Loslassen (von Frieda Notter)

Ich habe jemandem unvorsichtigerweise gesagt, ich könne übers Loslassen schreiben, woraufhin mich jemand beim Wort genommen hat und ich jetzt übers Loslassen schreiben muss. Dabei kann ich gar nicht übers Loslassen schreiben. Weil ich nicht loslassen kann. Und ich glaube das liegt daran, dass ich gar nicht festhalten kann. So wie eigentlich überhaupt niemand festhalten kann, zumindest nicht jemand anderen festhalten kann. Aber der Reihe nach.

Ursprünglich wollte ich so etwas schreiben wie: wir müssen gerade die Menschen, die wir lieben (manchmal? immer?) loslassen. Denn wir wollen ja, weil wir sie lieben, dass sie frei sind. Manchmal ist Loslassen aber sehr schwer. Weil wir die Menschen eben lieben und immer in unserer Nähe haben wollen. Dann müssen wir uns zwingen sie loszulassen, aus Liebe. Weil die höchste Form der Liebe eben ist, dass wir wollen, dass es der anderen Person gut geht. Und manchmal (immer?) geht es einer anderen Person eben erst gut, wenn wir sie loslassen. „Ich lass Dich so schnell nicht mehr los“ wird als Liebeserklärung verstanden. Kann aber auch eine Drohung sein.
Ganz besonders wichtig bei Kindern. Die lieben wir. Und die möchten wir immer bei uns haben. Das wäre aber das Schlimmste was wir ihnen antun könnten, dass sie glaubten, sie müssten immer bei uns sein. Also große Lebensaufgabe: aus Liebe loslassen lernen.

So in etwa wollte ich das schreiben. Vielleicht hätte ich mich sogar zu irgendeinem Kalenderspruch hinreißen lassen wie: „Was man liebt soll man loslassen – denn wenn es dann wiederkommt gehört es einem ganz.“
Klingt super, oder?
Ist aber ehrlich gesagt scheiße.
„..gehört es (er? sie?) einem ganz“. Ernsthaft? Niemand gehört einem ganz. Nicht mal ein wenig. Menschen gehören einander nicht. Sie gehören maximal sich selbst. Maximal. Oder sind einfach.

Die Vorstellung, dass Menschen anderen Menschen gehören können und vor allem dürfen, ist eine kolonialistisch-rassistische (Sklaverei) oder auch eine biblisch-partriarchale: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist .“ (9. und 10. Gebot). Das Weib als Besitz, genauso wie das Vieh und das Haus. Erst gehört es den Eltern, dann dem Ehemann (das wäre jetzt wieder die Stelle, an der ich mich aufregen könnte über die unsägliche „romantische“ Hochzeitstradition, dass der Vater die Braut in die Kirche bringt und dort an den Bräutigam übergibt, tue ich aber nicht, keine Sorge ;-))

Das haben wir doch hoffentlich hinter uns gelassen.

Aber wenn wir das wirklich hinter uns gelassen haben, das mit dem Gehören, mit dem Behalten, mit dem Festhalten, wieso sollten wir dann überhaupt loslassen? Dann hätte ja auch das, was wir „loslassen“ nennen (die Person nicht mehr bedrängen, nicht mehr manipulieren, nicht mehr bevormunden…) noch den Geschmack des Gehörens, Behaltens, Festhaltens, die Überheblichkeit des „Ich weiß besser was gut für Dich ist und deswegen lasse ich Dich jetzt los“.

