Türchen 22 (von Sarah)

Das Jahr 2023 geht zu Ende für mich mit einer Warnung fürs Leben. ” Pass auf dich auf ” und dem Gefühl der Dankbarkeit für alle, die für mich da waren. Dankbar durch euch gelernt zu haben Hilfe anzunehmen.

Allen ein schönes Fest. 

“Oma, ich bin müde. So müde von diesem Leben…“

„Nimm deine Müdigkeit, mein Kind, und wickle sie um dich. Wie eine Decke in den kalten Wintermonaten. Die Müdigkeit kommt, um dir ein Nest zu machen, um dich dazu zu bringen, bequeme Kleidung zu tragen, um dich in ihre warme Umarmung sinken zu lassen!” 

“Sie lädt dich ein, dass du in dir selbst bleibst. Zur Ruhe kommst. Ohne Kraft, ohne Gedanken, ohne Taten. Wie der Schnee, der alles bedeckt, um die Welt weicher zu machen, sie befriedet & dämpft, sie vor Lärm zu schützen. Akzeptiere die Flocken deiner Müdigkeit und lass dich ganz von ihr bedecken ihnen.” 

„ Aber ich könnte dort begraben sterben…“ 

„Nein mein Kind stattdessen wirst du wiedergeboren. Wie der Samen in der Erde. Widerstehe deiner Müdigkeit nicht, lehne sie nicht mit tausend Taten, tausend Absichten, tausend Schuldgefühlen ab. Sie will dich nur an die Hand nehmen und führen.“ 

“Du versinkst in der Leere. Genau dort, wo die Quelle jeder inneren Stärke liegt. Sie haben uns gelehrt, stark zu sein, indem wir Widerstand leisten. Aber erst in der Kapitulation entstehen die wahren Helden.“ 

„Ich habe Angst, Großmutter. Was ist, wenn mich die Müdigkeit vernichten wird?“ 

„Mein Kind, du hast keine Angst vor der Müdigkeit, sondern davor, die Kontrolle über dich selbst zu verlieren. Es ist an der Zeit, dass du dich dem Leben hingibst. Und damit gemeinsam die wunderbarsten Kinder hervorbringst: die Früchte deiner Seele!“ 

🌟🙏❤️❤ DANKE für diese weisen, wunderbaren Worte Elena Bernabè

Türchen 21 (von Erdoğan und Nuray)

Teil 1 von Erdoğan

For me personally 2023 was a year in which I struggled with my health. And in that sense it is good that the year ends soon and a new year begins.

I’ve been inspired this year by music. One of the highlights of the year was a concert of Steve Hackett.

In the concert I especially enjoyed the music which he made with Genesis, my all time favorite band. Last year my wife and I went to a Genesis concert.

Since it seems it will be their last concert and I was fortunate to be at one of their concerts in 1978, it was for me the end of an Era.

A poem that also inspires me is by Mevlana Rumi, translated by Coleman Barks.

Don’t worry about saving these songs!

And if one of our instruments breaks,
it doesn’t matter.

We have fallen into the place
where everything is music.

The strumming and the flute notes
rise into the atmosphere,
and even if the whole world’s harp
should burn up, there will still be
hidden instruments playing.

So the candle flickers and goes out.
We have a piece of flint, and a spark.

This singing art is sea foam.
The graceful movements come from a pearl
,
somewhere on the ocean floor.
Poems reach up like spindrift and the edge
of driftwood along the beach, wanting!

They derive
from a slow and powerful root
that we can’t see.

Stop the words now.
Open the window in the center of your chest,
and let the spirit fly in and out.

I hope this will als inspire you. Merry Xmas and Happy New Year for all!

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Teil 2 von Nuray
21. Dezember längste Nacht des Jahres

Der 21. Dezember ist nach alten türkischen Traditionen das Fest des NARDUGAN

Nardugan ist aus dem mongolischen Wort Nar (Sonne) und dem türkischen Wort Tuqan (Dogan) zusammengesetzt. Die Tataren nennen diesen Feiertag Koyash Tuga, den Tag der aufgehenden Sonne. Das Himmelskonzept und einige Bäume gehören zu den alten Glaubensvorstellungen, die für die Türken als heilig gelten und bei den Nardugan-Feierlichkeiten eine wichtige Bedeutung haben.

