein Spass mit Weihnachtsliedern. Also was persönliches.

Dem Jahr entsprechen könnte man darüber schreiben, was alles furchtbar war. Und das war vieles, selbst wenn aus meinem unmittelbaren Umfeld niemand gesundheitlich unter der Pandemie leiden musste. Niemand ist gestorben, ich habe bislang niemanden durch dieses Virus verloren.
Auch meine Mutter, die bis vor einem Jahr durch eine Krebserkrankung (und ein bisschen ein Alter hat) definitiv Angehörige der so genannten Risikogruppe ist, ist gesund und munter durch das Jahr gekommen. Das alleine ist schon toll. Was ich machen möchte ist darüber zu schreiben, was alles gut war in diesem beknackten Jahr. Ich will auf das Positive fokussieren. Und das war, bei Lichte betrachtet, gar nicht mal so wenig.

So bin ich zum Beispiel in diesem Jahr ein paar mal auf Berge gestiegen. Das ist etwas, was mir Spass macht, was mir Kraft und Freude gibt. Natur erleben, sich selbst erleben. Nachdem auch ich den Trägheitsgesetzen unterliege, muss auch ich mich immer wieder überwinden, früh aufzustehen, mich hinzubewegen. Die Mühsal des Aufstiegs auf sich zu nehmen. Aber man erhält was dabei, man riecht Natur, spürt wie Last von einem abfällt, wird leichter und befreiter. Ein wunderbares Erlebnis war zum Beispiel der Aufstieg auf die Hochalmspitze, den ich mit Sarah unternehmen durfte. Eine große Herausforderung, die mich auch an die Grenzen gebracht hat (Luxusproblem: das Wetter war fast schon zu gut …). Und ein grandioses Erlebnis, auf vielen Ebenen. Wunderbare Bilder, ein tolles Gemeinschaftserlebnis, eine tolle Auseinandersetzung mit mir selbst. Schöner geht fast nicht.

Auch beruflich – in der Statistik, in der Politik – ist einiges gelungen, habe ich einiges erreicht. So bin ich etwa zum Klubobmann der Hernalser Grünen gewählt geworden. Oder es sind Berichte und Auswertungen in der Statistik entstanden, auf die ich mir einbilden mag, dass ich darauf stolz sein kann. Solche Erfolge oder Leistungen, wenn man so will, werden niemals alleine erreicht, sondern sind immer nur im Zusammenspiel und in Zusammenarbeit mit anderen möglich. Und ich bin froh in einem Umfeld tätig sein zu können, wo einem was gelingen kann. Tolle Arbeitskolleginnen in der Statistik, spannende, anregende und vielfältige Kolleginnen bei den Grünen. Ich bin froh und dankbar, dass ich in diesen Feldern tätig sein darf.

Außerdem habe ich in diesem Jahre meine Liebe (wieder-)gefunden. Ich bin wieder mit der Frau zusammenkommen, von der ich mich im letzten Jahr getrennt hab. Das hat alles seine Gründe und war alles in sich konsistent und so wie es jetzt ist, ist es gut. Wir arbeiten an uns und an den Problemen, die es uns schwierig machen oder schwierig gemacht haben. Ich mag daran glauben, dass wir das schaffen. Unsere Liebe wächst und wird stärker. Und ich habe durch sie gewissermaßen eine wunderbare Erweiterung der Familie erfahren. Ich werde nicht nur durch einen Menschen, sondern durch einige bereichert.

Das sind zumindest mal drei Bereiche, für die ich in diesem Jahr dankbar bin, so beschränkt feiernswert dieses Jahr insgesamt auch sein möge. Bitte nicht falsch verstehen, auch für mich war das Jahr kein besonders gutes. Viele Dinge haben die Tage getrübt, vieles hätte ich mir anders gewünscht. Dennoch: Ich weiß, ich bin privilegiert. Es gibt aller Voraussicht nach nur ein Leben, also machen wir was daraus. Noch dazu wenn man gute Voraussetzungen hat. Und das ist eigentlich alles nicht recht weihnachtlich oder adventlich. Allerdings ist das Jahresende immer auch eine Zeit der Reflexion und der Rückschau. Insofern, wenn ich euch daran teilhaben lassen darf, will ich einfach mal dankbar sein.
Und zum Schluss noch ein paar persönliche Musiktipps:


The Smith: I Know It’s Over (https://www.youtube.com/watch?v=M6o1SEj02t0)
William Shatner: It was a very good year (https://www.youtube.com/watch?v=Rg8cfZre8dM)
Protomartyr: Bridge & Crown (https://www.youtube.com/watch?v=3P4l2lfmEgs)
Franz Füxe: Danke, Oasch (https://www.youtube.com/watch?v=_5C0NbBBRjw)

Türchen 12 (von Erdoğan)

THE BOOK STORY

Once upon a time there lived an old lady in a poor village with her 16 years old grandson. The grandson helped her with the daily chores. She owned a very beautiful horse, the horse was so beautiful that the king want to buy it. But the old lady refused his generous offer. Afterwards the neighbors came and told her that she made a wrong decision “ what a pity, you could have a great live with this money”. And the lady answered “Why do you think that it was a bad decision? Nobody knows yet that it was a bad or good decision. The fact is that the king wanted to buy my horse and I didn’t sell it.” The neighbors shook their head and left.

A while later her horse escaped and the neighbors came again and repeated same scene. “Look you didn’t sell and your horse run away, what a bad luck!” The lady answered again “How you can say it’s a bad luck, nobody knows if is a bad or good luck. The fact is that my horse is escaped. The neighbors shook their heads and left.”

A few weeks later her horse came back with ten other horses. And the neighbors came again and said “what a good luck, your horse came back! ” The lady answered “ Again you judge things. The fact is that my horse came back if it’s good or bad luck nobody knows “

While the grandson was training the new wild horses he fell and broke his leg. And the neighbors came again “ what for bad luck, he was your only help now you have to do everything alone.” The lady answered again. “Still you’re judging, the fact is that my grandson fell and broke his leg. If is a bad or good luck nobody knows.”

A few days later a war started and the kings army came to take all the boys from the village. Only the grandson was allowed to stay because of his broken leg. And the neighbors came again crying. “ What a good luck all our sons are gone but your grandson is safe.” The old lady answered. “ Oh my dear neighbors, you’re again judging, it’s like you read only the first page of a book and you judge over the whole book.”

The sense of the story: we all are like a page from a huge book. We all have our own story, actually everything has their own story. Our world around us, the animals, plants and the universe etc.

Especially now that our world is under dramatic and gigantic changes we shouldn’t judge whether they are good or bad. We should read the book until the end..

I wish you all a lot of patience, calm and good health.

Merry Christmas
Erdoğan

Türchen 11 (von Teresa)

Nachdem hier bereits viel über dieses Jahr 2020 sinniert wurde, werde ich mich dem nun anschließen. Auch ich möchte gerne meine vielen Gedanken zum vergangenen Jahr mit euch teilen.

Für mich war es ein unbeschreibliches Jahr. Ein wunderbares Jahr, denn im Juni 2020 wurde mein Sohn geboren und hat mich zu einer unglaublich stolzen und glücklichen Mutter gemacht. Ich habe Gefühle erfahren, die intensiver nicht sein können, ich habe eine Art zu lieben gelernt, wie es mir vorher denkunmöglich war. Trotz meiner Mama- Freuden und hormonellen Hochflüge war es kein einfaches Jahr für so viele von uns. Als ich im Herbst 2019 von meiner Schwangerschaft erfuhr, dachte ich mir „2020, was für ein schönes Geburtsjahr“.. dass dieses Jahr so prägend für so viele von uns sein würde hätte ich da nicht gedacht. Anfang des Jahres 2020 noch habe ich nicht geglaubt, dass dieser Virus uns derart trifft, unser Leben derart verändert. Dann kam der vorzeitige Mutterschutz. So gefreut hätte ich mich darauf in dieser Zeit noch einmal viel zu unternehmen, auszugehen, Freunde zu treffen- doch stattdessen war ich hauptsächlich zu Hause immer in der Hoffnung normal und in Anwesenheit meines Partners entbinden zu können. Diese Zeit war absolut gar nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte, jedoch haben wir versucht die positiven Seiten zu sehen. Mein Partner und ich hatten so viel Zeit füreinander und miteinander und wir haben es genossen. Beziehungsweise haben wir immer mehr gelernt es zu genießen. Diese Entschleunigung meines sonst doch bis dahin immer sehr turbulenten Lebens tat mir gut und ich habe für mich persönlich sehr viel gelernt. Unter anderem wie gut mir Entschleunigung tut.