Gut, wir können innerlich loslassen. Wir können den Gedanken loslassen, dass unser Glück von der Anwesenheit dieser Person abhängt, dass wir sie unbedingt dazu bringen müssen, bei uns zu sein. Wir können (und meiner Meinung nach auch: sollten) den Gedanken loslassen, dass wir Menschen besitzen können, dass „Du bist mein“ in irgendeiner Weise eine romantische (oder wenn schon romantisch dann wenigstens nicht handlungsleitende ) Idee sein könnte. Aber wir können – wenn wir einem Menschen mir Respekt begegnen – ihn nicht loslassen, weil wir hoffentlich nie geglaubt haben, ihn festhalten zu können oder zu dürfen (was ja genau genommen nur durch Manipulation seiner /ihrer Gefühle möglich ist).
Wenn wir Menschen diesen Respekt für ihre Eigenständigkeit entgegenbringen, dann können wir sie durchaus um etwas bitten: „Ich würde mich freuen, wenn Du Zeit mit mir verbringen wolltest, ich hab Dich gern.“ und wir können ihnen auch sagen: „Ich wünsche mir so, dass Du glücklich wirst, denn ich liebe Dich.“. Wir können sie fragen, was sie sich von uns wünschen: „Wäre es Dir lieber, ich rufte Dich erst einmal nicht mehr an?“. Wir werden aber wohl weder sagen „Ich lass Dich jetzt los, denn es ist besser so für Dich“ noch „Ich bin für Dich da, denn Du brauchst mich ja“. Weil Menschen keine Dinge sind, die unserer Pflege und Sorge bedürfen, können wir davon ausgehen (wenn sie nicht gerade sehr jung, sehr krank oder sehr verwirrt sind), dass sie selbst wissen, was gut für sie ist. Sehr schön finde ich deswegen eine Abschiedsformel, die ich in letzter Zeit öfter gehört habe, und die mich jedes mal hat lächeln lassen weil sie impliziert, dass ich es kann und die Person möchte, dass ich es tue: Pass gut auf Dich auf!

In diesem Sinne : Passt gut auf Euch auf!

Was denkt Ihr? Macht das Konzept des Loslassens für Euch in irgendeiner Weise Sinn? Kennt Ihr den Gedanken, einen Menschen festhalten zu wollen? Wie geht Ihr damit um? Ich weiß, dass das wahrscheinlich eine kontroversieller Text ist. Deswegen: Keine Sorge, ich freue mich über Widerspruch und Diskussion! Das zeigt, dass mein Text gehaltvoll ist (so wie eine Theorie nach Popper nur dann als wissenschaftlich gelten kann, wenn sie grundsätzlich widerlegbar ist) und dass Ihr ihn ernst nehmt!

Sommersonnenuntergangsparty 2018 am Fr. 3.8. ab 17Uhr

Liebes Partyvolk,
am Freitag den 3.8. findet ab 17Uhr die Sommerpartyder absoluten Superlative statt:
Die Sommersonnenuntergangsparty 2018 powered by blogsinn.at
Getanzt, gechillt und durchgedreht wird auf der Summerstation (www.summerstation.at), welche direkt bei der Brigittenauer Brücke liegt, zu Fuß ca. 15min von der U6 Station Neue Donau und 20min von der U1 Station Donauinsel. Die Summerstation ist eine coole Open-Air Location am Wasser auf der Donauinsel. Sie ist eine Mischung aus Bar–Restaurant (Heimat des herausragendsten indischen Essen der Welt) und Club. Euch erwartet pures Urlaubsfeeling mit Sonne bzw. Sterne, Sand und Wasser. Für die Relaxten gibt es Liegestühle im Sand und für BewegungslieberhaberInnen eine große Tanzfläche, wo wir vom späten Nachmittag bis in die Nacht nonstop auflegen werden.
Aber es wird nicht irgendwelche Musik aufgelegt, sondern vier weltbekannte Dj(ane)s werden sich die Discs in die Hand geben und die fettesten Beats spielen, die euer Hörsinn jemals vernehmen durfte. Also haltet euch fest und setzt euch besser hin, wenn ihr dieses Line-Up liest:
Sommersonnenuntergangsparty 2018 presents:
DJ – No1
Das Genie unter den Künstlern für organisierte Schallereignisse:

Der unglaubliche, unfassbare, fantastische und nudelliebhabende Linzerbua
😎 Parterre (DJ Set) 🤑
Es gibt keinen Bogen auf dem Wiener Gürtel, welchen er nicht schon mit seinen krassen Sounds beschallt hat.
DJ – No2
Immer selbstkritisch und niemals mit sich zufrieden strebt dieser Künstler nach der absoluten unerreichbaren Perfektion:
Der grandiose, atemberaubende, unvergleichbare und abgefuckt heiße Ladylover

😵 Dr. Critix aka DJ Marcmaneben 🙃

DJ – No3

Sie war schon groovy und funky bevor es das Wort Mainstream überhaupt gab:

Die legendäre, außergewöhnliche, sensationelle und fabulöse Motherfuckin Bitch der DJane Welt

😇 Haris Pilton 😈

DJ – No4
Und least but not last: Dieser DJ hat schon so viel erreicht, dass er sich einfach in der Welt des Glamours verloren hat und sich bis zur Veranstaltung erst mal wieder finden muss:
Der bewundernswerte und hammerharte
🤔 tba 😜
Seid wahnsinnig beispiellos gespannt!

