Türchen 14 (von Ben)

I don’t think I’m alone when I say that, since leaving high school, I’ve felt somewhat overwhelmed trying to adjust to ‘adult life’ and managing the responsibilities and social pressures that accompany it. As a 16 year old, I only concerned myself with trying to fit in with the other kids and maintaining adequate marks in my classes. Admittedly, this time had its own pressures – popularity being the most salient element of day-to-day life. Who did you hang out with at lunch? Were you invited to the latest house party? Did you have a girlfriend yet? Whilst this was stressful in itself, I was aware that everyone else was in the same boat and my group of tight knit friends kept me in check.

Things have changed from (what I now realise were) the stress-free school days. Sticking to the same analogy, we have now ‘abandoned ship’ and I found myself struggling to stay afloat without the safety raft that was Craigmount High School. Seeing those with whom you shared a classroom, travelling the world, getting married and achieving success in their respective careers is of course wonderful; however, it serves as a constant reminder of the progress you have made in the period since. As someone who has lacked a calling in life, I always harboured a fear of falling through the cracks in society. I do appreciate that I am not an anomaly, in fact, more likely a stereotype of my anxiety-riddled generation. In a world where we now aspire to ‘Instagram influencers’ and have reality TV show stars as our role models, it’s important to remember that social media is not an accurate portrayal of an individual’s real life.

Whilst I understand my perception of everyone’s “perfect life” is a delusion, it can be difficult to avoid comparisons and to stay focused on myself. I have found it far too easy in recent years to live by my own misguided mantra, “if I don’t try, I won’t fail” and avoid taking any risks. The bucket list that I created as a teenager remains largely untouched whilst I count the years tick by. (Older readers will roll their eyes knowing that, at the time of writing, I’ve not long ago celebrated my 26th birthday). The emergence of Covid-19 has not helped in any way as any spikes of motivation have been promptly quashed by the latest government rules and restrictions. However, the feeling remains and I understand that, to overcome this feeling of being overwhelmed, I need to work on my motivation and mind-set in general. I need to do what I want to do, eliminate the fear holding me back and commit.

So, I’ll leave you with this. Carpe diem. Seize the day. Let’s make 2022 a year for doing.

Türchen 13 (von Sebastian)

Alleine auf dem Ringelspiel

Verspielt fallen vereinzelte Schneeflocken noch vom Himmel. Treffen sie auf den Boden verweilen sie einen Augenblick bevor sie sich verflüssigen.
Mates steigt soeben aus der Straßenbahn aus, atmet erfreut die winterliche Luft ein und erblickt wenige Augenblicke später den fast zur Gänze verlassenen Spielplatz.
Einzig das Ringelspiel ist in Bewegung. Eine Dame Mitte vierzig, ihre Einkäufe liegen in zwei Sackerln neben dem Ringelspiel am Boden, dreht sich im Kreis. Die Geschwindigkeit verrät, dass die Dame es vor kurzer Zeit mit aller Kraft in Bewegung gesetzt hat.
Nun sitzt sie, die Hände in ihren beigen Mantel gesteckt regungslos da und dreht sich im Kreis.
Ihre Miene ist völlig versteinert und sie scheint in Gedanken verloren zu sein. Das Ringelspiel dreht sich weiter und scheint sich in keinster Weise zu verlangsamen. Es ist erstklassig geölt und zeigt keine Ermüdungserscheinungen.
Mit jeder weiteren Umdrehung wirkt die Dame auf ihn trauriger. Die Leere in ihrem Gesichtsausdruck stimmt ihn nachdenklich und er wünscht ihr insgeheim, dass im nächsten Augenblick ihre Familie oder auch ein tollpatschiger Hund erscheint um die Szene zu verfröhlichen. Dem ist aber nicht so und die Dame dreht sich weiterhin einsam im Kreis. Nach vielen dutzend Runden mit ihrem versteinerten Passagier, scheint das Ringelspiel nun tatsächlich die Geschwindigkeit zu reduzieren. Dies macht den Anblick sogar noch ein Stück weit trister. Zuvor war zumindest noch Geschwindigkeit im Spiel und die Haare der sonst versteinerten Dame tanzten im Wind. Jetzt dreht auf dem weiterhin verlassenen Spielplatz die Dame regungslos ihre immer langsamer werdenden Runden.
Einige Minuten dauert die Szene bereits. Das Ringelspiel absolviert nun schleppend seine letzten Runden bevor es zum Stillstand kommt.
Bevor Mates einen weiteren, mit Traurigkeit und Einsamkeit verbundenen, Gedanken formulieren kann, passiert jedoch etwas Wunderbares.
In dem Augenblick als das Ringelspiel zum Stillstand kommt, erhellt sich das Gesicht der Dame und ein breites Lächeln ist zu sehen. Plötzlich ist sie nicht mehr Mitte vierzig, sondern höchstens Mitte dreißig wobei sie eigentlich wie ein sorgloses Kind wirkt, dass sich einfach des Lebens freut.
Sie ist wahrlich das blühende Leben und aus der Perspektive von Mates scheint auch die ganze Umgebung plötzlich aufzuhellen.
Die Dame steigt aus dem Ringelspiel aus, schnappt sich ihren Einkauf und spaziert zielstrebig los. Als sie gerade direkt an Mates vorbeigeht, hört er den Beginn ihres Telephonats in dem sie jemandem sagt, dass sie alles besorgt hat und in fünf Minuten eintrifft und sie gemeinsam kochen können.
Mates freut sich gewaltig, dass er die Situation völlig falsch interpretiert hat und erlaubt sich am Heimweg auch noch ein paar Runden auf dem Ringelspiel.