Wir waren und sind in einer durchaus sehr privilegierten Situation -weder mein Partner noch ich müssen uns Sorgen um unsere Jobs machen, wir verstehen uns gut und gehen lieb miteinander um, wir haben keine riesige Wohnung, aber ausreichend Platz um sich auch mal aus dem Weg zu gehen und auch um Homeoffice meines Partners in Ruhe zu ermöglichen, und wir haben einen Balkon, welcher in Frühjahr Gold wert war… all diese Dinge: keine Selbstverständlichkeit. So viele Leute mussten in dieser Zeit auf engem Raum leben und viele haben Ängste, Sorgen und Aggressionen am nahen Umfeld ausgelassen. Aber nicht nur dahingehend wurde mir meine privilegierte Situation bewusst: für mich, 32, schwanger, bzw. frischgebackene Mutter, beruflich einigermaßen gesichert, mit Partner ist es schon auch mal ok für eine Zeit einen Gang runter zu schalten und soziale Kontakte zu minimieren. Aber was ist z.B. mit den vielen Jugendlichen, für die das wichtigste ist ihre Freunde und Freundinnen zu treffen, auszugehen, sich auszuleben… Und für die die zuhause beengte Verhältnisse haben und nicht mehr im Park mit ihrer Clique abhängen können. Die, die nach ewig langer Lehrstellensuche nun erst wieder bei Null anfangen müssen.  Aktuell ein Jugendlicher oder eine Jugendliche zu sein, ist definitiv nicht schön. „Corona hat mir meine Jugend gestohlen“ habe ich letztens von einem 19 jährigen gehört. Für junge Menschen in dem Alter sind ein paar Monate ja wie eine Ewigkeit. Jugendliche sind nur eine Gruppe unserer Gesellschaft für die es besonders hart war und ist- für so viele Menschen war und ist dieses Jahr eine große Herausforderung und wir können nur hoffen, dass das kommende Jahr wieder etwas „Normalität“ zurück bringt. 

Trotz meiner privilegierten Situation war es doch ein Jahr voller Unsicherheit und Ängsten. Wie gesagt, kam im Juni mein Sohn auf die Welt. Zum Glück waren wir alle gesund. Man macht sich dann aber schon viele Gedanken, in was für eine Welt man ein Kind geboren hat. Darf man das Kind den Großeltern, Freunden in die Hand drücken? Wer darf ihn halten? Müssen die Leute vorher Händewaschen? Etc. Alles Dinge die mir wirklich zuwider waren. Immer waren wir viel unter Leuten und ich habe mir vorgestellt mein Kind wird auch so aufwachsen, dass bei uns immer was los ist. Tja, im Gegenteil. Meine Freunde und Freundinnen sehen mein Kind leider viel zu selten, auch die Eltern meines Partners konnten bisher nur einmal nach Österreich kommen um ihren Enkel zu sehen. Das macht mich extrem traurig. Mein Sohn genießt wahrscheinlich die viele Kuschelzeit. Ich genieße sie auch. Aber mir fehlt es, als stolze Mami, meine Freude und Liebe mit meinen Freunden und Freundinnen zu teilen. Ich will, dass mein Sohn mitbekommt, dass wir uns umarmen, uns drücken, uns küssen, miteinander feiern und nicht, dass ich meine Liebsten auf Abstand halte, wir darauf achten keinen Körperkontakt zu haben. Nein, so soll mein Sohn das nicht lernen. Das beschäftigt mich sehr viel und ich hoffe einfach, dass sobald mein Sohn etwas älter ist, wir uns wieder einigermaßen sorglos in die Arme schließen können. Trotz aller Einschränkungen und großer Vorsicht blieben wir nicht vom Virus verschont. Anfang Oktober ging es mir richtig mies und wurde schließlich positiv getestet, so dann auch mein Partner. Auch da kamen uns als frisch gebackene Eltern viele Ängste auf und vor allem, wie wird es unserem Sohn gehen? , wird er eh keine Folgeschäden haben?, etc.. was einem halt alles durch den Kopf geht. Wir sind alle 3 wieder gesund und fit, was für ein Glück!