Holy Shit, jetzt atmet erst mal ganz langsam durch, denn dass war nun wirklich die pure Sickness! Hört sich das alles nicht abartig insane an?!

Dann komm verdammt nochmal vorbei (Location ist übrigens familientauglich!) und flippe völlig aus! Aber vorher sag einfach noch allen Menschen, die du kennst und welche du ab sofort egal wo (Straße, U-Bahn, Facebook, Arbeit, Puff, Uni etc.) treffen wirst, dass die geilste Party des Jahrtausends am 3.8 ab 17Uhr auf der Summerstation stattfinden wird.

In freudiger Erwartung eines legendären Weltereignisses
Euer M to the A Marzel.

#Strandparty

#NICE
#gocrazy
#superkrass
#Sommersonnenuntergangsparty2018
Sommersonnenuntergangsparty 2018.jpg

Spaltung von Menschen (von Bora)

Nehmt ein Thema, strapaziert es über mit Fakten und Nichtfakten, erzeugt wirr warr, zwingt die Menschen, eine Meinung annehmen zu müssen, auch wenn ein Mensch dazu von sich aus nicht unbedingt eine Meinung haben will, aber muss, denn das Thema wird tagtäglich wichtiger, präsenter.
Reizt es aus, macht es allgegenwärtig.
Nun geht verloren und unter wo das wahre Problem entsteht.
Aus verschiedenen Gründen verfestigt sich die Meinung über eine bestimmte Zeit in die eine oder andere Richtung.
Nun wird man aber in seiner Menschlichkeit ausgetrickst.
Die, die deine Meinung absolut nicht teilen, egal wie nah man zueinander ist, man kann es nicht fassen, dass es so ist, man hielt diesen Menschen einst für vernünftig.
Es infiziert die komplette Beziehung, so sehr dass man da nicht mehr rauskommt.
Traurigerweise gibt es meistens kein Zurück in die maximale Sympathie, die man hatte, außer man ist schlau. Mit schlau meine ich, wenn man zu 15-20% der Menschen gehört.
Weltoffen, tolerant ist und über alle Gedanken, die dieser Planet braucht und die diesen Planeten retten würden, verfügt.
Aber selbst dann wird es äußerst schwer.
Denn jeder Disput darüber schadet der Beziehung.
Man ist erschüttert in einem ganz wichtigen Punkt und führt dazu, dass man eine der wichtigsten Eigenschaften des Anderen in Frage stellt:
Das Vertrauen in sein immer fortwährendes und vernünftiges Denken und Handeln.
Um das zu Erreichen, braucht man keine unterschiedliche Herkunft, Hautfarbe oder Religion der Menschen.
Man schafft die Spaltung sogar unter Blutsverwandten.
Das ist eine der höchsten Stufen der Intrige.
& bleibt dennoch verborgen.
Hier der Zugang.

1. Blogsinner Philosophierunde am Do. 5.7. 19:30Uhr

Liebe Weisheitsliebenden,

am Donnerstag den 5.7. findet um 19:30Uhr die erste Blogsinner Philosophierunde statt. Die Idee von der Runde ist, sich irgendwo an einem gemütlichen Ort zu treffen und miteinander über verschiedene Dinge, welche uns alle betreffen, zu reden. Es wird keine Frontalveranstaltung von mir sein, sondern ein gemeinsames Gespräch. Und falls wir Freude daran finden, soll in regelmäßigen Abständen ein anderes Thema aus der Welt von Blogsinn besprochen werden.

Unser erstes Thema lautet: Glück

Da wir uns in einem Alter der (Sinn)Krisen befinden, ist die Frage nach dem Glück für uns doch ziemlich essentiell. Wir wollen an diesem Abend über folgendes philosophieren: Was bedeutet eigentlich Glück und glücklich sein? Warum sind wir ständig auf der Suche danach und selbst wenn wir denken es gefunden zu haben, beginnen wir meistens wieder neu zu suchen? Warum können wir Menschen eigentlich nicht von Natur aus einfach glücklich sein? Wie können wir es schaffen dem Gefühl der Glückseligkeit so Nahe wie möglich zu kommen?