Der Nardugan-Tag gilt als ein Tag, an dem gemeinsam besondere und kostbare Mahlzeiten aufgetischt werden.

Vor allem wird Granatapfel gegessen und die Körner werden geteilt. Granatapfelkerne symbolisieren Fruchtbarkeit, Wohlstand und Familienzusammengehörigkeit.

Das Nardugan-Fest wird jedes Jahr am 21. Dezember besonders in Bodrum Gündoğan von den Einheimischen in festlicher Atmosphäre gefeiert.

Türchen 20 (von Bernhard)

Bad Taste X-Mas

Zum nahenden Geburtstagsfeste des beschlagenen Wanderpredigers und Instant-Winzers wollen wir uns heute einem wenig beachteten, aber zu du dieser Jahreszeit allgegenwärtigen Thema widmen: Dem schlechten Geschmack. Wie schon Besungener eindrucksvoll bewiesen hat, kann beispielsweise fragwürdige Schuhmode zu Stigmatisierung führen. Zur Weihnachtszeit jedoch gehört der optische Griff ins Klo sogar zum guten Ton. Den ultimativen Guide, wie du stilecht durch den Dezember kommst, findest du nur hier:

Ein No-Brainer ist die Musikwahl. Jeder noch so unbedeutende Schlagerinterpret hat schon sein Weihnachtsalbum rausgebracht, und nicht nur der, selbst ein Bob Dylan hat sich von seiner Plattenfirma – so wie einst der Jubilar – aufs Kreuz legen lassen und seinerseits ein derartiges Machwerk auf den Markt gebracht. Und selbst bei ihm dreht sich bei der Konsumation besagter Langspielplatte der Magen um. Das geht durch Mark und Bein, so wie hebräische Hunderternägel. Nichtsdestotrotz wenden die Plattenfirmen mit dem Weihnachtsalbenabsatz doch noch ihre drohende negative Jahresbilanz ab.

Ebenso fast schon witzlos ist der dicke Wollpullover, welcher vermeintliche nordische Strickmuster aufweist. Längst zum Gadget verkommen, erhält man solche nur mehr als Massenware aus Bangladesch, meist noch mit einem Schriftzug wie „Merry X-Mas“ eingewebt, um ja nicht in Gefahr zu laufen, dass die Intention verkannt wird, was dies denn darstellen solle. Und von wegen Wolle, vielmehr Polyacrylstyromethcarbonat oder so, die so richtig auf der Haut kratzt. Da kann so eine Dornenkrone schon einmal bequemer sein. 

Beileibe ist das aber nicht das einzige Mode-Gadget, welches schon mehrfach von den Toten auferstanden ist. Der absolute Megaburner ist ein Haarreifen, auf dem ein Plüsch-Elchgeweih befestigt ist. Absolut stichsicher ist man unterwegs, wenn dieses Elchgeweih so wenig wie möglich wie ein Elchgeweih aussieht, sondern höchstens wie ein verkrüppeltes Rudiment dessen. Das Wort Rudiment hat übrigens nichts mit Rudi, dem Rentier zu tun. Aber wenn du so wie ich Elche und Rentiere durcheinander bringst, bist du auf der sicheren Seite.

Beim Fenster- und Außenschmuck vertraue auf die Kraft der Elektrizität. Deine Wohnung sollte so grell leuchten, sodass sie jedem Nimbus noch so erleuchteter Heilande potenziell die Show stiehlt. Setze in der Farbwahl der LED-Leuchten möglichst auf Variabilität und verzichte keinesfalls auf eine Relais-Schaltung. Es soll so auffällig blinken, dass sich die ganze Nachbarschaft mit Schaum vorm Mund am Boden wälzt und zuckt.

