Türchen 15 (von Ben)

Lessons from Japan to carry into 2026

I recently spent some time in Japan, and as the year wraps up, I keep thinking about the things the country does so well. It’s a place where calm and chaos coexist and where everyday life feels more intentional than anywhere else I’ve been. These are some aspects of Japanese life I’d like to bring back to Europe with me.

1. Wholehearted hospitality
People in Japan aren’t just polite – they’re genuinely pleased to help. Whether someone walked me to the right street or a shop assistant sent me off with a bow that felt like a blessing, there’s a sincerity to every interaction. These small acts of kindness have a way of landing softly but lasting a long time. There isn’t the same sentiment in the UK, but I’d love to bring a bit of it into other people’s days where I can.

2. Noticing the small rituals
Japan turns everyday habits into gentle rituals. Things like pouring tea, offering greetings, and removing shoes at the door –  these tiny pauses give shape to the day. They made me realise not everything needs to be rushed – some moments deserve to be acknowledged. I want to focus on both enjoying the small things in day-to-day life, and taking the time to do them properly and with purpose.

3. Respect, patience, and quiet generosity
What stayed with me most was how these things blend together in Japan. Crowds move calmly, queues form naturally, people wait their turn without impatience. There’s an unspoken respect for shared spaces, shared silence, and the people around you. It’s a way of moving through the world that makes everything feel gentler, smoother, and strangely more human. I can’t change British culture on the whole, but I can play my part by trying to move through the world with the same sense of respect.

4. Respecting food — and the moment you eat it
From neatly prepared convenience-store snacks to restaurant meals, food in Japan is treated with care. Eating feels like a moment to experience, not something squeezed in between tasks. At home, food often becomes a chore — what will we make, when will we cook? I want to take that back into my own hands and turn cooking into a small daily ritual: prepared with care, enjoyed with intention. After all, it’s something I’ll be doing for the rest of my life.

As 2025 winds down, these are the things I want to carry into 2026. If the coming year holds even a little of that, I’ll consider it a good one. If not… I suppose I’ll just have to book another flight to Tokyo.

I hope there’s something here you can relate to – maybe even something you’d like to bring into your own life.

Merry Christmas to you and your families.

Türchen 14 (von Richard)

Die Bitte ist, etwas Persönliches zu schreiben. Also gut, was Persönliches. Ich weiß aber nicht, ob es eine Geschichte ergibt, oder einen Zusammenhang mit irgendwas, oder letztlich überhaupt einen Sinn. Aber ich will schreiben, ich will, weil ich schreibe, denken, nachdenken. Möglicherweise bleiben nur ein paar Fragen übrig.

Heuer ist der Bruder einer Freundin gestorben. Einfach so. M war etwas jünger als ich, stand mitten im Leben, lebte gesund, achtete auf sich. Nichts deutete darauf hin, dass er bald sterben muss. Er hat sich Abends hingelegt und ist nicht mehr aufgewacht. Nicht einmal eine Obduktion konnte klären, woran er gestorben ist, einfach so. Auch das passiert.

M hatte eine tolle Beziehung zu seiner Schwester, sie haben nebeneinander gewohnt, sie hat ihn auch gefunden. Sie haben immer viel Zeit miteinander verbracht, ihre Leben miteinander gelebt. Deshalb habe auch ich M hin und wieder gesehen, ihn kennenlernen dürfen. Ein lebenslustiger Mensch, sehr schlau, humorvoll, begabt. Ich kannte ihn nicht besonders gut, aber er war ein Mensch, bei dem man sich wünschte, dass man ihn näher kennenlernen würde. Das geht nicht mehr, denn M ist gestorben, im August.

Der Tod von M hat mich beschäftigt, zunächst vor allem, weil seine Schwester leidet. Wir, die Freund:innen von ihr, haben versucht Trost zu spenden. Was lässt sich angesichts der Absurdität des Todes und vor allem dieses Todes sagen? Wie lässt sich Trost finden, Frieden finden, angesichts der großen Leere, der Lücke, der Dunkelheit, die der Tod hinterlässt? Wir haben versucht für sie da zu sein, aber was heißt das – die Lücke bleibt.

Natürlich habe ich auch nachgedacht, über den Tod von M. Über das Rätsel, das mir und uns der Tod von M aufgibt. Die eigene Endlichkeit, die Endlichkeit des Lebens, aber auch die Endlichkeit der eigenen Wirksamkeit. So viele Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Auch wann wir gehen müssen, oder unsere Liebsten. Die Aufgabe besteht darin der Endlichkeit wach ins Auge zu sehen und nicht daran zu verzweifeln. Beides ist eine Aufgabe.