Gleich vorweg, ich habe leider keine universelle Antworten 🙂 😦
Aber im gemeinsamen Gespräch findet bestimmt jede/r etwas zum Mitnehmen.

Wichtig: Nicht jede/r die/der teilnimmt muss was sagen, das kann auch spontan entschieden werden und natürlich sind auch Zuhörer erwünscht.

Ort wird noch mitgeteilt und wird je nach Wetterlage draußen oder drinnen stattfinden. Außerdem hat auch die Teilnehmerzahl einen Einfluss darauf, deshalb bei Interesse bitte melden, damit ich planen kann.

Ich freue mich auf eine interessante Runde
Marcel

Blogsinn auf Urlaub (von Marcel)

Liebe Leute, Blogsinn meldet sich aus der Schaffenspause wieder zurück. Zufälligerweise war ich zur selben Zeit wie Blogsinn auf Urlaub, geistig wie auch physisch ;-). Und auch wenn dies kein Blog der Urlaubsgeschichten sein soll, so möchte ich diesmal doch eine persönliche Erfahrung teilen.

Über die Medien erfahren wir sehr viel über unsere Welt. Wir wissen viel darüber, wie andere Kulturen leben, wie andere Vegetationen aussehen und wo welche Tiere leben. Es in Büchern oder im TV zu sehen, ist jedoch nicht das gleiche, wie es selbst zu erleben. Erst wenn wir es selber gefühlt und gespürt haben, dann wissen wir auch wie es wirklich ist. So wissen wir bspw. wie der Regenwald aussieht und welche Tiere sich darin befinden, aber wenn wir nicht in ihm gestanden sind, ihn mit den eigenen Sinnen wahrgenommen haben, wissen wir auch nichts darüber. Wir könnten vielleicht ein Bild vom Dschungel malen, aber keine Geschichte darüber erzählen. Erst wenn wir es selbst erlebt haben, dann verstehen wir, erst dann verändert es uns, weil es auf uns wirkt. Das habe ich erfahren, als ich im Amazonas-Gebiet war und einige seiner BewohnerInnen kennenlernen durfte.

Während meiner Reise durch Peru, welche insgesamt einfach nur atemberaubend war, haben mein Bruder und ich einige Tage im Dschungel verbracht. Von Iquitos, der Stadt im tiefen Dschungel, abgeschnitten von der Außenwelt und nur über das Flugzeug oder mit dem Boot über den Amazonas zu erreichen, sind wir mit einem Boot ca. 2 Stunden den Amazonas zu einer kleinen Lodge mitten im Dschungel gefahren. Dort waren wir die einzigen Gäste für 4 Nächte, insgesamt waren wir 6 Tage im Amazonas Gebiet, man ist geneigt zu sagen „nur“ und dennoch war es wohl die intensivste Erfahrung, welche ich jemals gemacht.

Mit einer Ausdehnung von 6,7 Mio. km² über 8 Staaten ist der Amazonasregenwald der größte zusammenhängende Regenwald der Erde. Der Amazonas ist 6.400 km lang und besteht aus über 1.000 Flüssen. Nirgendwo auf unserem Planeten ist man dem Leben und Tod gleichzeitig so nahe, wie am gefühlten Nabel der Welt. Eine unvorstellbare Vielfalt von Leben, 10% aller Tierarten weltweit sind im Amazonas zu Hause und viele von ihnen sind tödlich. Die Tiere sind dort allgegenwärtig, im Fluss schwimmen weiße Delfine, immer wieder sieht man eine Affenbande von Ast zu Ast schwingen, Adler drehen ihre Kreise, Schildkröten kriechen und Frösche hüpfen herum. Fledermäuse zischen in der Nacht über die Köpfe und die handgroßen Spinnen krabbeln die Bäume hoch. Immer wenn man im Wald unterwegs ist, hört man ein Rascheln oder Knacken, man ist nie alleine. Die Geräuschkulisse im Regenwald ist zwar auf der einen Seite ein wenig unheimlich, aber vor allem unglaublich betörend und magisch.