Zu guter Letzt darf der Weihnachtsbaum nicht fehlen. Du denkst jetzt bestimmt an so eine abgesägte Jungtanne aus dem Kiefernwald. Um stilistisch garantiert daneben zu greifen und zusätzlich dem Waldsterben entgegenzuwirken, hol dir lieber eine Attrappe aus Polyfluoridinmethylaminoethylenacrylatin-Harz, die kannst du dann auch nächstes Jahr wiederverwenden. Sie sollte auch so wenig wie möglich wie ein echter Tannenaum aussehen. Wenn die Nadeln möglichst dick sind und auch noch neongrün fluoriszieren, hast du alles richtig gemacht.

Wenn du diese Ratschäge befolgst, wirst du garantiert von der Geschmackspolizei gegeißelt und gekreuzigt werden, ehe der Hahn dreimal kräht. Ich wünsche dir schlechtes Gelingen.

Türchen 19 (von Cimo)

Akzeptieren > Verstehen

Die hohe Kunst ist es seinen Liebsten Akzeptanz zu schenken und ihnen zur Seite zu stehen. Der Versuch Menschen/Umstände immer zu verstehen bzw. Anderen den Eindruck eines Verständnis zu vermitteln führt zu beiderseitiger Frustration. Oft sind die Motive rational nicht erklärbar und die Frage des Warums lässt sich nicht befriedigend beantworten.

Ich versuchte viel zu oft die Reaktionen zu verstehen, daweil ist ein aktives Zuhören und deinem Gegenüber das Gefühl von Akzeptanz zu geben viel Gewinnbringender. Nehmen wir uns die Zeit unsere Frau/Freundin, Kinder, Eltern und Geschwistern zu zuhören! In unseren hektischen Zeiten hat man es bei den vielen Eindrücken und Ablenkungen verlernt zu zuhören und sich auf ein Gespräch bzw eine Person einzulassen. Ein unaufrichtiches Verständnis schadet mehr als es hilft besonders wenn deine Mitmenschen diese Empfindung haben.

Besonders auch die eigenen Kinder wollen gehört werden und ringen um Akzeptanz.

Türchen 18 (von Kathrin und Thomas)

Beide haben wir in den letzten Wochen Verluste erlebt, Thomas sicher den deutlich schwereren. Manche Menschen können keine Musik hören (oder machen) wenn sie traurig sind. Wir haben gemerkt, dass sie uns guttut. Vor allem, gemeinsam mit anderen zu musizieren, tut uns gut. Und so hatten wir tatsächlich eine gute, fast ein bisschen ausgelassene Zeit wir vier (Thomas, seine Gitarre, meine Laute und ich), an der wir Euch gerne ein wenig teilhaben lassen.

Türchen 17 (von Jasmin)

Mutter, Haushalt, Lebenspartner und???

Im letzten Jahr habe ich darüber geschrieben, dass 2022 bei mir ganz im Zeichen der Selbstachtsamkeit & Selbstfindung stand und auch in diesem Jahr ging die Reise weiter und auch jetzt befinde ich mich immer noch nicht am Ziel. 

Doch mein diesjähriges Türchen richtet sich an alle Frauen, die sich nur noch in der Rolle Mutter, Haushalt, Lebenspartner sehen bzw. in diese Schubladen gesteckt werden, was in vielen Gesprächen der letzten Monate immer wieder zum Ausdruck kam.

Überlege dir doch bitte: Welche Rolle hast du noch? Fällt dir keine weitere ein? Dann helfe ich dir gerne auf die Sprünge:

Wie wäre es mit dir selbst als Rolle?

Genau diese Rolle verlieren Frauen häufig, wenn sie Mütter werden. Der ganze Alltag dreht sich nur noch um das Kind, die Familie und den Haushalt. Wenn dann auch wieder das Berufsleben dazukommt, sind alle 24 Stunden eines Tages durchgetaktet. Der Familie soll es gut gehen, das Zuhause muss perfekt aufgeräumt und geputzt sein, ein Essen soll zum Abend auf dem Tisch stehen und auch im Job gibt es Deadlines für diverse Projekte, die eingehalten werden müssen. Wenn dann noch etwas freie Zeit übrig bleiben sollte, wird diese mit dem Partner verbracht.