Dieses verrückte Jahr hat mein Leben total auf den Kopf gestellt. Ich bin Mutter geworden und gleichzeitig beherrscht ein blöder Virus unsere Gesellschaft.  So viel Freude und Glück gepaart mit Ängsten und Sorgen. Ein Jahr das so viel Gutes gebracht und gleichzeitig so furchtbar blöd war.

Ich wünsche allen viel Gesundheit und Freude für das kommende Jahr. Hoffentlich bringt es viel Positives mit sich. Ich bin Zuversichtlich! Alles Liebe

Türchen 10 (von Florian)

Ein Jahr geht zu Ende,, oder tut es das ? was ist gestern? was ist morgen? gibt es das überhaupt wirklich oder existiert es nur in unserer Vorstellung? Wir haben nach dem Schlaf alle einen gewissen Reset, aber die wirklich relevanten Sachen bleiben wohl…

ein Bild sagt mehr als Tausend Worte, ein Lied sagt mehr als Tausend Bilder

bitte folgendes Lied auf Youtube (bugsy malone – tomorrow never comes) anhören, bevor ihr weiter liest, oder während dessen, wie man will, kann…

ich blicke zurück auf den 17.03.2020 ein Anruf um 07:00 Uhr Früh von der Freundin eines guten Kumpels … ich solle kommen, da mein Hund Xsara starke Schmerzen hat und wir den Tierarzt anrufen müssen, dass er sie einschläfert, ich weiß genau warum, mir war es klar, Stafford Weibchen Xsara war 12 Jahre alt und ihre Gelenke versagten, wie bei einem Gladiator nach 4 Tagen durchgehenden Kampf,

der Gladiator musste mich 2015 mit 7 Jahren verlassen, da ich entschieden hatte mein Sohn Liam zu mir zu nehmen und ein Gladiator tut alles, um zu Gewinnen, wenn er muss oder es zumindest glaubt.

Jetzt war er weg, der Schutz des Gladiator und der Lockdown war da, also der Schutz war auch weg.

Welcher Schutz, naja, ihr wisst der Schutz, warum man sich keinen Vorrat Wasser für 14 Tage anlegt, der Schutz, warum man sich etwas kauft, was man nicht braucht, obwohl man etwas anderes wirklich dringend Braucht. Der Schutz der einen Beschützt.

Nur ging es nicht mir so, und andere suchten auch Schutz und ich Anschluss, aber nicht irgendwo online oder so. Sondern vor meiner Haustüre mit Nachbarn, die ich wohl erst, wenn überhaupt, in 3 Jahren kennengelernt hätte. Eine Gemeinschaft formiert sich, man wird wachsam, nimmt die Umgebung wahr. Man grüßt sich wie am Feld die Bauern.

Das bleibt, mit dem Grüßen, zumindest bei uns am Berg im 19ten

Genug geschrieben,

ich war auf der Donauinsel und hab 5 Fotos für den 10 Dezember gemacht.

Türchen 9 (von Christine)

Letztes Jahr habe ich einen Beitrag über die Zunahme psychischer Erkrankungen in der Postmoderne geschrieben. Ich wählte dieses Thema wahrscheinlich, weil ich selbst unter einer chronischen depressiven Stimmung (auch Dysthymie) leide. Zeitweise hatte ich auch Angst,- und Panikattacken sowie Phasen von Derealisation. Die Dysthymie hört sich schlimmer an als sie ist. Es gibt Phasen, manchmal ist sie mehr, manchmal weniger, präsent. Und zeitweise, so wie jetzt, ist sie fast völlig verschwunden. Als sehr belastend hingegen erlebte ich die Panikattacken und die Derealisation. 2019 war ein Jahr wo ich viele Phasen hatte in denen es mir so ging. Und dies wird auch der Grund gewesen sein, warum ich dieses Thema wählte.