In der Lodge haben wir in einer kleinen Hütte geschlafen, wo es keine Elektrizität gab und welche nur durch eine Wand aus Bambusstöcken sowie Moskitonetze Schutz vor „draußen“ bot. Über Nacht hatten wir ein Walkie Talkie, welches wir benutzen sollten, falls wir etwas bräuchten. Eine Person von der Lodge war die ganze Nacht über wach. Das Moskitonetz über dem Bett war nicht nur zum Schutz vor Moskitos, sondern man sollte es auch unter die Matratze stecken, so dass ungebetene Gäste nicht das Bett betreten können. Schuhüberprüfung vor jedem Reinschlüpfen ist genauso Pflicht, wie das komplette Schließen aller Taschen, Koffer und Rucksäcke. Bei jedem Toilettengang in der Nacht mit Taschenlampe beschlich einem ein beängstigendes Gefühl.

Für die Lodge arbeiten Ureinwohner des Amazonas Gebiets, diese sind mit uns auch jede Nacht in die Lodge mitgekommen und haben unser Zimmer nach Schlangen, Skorpionen oder Spinnen überprüft. Diese Menschen und ihre Vorfahren sind im Dschungel aufgewachsen, sie kennen nichts anderes. Es sind moderne Menschen, welche sich nicht gegen jegliche Neuerung stemmen, aber sich diese einfach nicht leisten können oder sie mitten im Dschungel schlichtweg nicht verfügbar sind. Sie haben keine Elektrizität, trinken das Wasser des Amazonas, waschen ihre Wäsche und baden darin. Wenn sie in die nächstgelegende Stadt wollen, brauchen sie mit ihrem selbstgebauten Boot ca. 3 Stunden. Dort ist auch das nächste Krankenhaus, falls etwas passiert. Mit diesem Boot haben sie uns herum gefahren und uns ihrer Community vorgestellt. In unserer Zeit im Regenwald haben wir mit Äffchen gespielt, viel von der Flora und Fauna gesehen bzw. über sie gelernt, haben Selbstgebrautes mit ihnen getrunken und eine spirituelle Ayahuasca Zeremonie mit ihnen durchgeführt. Das Gefühl mitten in der Nacht mit den Leuten in einer offenen einfachen Hütte im Dschungel zusammen zu sitzen, zu trinken und lachen, während draußen Schlangen, Affen, Faultiere, Kaimane, Skorpione, Jaguare, Spinnen, Riesenameisen herumtollen (das Gebiet ist die Heimat von 2,5 Millionen Arten Insekten, Zigtausenden Pflanzen und 2 000 Vögeln und Säugetieren), ist mit Worten nicht zu beschreiben. Genauso wenig wie zu Mitternacht auf dem Amazonas durch den Amazonas zurück zum Schlafplatz zu fahren/gehen.

Die Einheimischen haben den schmalen Grat wunderbar gemeistert, dass sie uns auf der einen Seite immer ein Gefühl der Sicherheit gegeben und uns doch so Nahe wie möglich an ihre Welt herangeführt haben. So durfte man z.B. bis ca. 17Uhr an vielen Plätzen im Fluss baden (keinesfalls überall, manche sind piranhaverseucht), aber danach kommen dann der Zitteraal und “other creatures” aus ihren Löchern gekrochen. Zeigt man ihnen einen Tier, kennen sie den Namen und wissen fast alles darüber. Sie wissen alles über den Amazonas, ihren natürlicher Lebensraum. Und das Imponierende war, wie sie mit ihrer Natur umgehen, wenn sie z.B. Müll im Wasser liegen sehen, machen sie teilweise einen Umweg um ihn herauszuholen. Sie wissen, dass diese Natur ihr Leben bedeutet.

Sie leben in unglaublicher Demut und das liegt daran, dass sie sich selbst nicht an der Spitze der Kette unserer Natur wähnen. In ihrer Community leben ca. 200 Personen und im letzten Jahr sind zwei Personen durch Skorpionbisse gestorben. Sie wissen, dass sie jederzeit verletzt oder getötet werden können. Aber sie sind deswegen nicht unglücklich oder verängstigt, im Gegenteil, sie verehren ihren Lebensraum. Wenn sie über den Amazonas reden, dann voller Wertschätzung, Ehrfurcht und Liebe. Das spürt man mit jeder Faser. Das war mehr als beeindruckend, ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie frei diese Menschen waren. Sie haben einfach ihren Platz gefunden, als Teil von etwas Größerem. Sie leben im echten Einklang mit der Natur.