Doch genauso wie du Zeit mit deiner Familie verbringst, hast du das Recht, Zeit mit dir selbst zu verbringen: Sport zu machen, ins Wellness zu gehen oder Freundinnen zu treffen. Denn du bleibst immer noch die Person, die du früher warst. Also nimm dir diese Zeit! Teile die Arbeiten rund um den Haushalt und die Familie mit deinem Partner. Suche das Gespräch, wenn du unglücklich oder ausgelaugt bist.

Denn nur wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Kind und deiner Familie gut, weil du in stressigen Situationen dann entspannt und ausgeglichener reagieren wirst.

Also bleib du selbst und sei dir wichtig. Nehme wieder aktiv an deinem Leben teil. Fange doch am besten jetzt in den freien Tagen damit an. Ich drücke dir die Daumen!

Schöne Feiertage
Jasmin

Türchen 16 (von Daniel)

Weihnachtliche Reflexionen: Dankbarkeit in stürmischen Zeiten

Liebe Leserinnen und Leser,

die Vorweihnachtszeit bringt mich in diesem Jahr besonders zum Nachdenken über tiefgreifende Erlebnisse, die mein Verständnis von Vaterschaft und Dankbarkeit entscheidend geformt haben. Alles begann mit dem Versuch, einen Brief zum 70. Geburtstag meiner Mutter zu verfassen. Dabei wurde mir klar, wie sehr das vergangene Jahr von der Sorge um meine zweijährige Tochter geprägt war, die ein CT im Krankenhaus über sich ergehen lassen musste. Dieses Erlebnis öffnete mir die Augen dafür, was es wirklich heißt, Vater zu sein.

Die emotionalen Turbulenzen nahmen ihren Anfang, als meine Frau und ich unsere Tochter ins Krankenhaus bringen mussten. Sie war seit Tagen erkältet, hatte Fieber, stürzte oft und entwickelte ein besorgniserregendes Zucken mit dem Kopf. Tausend Fragen schwirrten mir durch den Kopf: Wird das Zucken bleiben? Hat sie sich beim Hinfallen am Kopf verletzt? Ist es etwas Ernstes?

Als wir in der Kinderambulanz ankamen, waren wir wie betäubt vor Sorge. Die Voruntersuchung durch den Oberarzt ließ nicht lange auf sich warten. Er hörte sich alles genau an und entschied schnell, dass ein CT notwendig sei. In diesem Augenblick, überwältigt von Sorge, wurde mir bewusst, was es bedeutet, Vater zu sein. Später erinnerte ich mich an meine eigene Zeit im Krankenhaus als Kind und wie besorgt meine Eltern um mich waren. Diese Parallelen waren überwältigend und ließen mich die Ängste meiner Eltern nachempfinden.

Die Erleichterung war immens, als sich herausstellte, dass das CT-Ergebnis negativ war. Unsere Tochter musste zwar noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, erholte sich aber vollständig. Das Zucken verschwand, und unsere Dankbarkeit wuchs mit jedem Tag. Diese Erfahrung lehrte mich, wie wertvoll Gesundheit und Familie sind.

In diesen besinnlichen Tagen vor Weihnachten denke ich oft darüber nach, wie wir gerade in schwierigen Zeiten den wahren Wert der guten Momente erkennen. Wir lernen, das Leben in all seinen Facetten zu schätzen – sowohl in den stürmischen als auch in den ruhigen Phasen. Diese Weihnachten symbolisieren für mich und meine Familie Hoffnung und Dankbarkeit. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten und jeden Moment zu wertschätzen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Mögen diese Tage für Euch und Eure Liebsten von Liebe, Frieden und vor allem Gesundheit geprägt sein.