Heuer möchte ich darüber berichten was ich für mich im letzten Jahr gelernt habe. Über mich und über den Umgang mit mir selbst. Entscheidend waren für mich drei Dinge:

1: Triff Entscheidungen
2: Prokrastiniere nicht
3: Lass Gefühle zu

Ich bin ein sehr unsicherer Mensch. So gefestigt ich auf viele Leute wirke, so unsicher bin ich oft innerlich. Und so sehr schwanke ich auch in meinen Einstellungen. Ich habe jahrelang keine Entscheidung für meine Zukunft getroffen. Immer waren die Themen der zukünftigen Wohnsitznahme (in Wien, am Land, Haus oder Wohnung…) präsent. In einem Monat war ich der Meinung, ich bleibe in Wien, im nächsten der, dass ich ganz sicher hier weg will. Und so trat ich auf der Stelle. Jahrelang. Dieses Jahr habe ich eine Entscheidung getroffen. Nicht nur dafür, sondern auch für den Mann, den ich liebe. Und auch wenn es immer noch Momente gibt, in denen ich zweifle, so bemerke ich doch, um wie viel besser es mir geht, seit das so ist.

Ein weiteres Thema für mich war das Aufschieben von unangenehmen Dingen, das Prokrastinieren. Sicherlich, vielen von uns geht es so. Wir alle erleben Phasen in denen wir Wichtiges liegen lassen. Aber ich habe das chronisch getan, mit immer mehr Dingen, sowohl beruflich wie privat. Das Ergebnis davon war eine durchgehende Anspannung 24/7. Wenn ich frei hatte, konnte ich nicht entspannen, weil ich wusste was im Büro noch an Unerledigtem auf mich wartet. Wenn ich arbeitete, konnte ich es nicht, weil ich an das Private dachte. Überall herrschte Chaos, äußerlich sowie innerlich. Der Schlüssel zur Lösung war eine 6-monatige Berufspause, die mich zwang, vor deren Antritt bis auf die letzte Kleinigkeit alles zu erledigen. Im Anschluss hatte ich Zeit. Viel Zeit. Ich konnte nun das Chaos in mir ordnen, meine Prioritäten für mein Leben setzen. Und ich konnte endlich durchatmen.

Dies führt mich zum letzten Punkt: Gefühle zulassen. Wer so vieles vor sich herschiebt, hat keinen Platz für das Verarbeiten von Dingen, die außerhalb davon auf einen zukommen. Es wird verdrängt, man fühlt es nicht. Oder es kommt immer wieder hoch. Ich habe in diesen 6 Monaten mehr nachgefühlt und verarbeitet als jemals zuvor. Vieles davon war mir gar nicht mehr bewusst. Ich weiß noch immer nicht woher meine zeitweisen depressiven Phasen kommen. Aber ich weiß, dass meine Panikattacken und die Derealisation ein Ausdruck von ungelebten Gefühlen, von Verdrängung, und von Aufgeschobenem waren.

Dieser ganze Prozess führte dazu, dass ich mich nun frei fühle. Der Spruch „innere führt zu äußere Ordnung“ hat für mich nun eine ganz andere Bedeutung. So schön dieses Jahr war, mit meiner Berufspause, mit den Unternehmungen und Reisen (soweit dies aufgrund von Corona möglich war), so belastend war es auch auf anderen Gebieten. Der beste Freund meines Verlobten ist gestorben. Meine Großmutter liegt im Sterben. Der Terroranschlag von Wien hat mich sehr getroffen, weil ich auch beruflich damit zu tun hatte und habe. Das alles sind natürlich Dinge, die mich belasten. Aber nun bin ich innerlich geordnet. Ich erledige die Dinge die anstehen. Und ich weiß was ich will. Ein strukturiertes Leben, äußerlich wie innerlich, und eine Entscheidung für einen Weg führen dazu, dass ich mit Schicksalsschlägen nun besser umgehen kann. Ich habe Platz und Raum mich ihnen zu widmen.

Für mich waren die drei oben genannten Dinge der Schlüssel zu einem alternativen Umgang mit mir und meinem Leben. Psychische Erkrankungen sind vielfältig. Die Gründe dafür sind so verschieden, wie die Art des Erlebens bei den Betroffenen. Aber vielleicht gibt es ja doch den/die eine/n oder andere/n LeserIn dem/der es ähnlich geht. Und ganz vielleicht hilft mein Text ihm oder ihr auch ein bisschen. Einen frohen Advent euch allen.