So sind wir den Einheimischen des Amazonas, obwohl wir ihnen in so vielen Dingen voraus sind, in den wirklich essentiellen Dingen weit hinterher, weil wir unsere Wurzeln zur Natur verloren haben. Wir versuchen die Natur zu zähmen und unsere Verbindung zu ihr zu kappen. Vor allem in der Stadt wird alles dafür getan uns vor der Natur zu „schützen“. Das mag Sicherheitsvorteile haben, aber auch große Nachteile, weil wir nicht mehr wissen woher wir kommen, dass wir ein Teil von allem sind und nicht darüber stehen. Wir Menschen fühlen uns als die Könige der Erde, fühlen uns ihr überlegen. Wir denken, wir haben uns die Natur und unsere Erde zum Knecht gemacht, sie gebändigt. Damit irren wir uns aber gewaltig. Wer sind bitte wir lächerliche Menschen im Kontext der Erde mit einer Geschichte von ca. 4,6 Milliarden Jahren. Diese Überheblichkeit gilt es zu überwinden, sonst können wir nicht glücklich werden. Wir müssen wieder zusammenwachsen und dürfen uns da nicht raus nehmen. Außerdem wird die Erde irgendwann grausame und gnadenlose Rache an uns nehmen.

Die Amazonas Einheimischen haben mich durch ihre (Gast)Freundschaft, ehrliche Freundlichkeit und Liebe so nachhaltig beeindruckt, wie nie etwas zuvor. Wir haben in diesen 4 Tagen unsere Leben in ihre Hände gegeben und sie sind sehr sorgsam damit umgegangen. Ich habe allergrößten Respekt und Hochachtung vor ihnen und sie werden immer einen Platz in meinem Herzen haben. Der Amazonas mit allen seinen BewohnerInnen hat mein Leben für immer verändert!

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Liebesbrief an Superfly (von Marcel)

Pünktlich zur Party zum zehnjährigen Jubiläum von Radio Superfly (https://www.ottakringerbrauerei.at/events-fotos/event-detail/artikel/news/detail/superfly-birthday-night-2018/), wollte ich meine Gefühle für diesen wunderbaren Radiosender rauslassen und in einem Brief festhalten.

Liebes Radio Superfly,

das erste Mal nahm ich vor ca. 9 Jahren Notiz von dir, da habe ich immer wieder Werbung von dir in der Nähe vom Volkstheater gesehen, wenn ich dort herum geradelt bin. Das Logo fand ich ganz cool und funky, aber ich konnte mir nicht wirklich was unter dir vorstellen. Ich vergaß dich und viele Jahre zogen ins Land. Es war also nicht wirklich Liebe auf den ersten Blick. Während dieser Zeit hab ich eigentlich so gut wie nie Radio gehört, aber hin und wieder gutes über dich. Vor ca. 5 Jahren zog ich mit meiner Familie um, die Musikanlage bekam einen neuen präsenteren Platz und ich nahm mir vor generell mehr Radio zu hören. Ich zappte also durch die österreichische Radiowelt, welche mir doch sehr begrenzt erschien. Nach nicht ganz überzeugenden Ö1- und FM4-Erfahrungen erinnerte ich mich an dich: Superfly! Da war doch was! Soul, Funk, Jazz, Electro, das passt eigentlich. Ich hörte einige Tage rein. Das erste was ich heraus fand, war, dass ich so gut wie keines der Lieder welche gespielt wurde, kannte. Ich war mir nicht mal sicher, ob da überhaupt neue Lieder dabei waren. Aber egal, es gefiel mir, also hörte ich weiter.
In den darauffolgenden Wochen verschwand die anfängliche Skepsis und schon bald war ich unsterblich in dich verliebt. Seit dieser Zeit läufst du in so gut wie jeder freien Minute auf irgendeinem Device von mir. Ich höre dich, wenn ich auf dem Heimweg von der Arbeit bin und das erste was ich zu Hause mache, ist dich anzuschalten. Ich höre dich, wenn ich müde bin oder auch voller Energie. Ich lausche dich zugedröhnt, beim Spielen mit den Kindern, beim gemeinsamen Kochen, auf Grillfeiern mit Freunden, auf Familienfesten und allgemein, wenn die Wohnung voll ist; im Urlaub, auf Partys, im Sommer an der Donau, im Winter bei Schlittschuhlaufen und auch bei den intimen Momenten mit meiner Frau darfst du natürlich nicht fehlen. Du rundest einfach immer jeden Moment ab, ohne dich macht es halb so viel Spaß.
Und das wirklich Besondere an dir ist, dass du es schaffst, dass deine Musik einfach niemals nervt. Ich kenne keinen anderen Musiksender, bei dem es nicht nach einer Zeit zu viel wird. Du hingegen, liebes Superfly, kannst für Stunden im Hintergrund laufen, ohne das es irgendjemanden stört. Im Gegenteil, du bist oft die Energie, welche die Stimmung aufhellt und alles trägt. Und immer wieder sind dann Lieder dabei, welche man richtig laut hören möchte und wo man sich wie ein kleines Kind freut.
Ich finde es auch unglaublich, wie du immer wieder diese Perlen herauspickst und uns präsentierst. Du hast mir so viele Songs geschenkt, durch dich durfte ich so viele tolle Interpreten kennenlernen, dafür gebührt dir all mein Respekt, mein Dank und natürlich meine Liebe.