Herzliche Weihnachtsgrüße,

Daniel

Türchen 15 (von Andi)

Lange Tage

Dezember. Die Zeit im Jahr, in der alles ein wenig langsamer wird. Die sich unaufhaltsam weiterdrehende Welt erlaubt uns einen Gang herunterzuschalten. Die Abende werden ruhiger, die Tage kürzer und je näher das Ende des Monats rückt, desto mehr Feiern, desto mehr freie Tage, desto mehr freie Zeit. Weniger Arbeit, weniger Müssen.

Für mich ist das dieses Jahr anders. Diese Tage nun, wo alle schon über Geschenke und Weihnachtsfeiern reden, sich auf die freien Tage freuen und beginnen loszulassen, diese Tage fallen bei mir mit der intensivsten Zeit des Jahres zusammen. Kaum Wochenenden, wenige Feiern und wohl nur wenige Feiertage. Die Welt dreht sich jeden Tag schneller und weiter und immer muss was passieren. Für mich fühlt sich das aber nicht so schlimm an: zum einen findet auch diese Phase wieder ihr Ende, zum anderen kann es ja auch etwas Schönes an sich haben, Dinge fortschreiten und sich entwickeln zu sehen.

Im Idealfall zumindest. Gänzlich anders verhält es sich, wenn der Fortschritt in eine Richtung verläuft, die man eigentlich vermeiden will. Bei einer Krankheit zum Beispiel, wenn diese mit fortschreitendem Verlauf immer schlimmer wird. Dann kann man plötzlich nur mehr zusehen, selbst nicht eingreifen, nur das Schicksal seinen Lauf nehmen lassen. Und so kommt es auch, dass meine Familie und ich momentan in der Gewissheit leben, dass, egal wie schnell sich die Erde heute dreht, sie schon bald für uns für ein paar Tage stehen bleiben wird. Gevatter Tod hat sein Kommen angekündigt. Monate oder Wochen, wir wissen es nicht, wir wissen nur: er kommt und wird mein Elternhaus besuchen.

Aber noch ist es nicht so weit. Noch dreht sich die Welt jeden Tag ein Stück weiter. Ob langsam oder schnell, aber mit genug Zeit für Feiern, genug Zeit für Freunde und für Freude, für Leben. Und auch mit genug Zeit sich daran zu erinnern, jeden Tag mit etwas weniger Müssen und etwas mehr Wollen beginnen zu können. Das Schöne sehen. Dafür sollte immer genug Zeit sein.

Türchen 14 (von Daran und Benny)

Liebe Leserinnen und Leser,

Daran und Benny hier! Wir möchten mit euch auf unglaubliche Reisen zurückblicken, die uns durch das vergangene Jahr begleitet haben. In unserem Türchen möchten wir euch einen Einblick in die positiven Erfahrungen geben, die wir während unserer Abenteuer rund um die Welt gesammelt haben.

Neue Kulturen und Begegnungen: Egal ob wir durch die engen Gassen von Rom schlenderten, in Albanien ins Wasser gesprungen sind oder durch orientalische Märkte geschlendert sind – jede Reise brachte uns einzigartige kulturelle Einblicke und Begegnungen mit inspirierenden Menschen.

Kulinarische Entdeckungen: Ein großer Teil unserer Reiseerfahrung besteht aus der Vielfalt der Gastronomie. Von traditionellen Gerichten bis hin zu exotischen Aromen haben wir uns in die kulinarischen Welten verschiedener Länder vertieft und neue Geschmacksrichtungen kennengelernt, die unsere Sinne erfreuten.

Abenteuer und Naturerlebnisse: Die Erkundung abgelegener Orte und das Eintauchen in die Natur waren Höhepunkte unseres Jahres.

Neue Perspektiven und persönliches Wachstum: Jede Reise hat uns nicht nur landschaftliche Schönheiten und kulturelle Schätze gezeigt, sondern auch neue Perspektiven eröffnet. Wir haben gelernt, über den Tellerrand zu schauen, unseren Horizont zu erweitern und sind als Menschen gewachsen.