Türchen 8 (von Elena)

Zur unbefleckten Empfängnis der Maria hatte ich Lust eine Ikonografische Darstellung zu illustrieren. Ich entschied mich allerdings zu Ehren der Adventfamilientradition für die Vanillekipferlfee. Doch im Stillen geht es eigentlich an diesem Tag um Sex bzw. seine befleckte Abwesenheit.

Als Künstlerin speise ich eine große Kraft aus meiner Libido, doch entgegen dem was viele Menschen darunter verstehen, ist sie für mich nicht nur die auf die Sexualität beschränkte Kraft, sondern die Lebenskraft selbst. Es braucht für uns Menschen das Männliche und das Weibliche um neues Leben entstehen zu lassen. Um Entwicklung in Gang zu bringen. Diese Kraft spüren wir natürlich direkt beim Sex, aber es sind auch Kräfte, die wir alle in uns tragen und anzapfen können. Als Frau trage ich wie jeder Mensch einen inneren Mann und eine innere Frau in mir. Carl G. Jung nannte diese beiden Pole Animus und Anima. Sind sie in Balance, fließt es in mir, das Leben, meine Ausdruckskraft, mein Wille und ganz allgemein mein Selbst. Aber mahl ehrlich. Andauernde Harmonie und Balance. Wann passiert das schon? Ein immer gleicher Tonus wäre ja auch etwas unlebendig. Für mich persönlich ist körperlicher Sex, die Liebe in einer Beziehung und auch die Beziehung dieser beiden Pole in mir ein Lernfeld ohne Ende. Habe ich ein Thema abgehakt, kommt schon das nächste daher.

Dieses Jahr begann ich in voller Fülle, innerer Sicherheit, meine Anima hatte so richtig aufgetankt und war in ihrer liebevollen Power. Das Frühjahr brachte mit dem Lockdown Veränderung. Ich machte mich als Illustratorin und Grafikerin selbständig. Was für ein Sprung ins Meer der Ungewissheit! Von 0 auf 200 Prozent wechselte ich von meiner empfangenden Anima in meinen kämpferischen und leistungswilligen Animus. Ich hackelte für mich, für meine gewonnen Kunden, für meine Ausbildung zur Kunsttherapeutin. Pause, kaum vorhanden. Die Beziehung zu meinem Partner war unglaublich nährend für mich in dieser Zeit. Ein Fleckchen Freiheit für meine Anima. Wohl wissend, dass nicht mein Partner oder unsere Beziehung die alleinige lebensspendende Flamme sein sollte, war es zu dieser Zeit Großteils dennoch so und ich bin unglaublich dankbar. Im September starb ein naher Freund an Krebs, 36 Jahre, kein Alter, keine Chance. Mit ihm wurde meine langjährige Verbindung zu Oberösterreich begraben. Dazu gehörten: Jugendliche grüne revolutionäre Gedanken, Abschluss einer alten Liebe und Verabschiedung vieler Freundschaften. Trotz intensiver Gefühle, nahm ich mir nicht die Zeit zu trauen. Denn woher sollte ich diese Zeit nehmen?

Ich brannte und brannte weiter, weil stehenbleiben war für mich keine Option. Der Begriff Burnout scheint mir jetzt viel klarer als früher. Mein Animus peitschte mich voran, die Anima verkroch sich im letzten Loch. Ich wurde härter und strenger, riss mich zusammen und verlor Anteile meiner Lebendigkeit und Libido. Vor zwei Wochen verlor ich diesen einen großen Kunden dennoch, obwohl ich hart gearbeitet hatte und ich das Einkommen dringend benötige. Trotz existentiellen Fragen, die nun aufkommen, bin ich froh darüber. Denn so will ich nicht sein. Für das habe ich mich nicht selbständig gemacht. Ich will mehr Lebendigkeit, nicht weniger. Will meine Libido steigern. In meiner Sexualität, in meiner Partnerschaft und in meinem alltäglichen Sein.