M ist zu früh gestorben. Es ist nicht in Ordnung, dass jemand stirbt, ohne ersichtlichen Grund (also etwa risikoreiches Verhalten), so jung. Das Vertrauen, dass es da irgendeine Art von Fairness gibt, ist ausgehöhlt. Wahrscheinlich ist M der erste meiner näheren oder ferneren Bekannten, die verstorben ist. Jemand, der jünger ist als ich. M’s Tod hat Bedeutung für sich, und als Verweis auf etwas anderes. Bedeutung für sich hat sein Tod, weil M fehlen wird, weil er in unserem kleinen Freundeskreis immer eine Lücke hinterlassen wird, weil er seiner Schwester und damit immer fehlen wird. Und er ist ein Verweis auf anderes, auch die eigene Endlichkeit und die Endlichkeit von allem, die ohnedies niemand begreifen wird können. Kann man? Und natürlich ist der Verweis auf die Endlichkeit nicht nur ein Verweis auf den Endpunkt, sondern vielmehr auf die Zeit, die es bis dahin noch geben mag. Und diese Zeit gewinnt an Bedeutung, die Zeit ist das einzige, was wir haben. Und damit natürlich sofort die Frage, was macht man mit dieser Zeit?

Sich um Dinge zu kümmern, zu bekümmern, die man nicht verändern kann, ist ein bisschen vergeudete Liebesmühe. Vielleicht sollte der Fokus auf die Dinge gerichtet sein, die für uns veränderbar sind, die wir ändern können. Auf uns, unsere Beziehungen, auf unser Sein in dieser Welt. Der Tod ist das Problem der Lebenden, ist der einzige Trost, dem man sich schenken kann. Der Tod ist das Problem von uns, nicht von M.

Ich habe die Einladung zu schreiben und damit nachzudenken dankbar angenommen. Ich wünsche Euch allen Schöne Feiertage, wunderbare und besinnliche Rauhnächte und alles Glück der Welt im neuen Jahr!

Türchen 10 (von Jörg)

Du bist

Du bist die Sonne
Die alles andere erhellt
Bevor du einst versinkst

Du bist die Blumen
Die ein ganzes Tal beduften
Bevor du einst verwelkst

Du bist das Wasser
Das quirlt und belebt
Bevor du einst versickerst

Du bist der Sternenhimmel
Der nachts die Richtung weist
Bevor du einst verdunkelst

Du bist der Zauberwald
In dem Tiere und Elfen singen
Bevor du einst verklingst

Du bist die Luft
Die allen Atem füllt und erhält
Bevor du einst verdünnst

Du bist der Mond
Der alle Formen zeigen kann
Bevor du einst verschwindest

Du bist das Weizenfeld
Das ganze Sippen ernährt
Bevor du einst verdorrst

Du bist die Erde
Aus der man feste Häuser brennt
Bevor du einst verwehst

Du bist das Universum
Das in sich alles birgt
Bevor du einst vergehst

Du bist der Bergesgipfel
Den jeder Wanderer erstrebt
Bevor du einst vernebelst

Du bist das Feuer
Das die Herzen erwärmt
Bevor du einst verlischst

Du bist der Weltengrund
Aus dem alles Schöne quillt
Bevor du einst versiegst

Du bist der Tau
Der warm auf unsere Lippen fällt
Bevor du einst vereist

Du bist die Liebe
Die aus sich Liebe gebiert
Bevor du einst verloren gehst

Du bist
Was du bist
Jetzt

Türchen 3 (von Karo)

In der diesjährigen Ausgabe von “Karos Food for Thoughts” geht es um:

Ankommen

Hektischer Alltag, viele Überstunden, keine Hobbies mehr und kaum noch Zeit für Freunde und
Familie? Hamsterrad? Alarmstufe rot?

Warum fühlt es sich für mich nicht an als käme ich irgendwo an? Gehe ich zu viele Umwege? Und werde ich jemals da ankommen, wo ich eigentlich hinwill? Wie kann ich diese innere Unruhe stillen?

Ich atme einmal feste durch.

Aus allen Blickwinkeln versucht mein analytischer Kopf dem Herzen zu helfen und dem Thema auf den Grund zu gehen. Auf der Suche nach Antworten lese ich Bücher, stöbere mich durch bekannte und unbekanntere Gedichte, höre Podcasts und kontaktiere alte Bekannte, gute Freunde und meine Familie. Ich führe lange tiefgründige Gespräche, weine und lache zusammen mit anderen Menschen, denen es so zu gehen scheint wie mir. Auf diesem Weg mache ich sogar einige neue Bekanntschaften!