Türchen 12 (von Thomas)

T(w)ogetherness

Vielleicht ist es eine berufsbedingte Wahrnehmungsauffälligkeit oder einfach eine meiner Eigenheiten: Jedenfalls gefallen mir Zahlenfolgen, die in ausgeschriebener Form einen gewissen visuellen Reiz verspüren lassen. So hat mich das heutige Datum zu einer kleinen numerologischen Meditation inspiriert.

In der obigen Anordnung des heutigen Datums steht die Zahl 2 wie ein fester Stamm eines alten Baumes, der schon fast alle Äste verloren hat. Die 2 hält dennoch alles zusammen, sie verbindet verloren dastehende, einzelne 1en. In der momentanen Krisenzeit gibt es viele Dinge, die Menschen entzweien können. Bislang latent vorhandene, aber nie offen ausgetragene Konflikte werden entfacht und eskalieren. In einer Zeit solcher Anspannung finde ich es wichtig mehr auf Gemeinsames zu achten (in der Beziehung, in Freundschaften, beruflichen Zielen, …). Das ist oft schwierig, gibt aber langfristig mehr Halt und Sicherheit als die Durchsetzung des Egos.

Eine weitere Betrachtungsweise von “12. 12. 21” ist jene des Vorwärtskommens, verstanden hier als Weiterzählen. Zweimal geht es vorwärts (zweimal folgt auf eine 1 eine 2), es gibt allerdings auch eine Rückwärtsbewegung (auf eine 2 folgt eine 1). Das weckt das altbekannte Bild des “zwei Schritte Vorwärtsgehens, einen Zurückgehen” als Beispiel für ein nicht immer streng monotones, aber schlussendlich doch realisiertes Vorwärtskommen in der menschlichen Entwicklung.

Für die verbleibende zweite Hälfte der Adventzeit wünsche ich uns allen trotz Krise und Lockdown-Isolation, dass wir Formen des Gemeinsamen (wieder) finden und Gemeinschaft leben können.

Türchen 11 (von Richard)

ADVENT 

Advent, Advent, das Herzchen brennt
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
Dann liegt die Asche grau vor Dir,
Kompetent, wenn man es blind erkennt

Advent, Advent, die Seele flennt,
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
Ach so der Rauch, da graut es Dir,
Ein Moment, das ist konsequent

Advent, Advent, wenn’s weiter rennt,
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
Ein kleiner Schritt vom hier zum Wir,
Kompliment, wenn sich Liebe schenkt

Türchen 10 (von Frieda Notter)

Self-Care, wenn es niemand anderes tut?

Radikale Selbstfürsorge heißt ein Buch der Autorin Svenja Gräfen, das dieses Jahr erschienen ist und das postuliert, dass wir gut für uns selbst sorgen dürfen, ja müssen, wenn wir anderen helfen wollen und an unserem Aktivismus nicht ausbrennen wollen. Da geht es nicht nur um Yoga und ums Schaumbad, sondern auch um Ernährung, Schlaf und den rechtzeitigen Besuch beim Zahnarzt. Message: wir sind auch dann gute Aktivist*innen und Feminist*innen, wenn wir uns (auch) um uns selbst kümmern. Klingt gut oder? Und hört sich ja fast an wie ein Gegenmodell zu Selbstoptimierung und Selbstausbeutung. Doch ist es das?

Als der 2. (oder wars der 3.) Lockdown uns im letzten Winter mal wieder in die Selbstisolierung (und uns Eltern auch in die Erschöpfung) getrieben hat, erschien auch mir Selbstsorge als geeignete Form, mit Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Überforderung und Wut umzugehen. Ich bin an den Attersee gefahren, ins Sommerhaus der Schwiegereltern, hab so gut geheizt, wie es eben ging und mich mit einer Tasse Tee auf den Steg gesetzt und Wasser und Berge angeschaut.

Ich habe mir in der Blumenhandlung, die aus irgendeinem Grund offen haben durfte, regelmäßig frische Blumen gekauft sowie Schafskäse und Joghurt beim Schafshof im Dorf.

Ich hatte Nüsse und Südfrüchte, Badesalz, Bücher ohne Einschränkung, Künstlerbedarf und Wollsocken. Ich habe eine Podcastserie gestaltet, Ablenkung und Anregung hatte ich also auch. Hat es geholfen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, wie es ohne gewesen wäre. Aber wirklich gut ging es mir nicht. Wütend und traurig war ich, immer abwechselnd.