Ich habe dieses Jahr viel für mich erreicht, kann stolz sein auf mich. Bin ich auch in gewisser Weise, mein erstes Kinderbuch erschien vor ein paar Tagen, ich habe Komfortzonen durchschritten, an die ich mich vor 2 Jahren niemals gewagt hätte und ich habe mich in einer der wirtschaftlich heftigsten Zeit selbständig gemacht. Jetzt brauche ich Mut zur Feinjustierung. Mich auch mal zu entspannen, wenn es weniger ist und weniger kann das Leben. Nur dadurch kann es Friede geben zwischen Anima und Animus, in mir die Vereinigung. Vielleicht wäre das ja meine ganz persönliche unbefleckte Empfängnis.

Türchen 7 (von Susanne)

Ich möchte euch heuer im Zuge des Türchen Nummer 7 an meiner persönlichen Entschleunigung teilhaben lassen. Kommt mit auf einen lichterfüllten, vorweihnachtlichen Spaziergang durch meine Heimatstadt Eisenstadt.

Wünsche euch allen eine schöne Adventszeit und ein frohes Fest!

Türchen 6 (von Jasmin)

Auch in diesem Jahr habe ich mich wieder dazu bereit erklärt, einen Beitrag für den blogsinn-Adventskalender zu schreiben.

Zunächst einmal wünsche ich allen einen schönen Nikolaustag und möchte auch ein paar Zeilen über die aktuelle Coronazeit verlieren. Wer sich noch an meinen Beitrag aus 2019 (04.12.) erinnert, der weiß, dass mein Fazit des letzten Jahres war, dass wir die Zeit mit unseren Liebsten genießen sollen, denn sie ist unser teuerstes Hab und Gut. Und kaum hat das Jahr 2020 begonnen, folgte der Lockdown, der uns auf zwischenmenschlicher Ebene total eingeschränkt hatte. Nicht nur, dass man von heute auf morgen nicht mehr im Büro, sondern nur noch Zuhause arbeitete, sondern auch Familie und Freunde konnte man nur noch bedingt besuchen oder treffen. Ich würde einmal behaupten, dass nun jeder weiß, wie wichtig dieser soziale Kontakt ist.

Aber dieses Jahr hatte für viele Menschen nicht nur schlechte Tage und ich möchte meinen Beitrag dafür nutzen, dass ihr die aktuelle Situation für einen Moment vergesst.

Habe ich letztes Jahr noch den Gedanken gehabt, aufgrund meiner Erkrankung ggf. nie Kinder zu bekommen, war im Januar die Freude, als ich die Nachricht erhalten habe schwanger zu sein, umso größer. Und dieses Geschenk ist für jede Familie ein wirkliches Wunder und sollte nie als eine Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Die Schwangerschaft war eine wundervolle Erfahrung und durch die viele Zeit Zuhause, konnte ich mich auch bestens auf die Zukunft mit Baby vorbereiten. Ich hatte ausreichend Ruhezeiten, konnte das Internet nach der richtigen Ausstattung durchstöbern und mein Mann das Mobiliar aufbauen. Wir waren somit Wochen vor der Geburt schon bereit, die kleine Maus in den Armen zu halten. Mitte September war es dann soweit, 9 Tage zu früh und nach einer schnellen zweistündigen Geburt, lag unsere Tochter auf mir. Von jetzt auf gleich nimmt dieses Wesen deine ganze Zeit in Anspruch und stellt deinen sonst so strukturieren Alltag auf den Kopf.

Für uns als Ehepaar und die ganze Familie ist dieses Glück unfassbar und nicht mehr wegzudenken. Jeden Tag erlernen diese kleinen Menschen etwas Neues und die Zeit vergeht wie im Flug. Umso schöner ist es, diese Momente zu genießen und diese Möglichkeit wird uns durch den aktuellen Lockdown gegeben. Das sehe ich auch an meiner Oma. Sie lebt normalerweise in der Türkei und kommt nur für zwei bis drei Monate nach Deutschland. In diesem Jahr konnte sie nicht zurückfliegen und hat deshalb diese positiven Geschehnisse in meinem Leben hautnah miterlebt und ist unendlich glücklich darüber und genießt das Uromasein in vollen Zügen.