Da wird mir klar wie schnell die Zeit vergeht und wie wichtig es ist sich Zeit zu nehmen. Zeit ist kostbar und gewinnt noch viel mehr Wert, wenn man sie mit besonderen Menschen teilt.

Ich stelle mir die folgenden Fragen:

Wem bin ich bisher auf meiner Lebensreise begegnet? Wer hat mich beeindruckt, wer inspiriert? Wer hat mich aufgezogen und erzogen? Wer hat mich besonders geprägt und wem würde ich ungern noch einmal begegnen? Wen vermisse ich so sehr, dass ich gerne die Zeit etwas zurück drehen würde? Nur noch einmal die Stimme hören oder eine feste Umarmung teilen? Wer begleitet mich noch immer und auf wen kann ich mich hundertprozentig verlassen? Genau diese Menschen habe ich in den vergangenen Wochen gesucht und auf verschiedene Arten Kontakt aufgenommen.

Je mehr meine Gedanken kreisen, desto klarer wird mir, dass zum Ankommen auch eine Reise gehört. Vielleicht ist es gar nicht so gut so verkopft auf ein Ziel zuzurennen oder auf das Ankommen zu warten? Denn der Weg IST ja bekanntlich das Ziel. Und der darf auch länger sein als gedacht!

Hiermit wünsche ich euch allen eine wunderschöne ruhige Weihnachtszeit. Kommt dankbar für alle Abenteuer dieses Jahres im Neuen Jahr an und nehmt euch Zeit.

Ankommen

Ankommen, ein Moment, so still,
Wo der Weg sich legt, wo alles ruht.
Die Reise endet, die Füße still,
Und Frieden füllt den inneren Mut.
Kein Weiter, kein Hasten mehr,
Der Horizont, er bliebt nun klar,
Die Zeit, sie fließt nicht mehr,
Das Ziel ist nah, das Ziel ist da.
Der Atem wird ruhiger, der Blick weit,
Ein Ort des Friedens, der das Herz beglitten.
Erfüllt von Licht und Heiterkeit,
Hält der Moment, was wir lange fanden.
Ankommen, das ist nicht das Ziel,
Sondern das Gefühl, das uns umfängt,
Ein Lächeln, das die Seele spielt,
Weil hier alles ist, was uns fehlt.

Türchen 2 (von Martina)

Bald ist es so weit, das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu. Viele Tage, Wochen, Monate gefüllt mit Erlebnissen, Hoffnungen, Träumen, Ängsten und Erwartungen wurden gelebt. Was hat dieses Jahr für mich gebracht? Es hatte es auf jeden Fall in sich. Es war ein Jahr der Freundschaften, die sich entwickeln konnten, ein Jahr der neuen Begegnungen, ganz besonders viele Gefühle konnte ich spüren. Viele Momente der Traurigkeit und Wut habe ich erlebt, genauso intensiv wie Momente des Glücks, der Liebe, der Geborgenheit und Abenteuerlust. Ich schaffe es nach und nach alte Ängste, Erlebnisse und enttäuschte Hoffnungen loszulassen und mich dadurch freier zu fühlen. Mir wurde erst heuer so richtig bewusst, welche Verletzungen ich mit mir herum trage, dass ich nicht nur zu meinem Umfeld, sondern auch für mich Mitgefühl zeigen möchte, dass auch ich es verdient habe glücklich zu sein. Das ist ein großer Schritt für mich, ich habe das Gefühl zu mir zu finden und Stück für Stück zu heilen. Besonders bereichert fühle ich mich durch einen ganz bestimmten Menschen, der mich sieht und annimmt, mehr als ich mich annehmen kann mit meinen Schwächen und Besonderheiten. Erst seit wenigen Monaten gehen wir gemeinsam durchs Leben, Seite an Seite, Hand in Hand und es fühlt sich an, als würde sich ein fehlendes Puzzlestück nun gefunden haben und es nun ein großes Ganzes gibt. Es fühlt sich wie heimkommen an, ankommen. Das ist es, wonach ich mich gesehnt habe, geliebt und gesehen zu werden.

Danke an den Mann an meiner Seite ❤️ &  Danke an das Jahr 2024, dass ich dich so intensiv leben durfte. Ich freue mich auf deine Nachfolgerin 2025 ❤