Reisen ist für mich ein wichtiger Teil meines Lebens. Es zeigt mir, wie es woanders aussieht, wie andere Menschen leben, fühlen und miteinander umgehen. Unsere Reise war für mich ein Einatmen. Ein großes, warmes, staunendes Einatmen.
Wenn ich an diese wunderschönen Wochen zurückdenke, tauchen zuerst die Gesichter auf. Menschen, die uns angelächelt haben, lange bevor wir überhaupt wussten, wie wir ,,Hallo“ in ihrer Sprache sagen. Menschen, die uns den Weg gezeigt haben, obwohl sie selbst in Eile waren. Menschen, die uns Dinge schenkten, obwohl sie selbst nicht viel besitzen.
Was ich an diesen Ländern am meisten bewundere, ist die Leichtigkeit, mit der Herzlichkeit geteilt wird. Sei es der vergessene Laptop, den wir zurückbekommen haben, die Snacks, die uns im Bus in die Hand gedrückt wurden, oder ein einfaches Lächeln, das von Herzen kam.
All diese kleinen Gesten, unscheinbar und gleichzeitig riesengroß.
Manchmal hat es mich fast beschämt, wie selbstverständlich diese Großzügigkeit fließt. Diese Handlungen waren ohne Erwartungen, getragen von reiner Menschlichkeit und Nächstenliebe.
Ich habe auf dieser Reise etwas gelernt, das sich schwer in Worte fassen lässt: Dankbarkeit ist nichts, was man übt wie eine Sportart. Sie passiert, wenn das Herz kurz stolpert und man merkt, wie viel einem geschenkt wurde. Einfach so.
Vielleicht ist das der wahre Reichtum dieser Menschen. Nicht Besitz, nicht Komfort, sondern die Fähigkeit, Verbindung zu schaffen, von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz.
Jetzt, im Advent, wo die Welt etwas leiser wird und man ein bisschen näher zu sich selbst rückt, denke ich viel daran zurück. Diese Reise hat mich weicher gemacht. Dankbarer. Aufmerksamer für das Gute, das uns begegnet, wenn wir offen dafür bleiben.
Vielleicht ist genau das der Spirit dieses Adventskalenders, ein kleiner Raum, in dem wir uns an das erinnern, was uns berührt hat, und es weitergeben. Meine Dankbarkeit reist jedenfalls immer noch mit mir. Sie hat sich irgendwo zwischen Hanoi und Phnom Penh in meinen Rucksack geschlichen und weigert sich seitdem, wieder zu verschwinden.
Ich möchte diesen Raum hier nutzen, um daran zu erinnern, nicht alles als selbstverständlich anzusehen und dankbar zu sein für das, was man hat – auch wenn das Leben manchmal nicht leicht ist. Am Ende ist Gesundheit das Wichtigste, und wir sollten diese Dankbarkeit nicht verlieren und mit Offenheit und Nächstenliebe durch die Welt gehen.
Wir wünschen euch eine wunderschöne und besinnliche Adventszeit.
Lara und Benedikt