Inzwischen denke ich, dass all die Selbstsorge mühsam aufrechterhalten hat, was sonst nicht aufrechtzuerhalten gewesen wäre. Sie hat dafür gesorgt, dass ich weiterarbeiten konnte, weiter homeschoolen konnte, weiter familienmanagen konnte, halt mit kleinen „Aussetzer“ zwischendurch. Sogar einen Journalartikel habe ich in dieser Zeit geschrieben (der dann abgelehnt wurde). Ich habe also im Großen und Ganzen weiterfunktioniert, weiteroptimiert und ja, wahrscheinlich mich weiter selbst ausgebeutet. Deswegen erscheint mir, dass es eher so ist: Self-Care war und ist kein Gegenmodell zu all dem, sondern ein Bestandteil. Wir ruhen uns nicht aus, weil es schön ist sich auszuruhen, sondern weil wir es brauchen, um wieder leistungsfähig zu sein (die wunderbare Amrei Bahr hat dazu einen Radioessay (Link: https://www.deutschlandfunkkultur.de/work-life-balance-100.html) gestaltet).

Ein wenig stabilisiert hat mich dieses Self-Care Ding, richtig geholfen hat es aber nicht. Was hat dann geholfen? Ich erinnere mich an einen Anruf eines Freundes, ganz unerwartet, in der Adventszeit. Er hatte in seinem Adventskalender die Aufgabe bekommen, jemand anzurufen (und nicht über Corona zu reden). Es war ein unerwartetes und schönes Gespräch. Später dann hat es geholfen, Freund*innen wieder zu treffen. Und dann auch eine Psychotherapie, die ich im Frühsommer begonnen habe und die sich als eine der besten Entscheidungen überhaupt herausgestellt hat. Ich habe viel verstanden über mich und warum mir manche Dinge so Probleme machen. Und das war teilweise so schmerzhaft, so unangenehm, dass der Begriff Self-Care darauf so gar nicht passen will. Was ich dabei aber erfahren habe, war „Care“. Dass sich jemand anderes um mich kümmert, Anteil nimmt an dem, was mich bewegt und mich belastet. Und dass es OK ist – nein nicht nur OK, sondern wichtig und schön – das zuzulassen oder sogar darum zu bitten.

Ich habe in der folgenden Zeit einige weitere Erfahrungen machen dürfen, die mir gezeigt haben, wie wohltuend es ist, Gemeinschaft zu erleben, nicht alleine zu sein, nicht alleine alles schaffen zu müssen, Menschen zu haben, die für einen sorgen. Und natürlich auch, wie schön es ist, für andere zu sorgen. Ich habe bei Freund*innen an Küchentischen gesessen, vor mir ein Teller Essen, das sie für mich gekocht hatten, zwischen uns ein Gespräch. Ich habe mich in Betten gelegt, die andere für mich bezogen haben. Und ich hab mich in den Arm nehmen lassen, das kann man nämlich alleine auch ganz schlecht.

Was ist also besser als Self Care? Care! Die Erfahrung machen zu dürfen, dass sich andere um einen kümmern und eigene Wünsche und Bedürfnisse erfüllen. Dass sie es vielleicht sogar gerne tun.

Deswegen am Schluss ein Appell (ein anderer Autor hier schrieb einmal, Appelle seien keine sozialwissenschaftliche Kategorie, womit er Recht hat, aber das hier ist auch keine Sozialwissenschaft) und ein Angebot. Der Appell: verweigern wir uns der Idee, alles über Selbstsorge richten und abfangen zu müssen! Radikaler noch als radikale Selbstsorge ist der Verzicht darauf, sich immerzu selbst für die Dinge in Stand zu halten, die auf Dauer zum Selbstverzehr führen. Und stellen wir stattdessen die Sorge um andere (um ihrer selbst willen, nicht um ihrer Leistungsfähigkeit willen) ins Zentrum, genauso wie die Sorge anderer um und für uns. Und das Angebot: wenn es etwas gibt, was Euch guttäte, und das ich möglicherweise für Euch tun könnte, dann lasst es mich wissen. Vielleicht kann ich Euch den Wunsch ja erfüllen und eine gute Übung ist das Bitten jedenfalls. Es wäre mir eine Freude und Ehre!

Türchen 9 (von Roffo)

Adventuria, wir schreiben das Jahr 2021 nach JC, nach Gottes Sohn. Eigentlich komisch, da nach seiner Meinung auch alle anderen Gottes Kinder sind… Zu adventia, der Zeit vorm großen Fest, ist es üblich warme bunte Flauschpullover anzuziehen und auf happy zu machen und das gesparte für Geschenke auszugeben. Dann sagt man den kleinen Kindern, dass das alles Magie war und vom großen Adventurer kam…

Merke; Magie gibt’s ja nur, wenn man dran glaubt. 😇

Der heutige Tag ist Anlass genug, um zu sagen: Ich sehe die Zeit mit Pandemie in adventurien zur adventias Zeit als Gelegenheit langsamer ruhiger und achtsamer zu werden. Das Erste ist das Atmen, dann das Essen und zuletzt die Zeit an sich. Wir können keine Zeit sparen, weil wir immer gleich viel haben, nämlich das “now” (wow!!! 😳), sonst haben wir Erinnerungen und Wünsche. Das “now” sollte man wie einen uuuuur guten Kuchen von der Oma genießen, weil er soo eigen ist und mit Mühe und Zeit selbst gebacken. Jedenfalls hoffe ich, dass die Welt ruhiger, nachhaltiger und weniger gewinnorientierter wird… Dann könnten wir noch lange gemeinsam auf einen wunderschönen Boot durch adventurien reisen und die Umwelt und den Schnee genießen. 🤗

Türchen 8 (von 5)

Himmlischen Dank für Marcel’s erfüllte Bitte an die Bundesregierung, uns ein paar Tage zu Hause zu geben, damit wir uns voll auf die Blogsinn-Türchen konzentrieren können, sonst würde am heutigen Feiertag nur wie alle Jahre wieder der pure Konsumrausch und Shoppingwahn wüten, anstatt dass wir uns mit dem eigentlichen Inhalt der heutigen Feierlichkeit auseinander zu setzen.