Und nun also dein 10jähriges Jubiläum. Ich wünsche dir allerliebste Glückwünsche und hoffe von tiefstem Herzen auf noch viele weitere gemeinsame Jahre. Du hast mein Leben bereichert, ohne dich würde ein Teil von mir fehlen. Du bist wie ein Familienmitglied, meine beiden kleinen Kinder wachsen mit „98,3 SSSuperfly!“ auf.
Du hast mir, meiner Familie und meinem Umfeld unglaublich viel Freude, Liebe und Kraft geschenkt und du bist immer für mich da, wenn ich dich brauche! Deine Musik inspiriert, tröstet und spendet Glück. Ich möchte alt mir dir werden und eines Tages, wenn ich 70 Jahre bin, werden die Kinder, wenn sie dich oder deine Musik hören, an mich und an unsere gemeinsame Zeit denken. Diese Momente werden uns für immer bleiben. Die Superfly Musik wird zu diesem Zeitpunkt natürlich schon historisch sein, wie für uns die Beatles oder Elvis, aber so ist das Leben, wir sind alle vergänglich und haben ein Ablaufdatum, aber wir müssen die gemeinsame Zeit nutzen, Momente teilen und Gefühle schaffen, welche wir unser ganzes Leben in uns tragen und uns für immer verbinden werden.Und genau das machst du, liebes Superfly und dafür liebe ich dich.

Euer treuer Hörer Marcel.

Vielleicht sehen wir uns auf der Party?!

Akzeptanz [überarbeitet] (von Marcel)

Aufgrund der Bitte, es nochmal zu überarbeiten bzw. zu erweitern und weil es ein besonders wichtiges Thema für mich ist, habe ich nochmal über die Akzeptanz geschrieben:

Es kann nur der frei von aller Last und Gram sein, der mit seiner Vergangenheit abgeschlossen hat, der das nicht Getane akzeptiert und mit dem Getanen Frieden geschlossen hat.

In unserem Leben treffen wir sehr viele Entscheidungen, täglich kleine und unwichtige und hin und wieder auch große lebensverändernde. Manchmal grübeln wir lange, welchen Weg wir wählen sollen, manchmal entscheiden wir aus dem Bauch heraus und manchmal übernehmen wir die Meinung von anderen Menschen. Einige Entscheidungen werden auch für uns getroffen, z. B. im Kindesalter von unserer Familie oder unseren Freunden. Dazu kommen biologische und soziale Grenzen, welche uns einen Weg vorgeben. Arme Menschen haben nicht die gleiche Auswahl wie reiche, kranke Menschen nicht die gleichen, wie gesunde.