Also bin ich trotz dieser Ausnahmesituation für jede einzelne Sekunde, Minute und Stunde dankbar und möchte diese Zeit nicht missen. Es gibt immer tolle Momente und Erlebnisse im Alltag, deshalb sollten wir optimistisch bleiben und unser Leben genießen. Ganz nach meinem Motto: Genieße jeden Tag und jede Nacht als wäre es dein(e) letzte(r).

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Weihnachtszeit und unvergessliche Momente.

Türchen 5 (von Cimo)

Bewusstsein schaffen – Mut schöpfen (aka TheDream)

Das Jahr 2020 wird kaum jemand vergessen, doch stellt sich die Frage wie geht man mit dem Erlebten um? Sieht man es als “Hallo Weckruf” um eine Veränderung an zu stoßen oder betrachtet man es nur als ein kurzes Beben und setzt danach sein Leben so fort wie bisher.

Mir hat dieses Jahr im wahrsten Sinne die Augen geöffnet, da ich durch die Dauerbeschallung von Medien oder der allgemeinen Reizüberflutung mir kaum Zeit genommen hatte um Inne zu halten und Gedanken zu machen über meine tatsächlichen Träume oder Herzenswünsche bzw. auch Ängste.

Verdeutlicht hat sich das Ganze im ersten Lockdown, es war eine Zeit wo sozusagen der Stecker gezogen wurde und man auf plötzlich seine sozialen Kontakte kappen musste und viele als vorher alltäglich relevanten Tätigkeiten wahrgenommene Dinge, wie ein Gastro Besuch oder Treffen mit Freunden auf ein Bier oder der Einkauf in der nächsten Shopping Mall nicht mehr machen konnte. Also so war man nun so gut wie immer zuhause und ich konnte mich entweder dafür entscheiden in eine digitale Welt abzutauchen und aus der Realität flüchten oder es doch als eine Chance zu sehen, sich fernab der sonstigen Ablenkungen sich mit sich selbst zu beschäftigen und die Umgebung bewusst wahrzunehmen.

Infolge des erwachten Bewusstseins habe ich den Mut gefasst einen neuen Weg einzuschlagen. Zunächst kündigte ich meinen damaligen Job, um mir noch mehr Zeit und Raum zu geben, da ich den Job nicht aus Überzeugung gemacht habe, sondern aus reinen Opportunismus bzw. auch der Angst keine bessere Chance zu erhalten. Ich setzte mich auch erstmal bewusst mit meinen Ängsten auseinander und hatte erkannt, dass man die Angst zu Versagen nur bekämpfen kann indem man sich der Angst stellt und nicht den Weg des geringsten Widerstands sucht.

Danach hat es etwas Zeit benötigt, mir klar zu werden, was ich genau tun möchte. Auf jeden Fall sollte es etwas sein, wo ich mich sozial engagieren kann, da ich immer schon gerne mit Schulkollegen/Arbeitskollegen oder Freunden mein Wissen geteilt habe. So bin ich auf die Idee gekommen, in die Lehre zu gehen! Hier habe ich die Chance jungen Menschen wichtige Dinge mitzugeben, wie das kritische Hinterfragen und Denken was in diesen Tagen immer wichtiger wird. Besonders liegen mir die sozial benachteiligten Kinder am Herzen, die sicherlich durch die Krise noch stärker benachteiligt wurden.

Schlussendlich liegt die Möglichkeit unser Leben zu ändern in unseren Händen, dazu muss die Verantwortung für unser Handeln übernommen werden, ein Verleugnen oder Wegschauen wird uns zwangsläufig nicht weiter bringen. Wir müssen uns bewusst Sein, dass es Zeit zu handeln ist. Die Krise hat offenbart, wie fragil alles ist und Wirtschaftsinteressen oftmals über den Wohlbefinden von Menschen liegen.

Wir brauchen MUT zur Veränderung & Integrität um langfristig eine bessere Welt zu schaffen, doch hierzu ist eine bewusste Wahrnehmung notwendig und kein Versinken in unsere Blasen. Verschließen wir nicht länger die Augen und fordern MENSCHLICHKEIT ein gegenüber der Akkumulation von FINANZMITTELN.