MARIA EMPFÄNGNIS

… heile & fruchtbare Beziehung, ganzheitlich gesundes Kindeskind nach langer Dürre bzw. vs. Trennung, Trauma, Kompensationssucht, Kontrolle, Psychose, Zerstörung, Krankheit und Tod …

Ich möchte diesen religiösen Feiertag als nationales Kulturgut heranziehen, das nicht nur diesen Adventkalender hervorbrachte, sondern uns auch einen staatlichen Feiertag schenkt, ohne dabei das Religiöse zu behandeln, sondern die Rückverbindung (lat. religere) von einigen Seiten zu beleuchten.

Denn die diesländisch scheinbar verbreitetste Religion, die katholische Kirche, spricht diskriminierend, reduktiv allzu gern von der Erbschuld und Erbsünde, sowie vom Bösen und der Befleckung, der Julia gestern erst so himmlisch fröhnte.

Aber ist die Liebe, die Leben schenkt und das daraus erwachende Erbe nicht viel größer und blühender zu betrachten, als diese religiöse Diskriminierung, der nur Mariä und Jesu Empfängnis ausgenommen sein sollen?

Ein Hoch gleich vorweg also auf all die diversen Säuge- und Herdentiere, die Begegnung, Berührung, Kooperation, Beziehung, Verschmelzung, Verbundenheit – Die Verbindung, die immer wieder einer bewussten und aktiven Rückverbindung bedarf, wenn es Verletzungen gleich im ersten Verbindungsaufbau gab!

Was prägt denn am stärksten unser Bindungsverhalten?

Wohl die ersten neun Monate in und dann die neun an dem Bauch unserer Mutter.

Eine große Kugel wie die Welt selbst für jedes kleine Wesen, das durch sie leben darf und von dort die Welt zu entdecken beginnt.

Unsere nächsten Verwandten und aller ersten Vorfahren trugen (nach allen Erkenntnissen der Forschung) ihre Kinder im ersten Lebensjahr rund um die Uhr in permanentem Kontakt direkt am Körper (wohl bei ungestörtem Schlafrhythmus).

Ich persönlich liebe solche Video-Aufnahmen, unendlich entspannt, gemütlich, ruhig, erdig, kuschelig, sanft und liebevoll.

Von dort aus lernten wir alles, was wir zum Leben und Überleben brauchten und von dort bewegten wir uns erst weg, als wir es dann konnten.

Und zwar vor allem lernten wir Beziehung – mit allem, was wir sind und was uns umgibt.

Nun führt Franz Renggli aus, der eine ganz eigene Weihnachtsgeschichte mit seinem Vortrag erzählt, dass es in allen menschlichen Hochkulturen schreiende Kinder gab, was auf die Mutter-Kind-Trennung zurückzuführen sei und dies wohl eine Anpassung an die kulturelle Entwicklung sein müsse.

“Der ganz normale Irrsinn – die Natur- und Kulturgeschichte der Mutter-Kind-Beziehung”

Ich verlinke Euch diesen Beitrag, weil er mich sehr inspiriert hat, wie es ihm gelingt rück-verbindend, ohne Schuld und Schuldige, eine Ist-Analyse aller aktuellen Bedrohungen (Macht-, Kontroll- und selbst-zerstörerische Wohlstands-Sucht, sowie Trennung, Todesangst etc. samt deren Nebenwirkungen und Kolateralschäden) ursächlich verständlich zu machen und implizit eine Lösung aufzuzeigen.

Also falls wer lieber hört, aber auch über mein Schreiben hinaus, empfinde ich diesen Vortrag sehr hörenswert.

Aber hier nun zunächst sachte, aber immer tiefer rein in die Katharsis, aus der ich mich freu wieder hinauszuführen.

Diese Anpassung, von der Renggli spricht, begreife ich als eine Symptom-Dynamik:

Je mehr wir uns zeitgeschichtlich in unserer kulturellen Entwicklung aus der Natur wegbewegten, hin zu immer größer werdenden Städten, bis uns Stockwerke hoch und tief unterkellerter Beton von unserer Mutter Erde trennten, desto mehr und früher entwickelte sich auch eine Trennung zwischen Kinder und ihren Müttern.

Meiner Beobachtung nach vollzieht sich das, wenn plötzlich gesellschaftsdynamisch Ideologien aufkommen, die uns zunächst wider unserer Gefühle handeln lassen, an die wir uns aber erstaunlich rasch gewöhnen.