Unser Leben ist also eine Mischung aus freien (sofern dies überhaupt möglich ist) und vorgegebenen Entscheidungen. Zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung können wir die Folgen nur sehr selten abschätzen, aber eines ist sicher:

Wir haben die Entscheidung aus gutem Grund getroffen!

Vielleicht wurde sie unter falschen Umständen getroffen oder war es ein Abwegen zwischen Pest und Cholera, vielleicht haben wir uns nicht viel dabei gedacht und damit die Wichtigkeit nicht erkannt, vielleicht ist sie zu spontan gefallen oder auch umgekehrt haben wir sehr viel Zeit investiert, bevor wir zu einem Entschluss kamen. Möglicherweise ist es auch einfach von einem hormonverseuchten Teenagerhirn ausgedacht worden. Wie auch immer es zu Entscheidung kam, wir dachten, sie wäre richtig.

Sich dies vor Augen zu führen, ist von enormer Bedeutung, wenn wir unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und auch unsere Zukunft bewerten wollen, denn ob die Wahl wirklich richtig war, können wir meist erst rückblickend herausfinden. Aus diesem Grund bleibt uns nur die Akzeptanz unserer Entscheidungen, auch wenn sie sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben oder wir es gerne anders gehabt hätten. So gut wie jeder Mensch hat solche wichtige Entscheidungen getroffen, die er heute bereut bzw. zumindest anders treffen würde. In der Familie, in der Schule, bei Partnerschaften, verpasste Chancen, enttäuschte Menschen oder man hat sich selbst nicht zu der Person entwickelt, die man sein wollte.

Es ist mühselig vergangene Entschlüsse im Nachhinein zu hinterfragen. Gleiches gilt für die Entscheidungen, die von unserer Familie und unseren Freunden für uns getroffen wurden. Auch hier wurde fast immer eine Wahl für uns getroffen, welche die handelnden Personen als gut erachtet haben, sie haben versucht aus ihrer Sicht alles richtig zu machen. Oder sie waren einfach nicht soweit und wussten nicht was sie tun. Ob ihre Wahl für uns wirklich richtig waren, das sei dahingestellt, aber sich dessen bewusst zu sein, ist wichtig. Dann müssen wir vergeben oder zumindest Gleichgültigkeit empfinden, jedes andere destruktive Gefühle würde uns unglücklich machen.

Nur wenn wir das verstehen und akzeptieren, können wir loslassen und uns in der Gegenwart bewegen. Denn gegenwärtige Entscheidungen sollten nicht zur Bereinigung der Vergangenheit dienen, außer natürlich es ist im seltenen Fall möglich, sondern sie sollten ausgehend von unserer Gegenwart die besten Möglichkeiten für unsere Zukunft ausloten.

Dabei bedeutet das Akzeptieren nicht, mit seiner Vergangenheit und den aktuellen Gegebenheiten völlig zufrieden zu sein oder dass man nicht versuchen soll, die Person zu sein, die man sein möchte. Aber eine Veränderung kann nur dann stattfinden, wenn man sich selbst kennen gelernt und akzeptiert hat. Nur auf dieser Basis können wir unsere Gegenwart beschreiben und unsere Zukunft definieren. Diese Akzeptanz ist ein ständiger Prozess und immer gilt es die Dinge aus den neuen Lebensumständen heraus zu bewerten. Unsere Vergangenheit hat unsere Gegenwart und Zukunft zu einem gewissen Grad schon vorgegeben und jede Entscheidung öffnet fast immer eine Tür und schließt eine andere. Wir können nicht alles haben, sondern wir müssen ständig Abwegen, Abstriche machen und Kompromisse schließen. Dessen müssen wir uns bewusst sein und damit müssen wir Frieden schließen, sonst wird es schwierig den Weg zur Zufriedenheit und zum Glück zu finden.

Wir lieben euch an jedem Tag!

Blogsinn liebt euch alle, so wie ihr seid, denn wir sind alle gleich. Wir versuchen den richtigen Weg durch unser Leben zu finden, alles richtig zu machen, uns und unser Umfeld glücklich zu machen. Das klappt uns mal mehr und mal weniger. Wir können uns aber nichts vorwerfen, denn wir sind Menschen, was wissen wir schon!? Alles was wir machen können ist versuchen! Dafür müssen wir uns gegenseitig Kraft und Liebe schenken.