Unser diesjähriges Blogeintrag ist voller wertvoller Erinnerungen und inspirierender Erlebnisse, die uns gezeigt haben, wie wunderbar und vielfältig die Welt ist. Auch wenn das vergangene Jahr voller Herausforderungen war, haben uns unsere Reisen stets positiv gestimmt und uns mit unvergesslichen Momenten beschenkt.

Wir hoffen, dass euch unsere Reisegeschichten genauso begeistern und inspirieren wie uns. Lasst euch von unseren Erfahrungen mitreißen und seid gespannt auf neue Abenteuer im kommenden Jahr!

Bis bald, Daran und Benny

Türchen 13 (von Richard)

Tauben zur Vorweihnachtszeit

Als wir letzthin im Bett lagen, hörten wir die Tauben gurren. „Was sie wohl zu erzählen haben?“ fragten wir uns. Und wie es der Zufall wollte, konnten ich kurz darauf ein Taubenpaar belauschen.

„Jetzt ist wieder diese helle Zeit in der finsteren Zeit, wo manche Straßen heller als sonst beleuchtet sind. Wie ich letzthin in den Westen geflogen bin, habe ich mich beinahe nicht ausgekannt, viele Straßen viel heller als sonst, mit seltsamen und vielfarbigen Gestellen, die in die Flugbahn gehängt werden. Wenn das irgendwelche Fallen sein sollen, um uns zu fangen, dann sind die nicht recht tauglich. Und warum werden die überhaupt nur in der kalten Jahreszeit aufgehängt? Haben die Menschen Hunger? Auf jeden Fall war es durch die zusätzliche Lichter viel Heller als sonst. Sehr hell war es in der Mitte der Stadt, Du weißt schon, bei dem hohen Turm, wo so viele Bekannte wohnen. Alles hell erleuchtet, und so viele Leute unterwegs. Wenn man sich erleichtern muss, muss man höllisch aufpassen, dass man nicht versehentlich wen trifft. Unser Ruf ist ohnehin der beste, da muss man schon ein bisschen Rücksicht nehmen, wo die Menschen doch so gut für uns sorgen. Und das ist nicht einfach bei dem Gewusel das mich immer an unsere Bekannten, die Ratten erinnert. So viele ununterscheidbare Leiber, die aneinander vorbei hetzen und man hat von oben überhaupt keine Ahnung was das für einen Zweck haben soll, dieses Gehetze, des Herumtragen von Dingen in unterschiedlichen Säcken, das Gedränge und Gestoße. Wir drängen uns ja auch immer wieder aneinander, vor allem im Kobel oder im Dachboden, vor allem wenn wir einander spüren wollen, also vor allem wenn uns kalt ist, aber bei diesen Menschen hat man nicht den Eindruck, dass das Gedränge diesen Zweck hat. Eher glaube ich, dass ihnen das Gedränge oft gar nicht angenehm ist, zumindest schauen sie nicht recht glücklich aus, aber was weiß ich schon.“ gurrte die eine Taube, ein hübsches klassisches Exemplar, mit grünen Gefieder am Hals und grauen Federn am Körper.

„Du wirst schon recht haben“ antwortete die andere Taube:“So richtig happy schauen die nicht drein“ (Wer hätte gedacht, dass auch Tauben denglisch gurren?) „Ich war letztens bei dem anderen hohen Turm, Bekannte besuchen, Du weißt schon, da bei dem Park, in dem alte Menschen hin und wieder eine Semmel spendieren, und wo der blecherne Mann am Dach steht. Da sind davor jetzt so viele Büdchen aufgebaut, und davor drängen sich die Leute, vor allem um den seltsamen Nadelbaum, der so grell leuchtet. Und manchen Menschengehen da rasch durch das Gedränge, manche stehen da aber fast unbeweglich in der Kälte herum und halten einen Becher mit dampfenden Getränken.“