Bei Säuglingen führt eine solche Ideologie wie z.B. “Schreien lassen!” zu Todesängsten, also zu frühkindlichen Traumata, und darum schreien sie um ihr hilfloses Leben,

wenn sie z.B. Hunger haben und fürchten, sie würden verhungern (weil sie noch zu klein sind, um das Nudelregal im Supermarkt leerzukaufen 😉 oder wenn sie sich wundgeschissen haben und fürchten, sie würden höllische Pein leiden (weil sie das Klopapierregal noch nicht selbst leer kaufen können 😉 …

So ist es bestimmt auch mit Todesängsten bei Fieber (wenn uns keine mütterlichen Medien der Welt sofort trösten und uns Gesundheit, Vertrauen und Kraft zusprechen und uns wie Engel flüstern “Fürchtet Euch nicht! Angst kostet viel zu viel Vital- & Immunkraft und macht Euch manipulierbar und erpressbar!“)

In den grausamen Studien sind die Säuglinge alle bald gestorben, ohne Trost, Liebe, Nähe, Berührung und Beziehung, selbst, wenn sie sonst alles bekamen, was sie zum Leben und Gesundwerden brauchten.

Und selbst unter Erwachsenen ist Vereinsamung die Todesursache #1.

Zu den Traumata, die wir also alle mehr oder weniger haben (aus welchen u.a. eine sehr bekannte bis bedrohliche Überlebensstrategie erwächst: die Kontrolle, der Zwang dazu, die dazugehörige Angst vor Kontrollverlust, welche sich mitunter weltweit bis zu einer digitalen Diktatur auswachsen könnte) führen Trennungen im ersten Lebensjahr (Schnuller, Gitterbett, Kinderzimmer, Kleinkindergettos…) laut Renggli auch zu Psychosen, also wo sich im Geist eine Trennung bzw. Spaltung vollzieht.

Exemplarisch: zwischen Gut & Böse, Mann & Frau, Gott & Teufel, Mensch & Tier, Arier & Jude, Linke & Rechte, Geimpfte & Ungeimpfte, Opfer & Täter, Arm & Reich, 1. & 3. Welt …

Und um so einsamer wir dann in unserer homogen isolierten Kosmologie werden, um so mehr müssen wir die fehlende Verbindung kompensieren. Aber da Kompensation nie wirklich befriedigt, müssen wir den Stimulus immer mehr erhöhen und entwickeln immer größer werdende Süchte, die schlussendlich all unsere Lebengrundlagen zerstören werden.

Eine der populärsten ist wohl der maßlose Fleischüberkonsum, für den alleine wir unserer geliebten Mutter Erde 90% ihrer Grünen Lunge raussägten und wegbrannten.

holos caustus” (griech. gänzlich verbrannt)

Wer ist da jetzt der gefährlichste Virus der Welt?

Dessen überaus menschliche DNA übrigens aus mehr als 50% viraler Erbinformation besteht, weil wir seit 400.000 Jahren uns mit allen und allem in unserem weltweiten Biotop, das uns hervor brachte arrangieren.

Kein Wunder, dass eins unserer jüngsten Kriegskinder ein Gain-Of-Function-Virus namens Corona ist.

Sind wir nun tatsächlich so zu fürchten & zu bekämpfen, wie wir Corona fürchten & bekämpfen?

Gegen wen führen wir denn da Krieg?

Und ist nicht Krieg immer das abscheulichste und schrecklichste Verbrechen? Egal wer gegen wen!

Sind wir nach allem was wir über uns Mensch erfahren, wenn wir uns ehrlich in den Spiegel schauen nun verachtenswert oder liebenswert???

Und was der beiden inneren Haltungen bringt das schönere Echo?!

Aber egal, denn wenn wir von Gesundheit sprechen, dann interessiert uns so pseudo philosophisches Gelaber nicht, meinen wir auch nur die eigene Gesundheit und nicht die der gesamten Erde, die jeder im eigenen Umfeld bewehren müsste und die immer die eigene ganzheitliche Gesundheit wechselwirkend mitbedingt. Und manche meinten mit Gesundheit, nur einen Job weiter ausüben zu können oder sogar nur die Erlaubnis, zu reisen und wieder “normal” auf Parties gehen zu können. Viele hofften aber, zumindest einen milden, also asymptomatischen Verlauf zu haben, wenn auch nur bei nicht steriler Immunität, wodurch sie zwar nicht mehr recht mitbekämen, seit wann sie und wie lang sie tatsächlich krank wären, aber Sicherheit verspürten, nicht sterben zu müssen, wenngleich das doch nach der einfachsten Logik ein Tür(chen)- und Tor-Öffner für eine nächste epidemische Welle bedeuten müsse.

So war mir zumindest im März bereits klar, juchuu, da werden wir noch eine dicke Runde drehen müssen, und beschuldigt werden natürlich diese „egoistischen Ungeimpften“, diese Krankheitsüberträger.

Muss das wirklich nochmal sein, gehen wir da wirklich weiter, in dieser Richtung??

Bzw. darf so etwas überhaupt geschrieben werden, ohne dafür entlarvende Gefängnisstrafe zu riskieren? Oder verliert ma’ so nur alle Leser, die einen obendrein noch schockiert ächten, ausgrenzen für diese Wahrnehmungen und das „langatmige Schwurbeln“?

Oder schreiben wir heute eine andere, eine neue Geschichte und lesen nun über den Scheitelpunkt dieses Schreib- und Gesellschaftsprozesses hinaus?!

Trotz allem, auch wenn morgen mein Leben zu Ende sein sollte – meins, nicht eins der fast 40 Millionen Menschen, die jährlich in den für unseren Überfluss ausgeraubten, geschändeten und verstoßenen Ländern verrecken (wenn ma’ Jean Ziegler zuhört), und nicht eins der bis zu 50 Milliarden ganzer Spezies, die unter dem Anthropozän bereits ausgerottet sind, (was mir Wikipedia verriet) –

wenn meins morgen zu Ende sein sollte, werde ich heute durch die Nacht einen anderen Weg beschrieben haben, so träge mein Knochen auch sind und so müde mein Geist.

Wer wenn nicht wir, wenn nicht jetzt.

Wir alle tragen diesen Sprung in der Schüssel mit uns rum, diese gebrochene Krone, diese kleine psychotische Spaltung und diese Traumata.

Und wir alle sind +/- verletzt, verunsichert, verängstigt und verwirrt.

Und darum ist, denke ich, bewusste und aktive Rückverbindung grad sehr wichtig,

um den Spalt in unserem eigenen Herzen wieder zu schließen und Brücken der Liebe zu bauen.

Ich will mich trainieren, aus dem Affekt auszusteigen, diese enttäuschte Liebe nachzunähren

und meine Trainer willkommen zu heißen! ❤

Viel Herzensnähe, Wärme, (platonische) Berührung, Einigkeit & Zusammenhalt, Selbstreflexion (all unserer Projektionen), Mut zum Annehmen, Lieben, Durchtragen unserer eigenen Gefühle & Gesundwerdungsprozesse, gegenseitiges Zuhören & Mitfühlen …

Wäre das nicht das Heilsamste, was wir Sozialwesen, wir Väter, Mütter und Werdende, wie Unterstützende an geistiger und herzlicher Nahrung brauchen, um die Basis für eine problemlösende We-Q erschaffen zu können:

Denn die Gruppenintelligenz: WE-Q ist weit wertvoller als der altbekannte IQ, aber WE-Q geht halt in ungesunder Verängstigung, Spaltung und Entmündigung schlecht!

Da aber Druck immer Gegendruck erzeugt und Gegendruck immer den Druck erhöht, ist es wohl nicht so sinnvoll, sich um die Kurzen Wege und Sackgassen zu kümmern, und den Blick auf Lüge, Krankheit, Krieg und Tod in angsterfüllter Schockstarre zu halten.

Richten wir ihn auf das Unversehrte, auf das Gesunde und das Leben und die langen langsamen Wege, die nur unsere Intuition und unser Herz kennen.

In diesem Sinne: AUF DIE MUTTER-KIND-, sowie auch Vater-Kind- & folglich Mann-Frau-BEZIEHUNG = ERDE-MENSCH-BEZIEHUNG = WIRT-VIRUS-BEZIEHUNG!!!

Denn nur gemeinsam und mit dem Herzen sehen wir gut und können unser Potential entfalten!

Und in diesem Sinne, möge auch Anna, die unfruchtbare Großmutter von Jesu unberührt von der heutzutage omnipräsenten Propaganda und KI-Algorithmen, sowie Herodes‘schen Verordnungen zur Meldung und Isolation verschont bleiben, um ihrer unverhofften Tochter Maria eine „unbefleckte“ Kindheit und Beziehung in himmlischem Frieden und so schön tief berührender Liebe zu ermöglichen, wie hier in diesem Blogsinn bereits spürbar wurde!
Denn ohne diese „Sarah Connor“ des Alten Testaments wird es bekanntlich keinen John für die Revolution gegen den Transhumanismus und die Maschinen geben!!

DU könntest Sarah oder John sein!!! Bzw. Anna, Maria, oder Jesus!
Mit „religere“ habe ich begonnen und mit religere möchte ich enden.

Denn wenn wir regional freundschaftlich zivilcouragiert vernetzt sind und mit Mutter Erde, unserem Himmel und unseren Ahnen angebunden bleiben und uns nicht enteignen lassen (von eigenem Grund & Boden, regionaler Sprache, traditioneller Kultur, altem Wissen und geschichtlicher Erfahrung, der eigenen freien Stimme, Navigationsfähigkeiten, Kunsthandwerk, Autarkie, Immunkraft …) bzw. ‚all our own fields reclaimen‘, wird sich eine Kraft des Lebens formieren, die wir bis dato nicht zu träumen erhofften. Es ist die Zeit der Wunder gekommen, denn ohne sie sind wir am Arsch. „Astra La Vista, Bebe!

Dazu noch ein kleines Dich stärkendes Bild von mir zu dem Thema Erbe, das ich ganz oben bereits einleitete:

Ich beschäftige mich nämlich derzeit neben dem materiellen Erbe, samt allen Werten und damit verknüpften Herausforderungen, Lasten und Pflichten, intensiv mit dem immateriellen Erbe, all meinen Tugenden, Talenten, Potentialen, aber auch geerbte Untugenden, belasteten Themen & Urahnengeschichten, sowie systemischen Positionen und psychosomatischen Dispositionen …

All das ist nun in mir und strömt je nachdem, wie meine Haltung und Wahrnehmung dazu ist, willkürlich oder unwillkürlich in meine Welt, Gegenwart und Zukunft.