„Ja“ ergänzte erstere Taube „das kenne ich, letzthin habe ich davon probieren können! In einem Becher, der auf den Boden gefallen war, war noch ein Rest dieser Flüssigkeit vorhanden. Eigenartig süß, ein wenig wie vergorenes Obst, aber viel intensiver. Kannst Du Dich an den Herbst erinnern, als wir herabgefallene Weintrauben genascht haben, die wohl schon lange herumgelegen sind? So ähnlich, aber ein wenig schärfer und süßer und mit einem unangenehmen Beigeschmack.“

 „Eigenartig, dass das den Menschen schmeckt.“ gurrte die zweite Taube „Aber die Menschen zu verstehen wird uns wohl nie ganz gelingen. Und ja, die stehen da herum und halten diese Becher in die Hand und auch da schauen nicht alle recht zufrieden aus. Warum trinken die von diesen Bechern, wenn es ihnen nicht schmeckt? Und dann diese bunten Teigformen, die so seltsam nach Gewürzen schmecken. Das konnte ich mal kosten, das hat nicht so übel geschmeckt – ein hohes Lob sei dem vielen Abfall der Menschen ausgesprochen! – aber die meisten Menschen essen das ja gar nicht, sondern hängen sich diese bunten Teigstücke um den Hals? Ganz absonderlich verziert, als ob es was zu bedeuten hat. Dabei ist diese Verzierung auch ganz har tun schmeckt gar nicht einmal so fein, wie es die Farbe versprechen würde. Gut ist das Essen der Menschen eben auch nicht immer, aber soll man wählerisch sein?“

„Da hast du vollkommen recht“ ergänzte die erstere Taube „Es steht unsereiner wahrscheinlich gar nicht recht zu am reichlichen Gabentisch der Menschen etwas auszusetzen. Was finden sich nicht alles für Leckereien gerade bei Ansammlungen von Menschen! Auch diese Maroni und Kartoffelstände sind ja wieder aufgestellt und im Betrieb und da gibt es in der näheren Umgebung eigentlich immer etwas zu finden. Aber ich kann nicht verstehen, warum um diese Jahreszeit soviele Menschen draußen herum eilen? Wäre es nicht viel gemütlicher in diesen Häusern? Zumindest mir gefällt es auf so einem Dachboden viel besser als draußen. Wenn nicht immer dieser Hunger wäre, würde ich wahrscheinlich die ganze kalte Jahres Zeit drinnen verbringen. Zumal man sich ja auch seines Lebens nicht ganz sicher sein kann – denn irgendwann passierts ja dann doch.“

„Was?“ fragt die zweite Taube „Was meinst Du?“

„Irgendwann passiert es“ wiederholte die erstere Taube „ und dann geht der Krach und das Geschieße und der ganze Wahnsinn wieder los. Einmal im Jahr – und es ist eigentlich immer dann, wenn es kalt ist – knallen die Menschen herum, als würde es keine Morgen geben. Kein Vogel ist sich seines Lebens sicher, man muss schon tüchtig hoch fliegen, um diesen leuchtenden brennenden Stäben auszuweichen. Und dann irgendwann zerplatzen sie, und verteilen Funken in der Luft! Und diese Funken schmerzen auf den Flügeln, das kannst Du mir glauben!

„Oh ja, stimmt, stimmt, ich glaube es Dir wohl“ antwortete die zweitere Taube „Auch ich habe schon meine – sehr, sehr unangenehme Bekanntschaft mit diesen leuchtenden Stäben gemacht. Was für ein gemeingefährlicher Unsinn! Rätselhaft, diese Menschen. Aber zu unserem Glück kündigt sich der Abend des Knallens meist schon an, immer wieder hört man das Geböller und Geschieße schon einige Tage vorher, bevor es richtig losgeht.“

„Dann wollen wir mal hoffen, dass wir rechtzeitig ein sicheres und ruhiges Plätzchen finden können“ sagte die erstere Taube und flog davon. Und so haben wir heuer einen kleinen Eindruck von der Vorweihnachtszeit aus Taubensicht bekommen.