Betrachten wir all dies zunächst einmal als einen großen Schatz, ohne gleich daran herumzunörgeln und Schuld zu verteilen:

Nach der ersten Demo in Wien letzten Jahres, traf ich spontan nach 10 Jahren einen Studienkollegen, der mir bei dieser ersten Begegnung nach einem ersten Lockdown um 2h Früh bei Wein und Bier im Resselpark erzählte, dass die arabischen Zahlen zunächst keine 0 hatten, und diese 0 erst von den Indern (wenn ich mich recht erinnere) erfunden wurde.

Die eher philosophische Überlegung war wohl, dass alle Ziffern 1-9 zu beschreiben suchen, das was ist und die 0 das, was nicht ist.

Meine weiterführende Erkenntnis daraus war, dass die 0, das was nicht mehr ist, also alles, das uns voraus ging, ja die Potenz dessen bewirkt, was ist: Du = 1 + sieben Generationen von 0en (die nicht mehr sind), das ergibt die unglaubliche Potenz von 126 Nullen!

Und so bist Du, bin ich und sind wir, die Spitze des Eisberges: 100000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000°

so unglaublich reich und voll an Vorerfahrung, Vor-Leben und Liebe und und und in all seinen Farben und Qualitäten!

DU bist dieser Jesu oder John – DU bist dieser Maitreya, dieser „Freund“, auf den Gläubige im Advent warten!
Aber ohne diesen wertvollen und tragenden Unterbau aller Annas, Marias und Sarah Connors, wir hätten keinen einzigen Atemzug mehr zu leben.

Vermutlich wieder kein Wunder, dass bei unserem Wurzelverlust die Pole zu schmelzen beginnen und es uns den eigenen, Ozean füllenden Plastikmüll, die wir aus Millionen Jahren alten Fossilschätzen aus unser Mutter Leib raubten, um die Ohren schwemmen könnte, wenn wir uns nicht sofort dankbar und demütig bescheiden ins ewige Rad des wilden Kommen und Gehens eines schier unverwüstlichen Daseins eingliedern und eine helle Herzensflamme der Menschlichkeit weiter tragen in die nächsten Generationen.

Und damit das auch wirklich gelingen kann, hier eine kleine, von vielen unterstützenden, Meditation:

In respektvoller Dankbarkeit bitte ich meine Eltern, meine Ahnen, bis hin zum Ursprung meiner Familie und selbst die entferntesten meiner Geschwister am anderen Ende der Erde, die Schwierigkeiten aufgrund von Mangel, Angst und Krankheit hatten, mich zu segnen und mir zu erlauben, anders zu leben, um das Paradies für alle zu erhalten.

In respektvoller Dankbarkeit bitte ich meine Eltern, meine Ahnen, bis hin zum Ursprung meiner Familie und selbst die Geschwister der entferntesten Spezies, die einst in Gesundheit, Fülle und Frieden lebten, mich zu segnen und zu inspirieren meinen ureigensten schöpferischen Beitrag zu gestalten.

Eine unendlich entspannte, gemütlich ruhige, erdige, kuschelig sanfte und vor allem liebevolle Adventzeit wünsche ich Euch

Und danke fürs behaarliche Lesen und tiefgehende Einfühlen!
Euer haariger Verwandte ❤ ❤ ❤

Türchen 6 (von Bernhard)

Warum dieses Jahr der Nikolo nicht zu dir kommt

Die hohle Drohung von der diesjährigen Nichterscheinung des Nikolos wurde erfunden, um Kinder zu möglichst angepasstem Verhalten zu nötigen. Selbige wird aber auch zunehmend unterminiert, denn an jeder Straßenecke steht mittlerweile irgendein dahergelaufener Werbenikolo und drückt selbst dem unausstehlichsten Satansbraten ein Erdnusssackerl in die Hand. Mit im Gepäck ist auch jede Menge Schoko und Zuckerzeugs, durch dessen Verzehr die Hyperaktivität des Kindes noch weiter zugespitzt wird.

Mit zunehmendem Alter verliert der wattebärtige Umhang- und Mützenträger dann an Bedeutung und die Großgewordenen landen im Berufsleben, wo die einst mit Nikoloentzug getadelten Verhaltensstörungen nicht nur kein Problem mehr darstellen, sondern sogar zum Gebot werden und dem eigenen Fortkommen dienen. Wie soll diesen Menschen dann überhaupt noch entgegnet werden, wenn schon im Kindesalter weder Nikolo, noch dessen notbehelfsmäßige Ausformung als Krampus jemals etwas geholfen hatten?

Unter Umständen kann noch auf eine andere, ebenfalls einer Religion entlehnte Drohkulisse zurückgegriffen werden, welche bei in dem einen oder anderen Egoistengehirn noch kleine Nachdenkschübe auslösen vermag – jene des schlechten Karmas. Dass der Nikolo dieses Jahr nicht zu dir kommt, ist nämlich lediglich eine metaphorische Umschreibung dessen, dass du in deinem nächsten Leben als elender Mistkäfer auf einer Giftmüllhalde in Bangladesh wiedergeboren wirst. Und das hat gute Gründe, nämlich:

Deine Ernährungsgewohnheiten sind ja an und für sich eh deine Sache, aber wenn du dir am All-you-can-eat Buffet massenweise Cevapcici aus Känguruhfleisch, Mozzarella vom japanischen Kobe-Rind, neuseeländische Süßkartoffelkroketten und dazu noch scharfes Papayachutney aufhäufst, brauchst du dich über entsprechende Verdauungsturbulenzen nicht wundern. Ein bis zwei Tage trittst du den damit kausal zusammenhängenden Canossagang zur Toilette an. Gut, dass du danach zumindest die Spülung betätigt hast, aber dass du da warst, sieht man bis zur nächsten Reinigung mehr als deutlich.

Apropos Bremsspur: An deinem Fahrverhalten im Straßenverkehr erkennt man deine narzisstische Persönlichkeitsstörung deutlich. Da du der Einsparung weniger Fahrsekunden willens keine Nachgiebigkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern einräumen kannst, stehst du sogar dir selber im Weg und spätestens bei der nächsten roten Ampel sind die gewonnenen Sekunden wieder zerronnen. Du bist dort erst durch eine Vollbremsung ins Stehen gekommen, oder besser gesagt, mehrere Meter nach der Sperrlinie mitten auf dem Zebrastreifen, wo du auch noch den Rollator einer gebrechlichen Betagten rasiert hast, die schon übersetzen wollte und jetzt nicht mehr an dir vorbeikommt.

Deine innerstädtische Hundertstelsekundenjagd findet schließlich dort ein Ende, wo sich dir jede Menge Begegnungs- oder sogar Fußgängerzonen in den Weg stellen und du mit dem SUV nicht mehr weiterkommst. Aber du hast ja längst die elektrischen Leihscooter für dich entdeckt und so flitzt du im nächsten Moment schon im Slalom durch die Menschenmenge. Und schon hast du nicht nur den Rollator der nächsten gebrechlichen Betagten rasiert, sondern zusätzlich auch noch deren Chihuahawelpen überfahren. Dein Höllenritt ist jäh beendet in jenem Moment, in welchem du realisierst, dass du den Leihscooter jetzt nicht mehr brauchst und lässt ihn genau an jenem Ort stehen oder liegen, an welchem dich diese Erleuchtung ereilt hat. Wer also noch nicht über den Haufen gefahren wurde, stolpert jetzt über den mitten am Weg abgestellten Leihscooter.

Abends zuhause angekommen, willst du natürlich deine Ruhe. In der Nachbarwohnung wird ein kleiner, ungezogener Bengel hochgezogen, so wie du dereinst genau so einer warst. Zu ihm ist zurecht der Nikolo nicht gekommen, aber statt Einsicht gibt es jede Menge Geschrei, wodurch du dich wiederum gestört fühlst. Die Nachbarn, mit denen du in all den Jahren, die du hier schon wohnst, bislang keine Worte gewechselst hast, bekommen demnächst Besuch von ein paar Uniformierten, die von dir wegen Lärmbelästigung gerufen wurden und denen der pflichtgemäß vorzunehmende Hausbesuch schon selbst zu blöd sein wird.

Fühlst du dich bei mindestens einem dieser Punkte ertappt? Dann ist das zunächst nicht so schlimm. Du hast jetzt noch die Möglichkeit mit dem Konsum von Fairtrade-Avocados für dein tägliches Frühstück und einem Klimakompensationsbeitrag für deinen nächsten Billigflug ins Mallorcawochenende Ablasshandel zu betreiben und deine Seele grün zu waschen. Dann kommt zwar immer noch kein Nikolo zu dir und dein Karma bleibt ein ziemlicher Verhau, aber wichtig ist ja eigentlich nur, dass du dich im aktuellen Moment besser fühlst.

Türchen 5 (von Olga)

Mein lieber Sohn!

Es gibt so viel, was ich Dir sagen möchte. Gerade auch diese so verrückte Zeit, die wir im Moment erleben müssen, zeigt uns, dass man nichts unausgesprochen lassen sollte.

Du bist das größte Geschenk, das ich in meinem Leben bekommen habe.
An dem Tag, als du geboren wurdest, wusste ich, was den Sinn des Lebens ausmacht und es hat alles bisherige verändert.
Es ist ein Gefühl, das man nur schwer in Worte fassen kann, es ist einfach bedingungslose Liebe.
Wir hatten in unserer Mutter-Kind-Beziehung sicherlich Höhen und Tiefen und heute weiß ich, dass ich dich mit meiner Liebe und Fürsorge erdrückt habe.
Aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich es nicht besser, heute würde ich sicherlich einiges anders machen.
Aber trotz allem denke ich, haben wir beide es gut gemacht.
Was Dich für mich so einzigartig und besonders macht, dass bist einfach Du, als Mensch und als Sohn.
Was macht eine gute Mutter oder einen guten Sohn aus? Es braucht nicht viel, einfach für den anderen in allen Lebenslagen da sein und ihm/ihr zuhören.

Ich danke dir, mein lieber Marcel, auch für zwei so tolle Enkelchen, die mich sehr glücklich machen.
Danke, dass du mein Sohn bist. Bleib so wie du bist! Ich liebe Dich!
Deine Mama

Ich wünsche allen ein schönes und vor allem gesundes Weihnachtsfest.