Türchen 4 (von Christiane)

Geschrieben und Vorgelesen von Christiane

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Gedicht / poetry slam über ADHS

Die Liebe zum Leben, zu Menschen und Tieren.
nächtelanges Recherchieren,
Interessens-Attacken, fiebernde Neugier -das sind WIR.
Sich vertiefen und bilden. Eintauchen. Fließen. ZERRINNEN. Die Kraft zerfließt. Gähnende Leere, kreischende Freude. Ein großes Herz und viele Fragen. Ein wacher Geist, wach wie ein Wachhund, der oft Sediermittel im Futter hat.
Ein Wachhund mit Demenz-Anfällen, der wohl Schnaps getrunken hat.

Offenheit und Mut. Gerechtigkeit und Liebe. Verzweiflung und Chaos.
Wir vergessen zu essen, vergessen zu trinken. Duschen nicht und stinken. Verlieren unsre Sachen, da kann man nichts machen. Kommen immer zu spät, da hilft auch kein Gebet. Anecken und tägliches Scheitern. Wieder Aufstehen. Wir wissen nicht woher die Kraft noch kommt, aber stehen wieder auf, fallen und stehen wieder auf, wieder und wieder. Wir vernetzen uns. Wir helfen. Wir lieben. Wir leiden.
Beginnen mit unsren Träumen……..
und zerrinnen in chaotischen Räumen. Überforderung. Wut. Es überflutet uns, wir ertrinken in Tränen. Ein unendlicher See aus Tränen. Tränen und Träume. Träume und Tränen.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben. (Hermann Hesse hatte eindeutig ADHS.)
Wir erfinden neue Welten. Schillernde Welten. Wir tanzen und feiern. Sind kreativ und so gescheit. Gescheitert gescheit. Gescheit und gescheitert. Lieb und lustig und so kreativ.

Wir sind wild entschlossen.
Empathisch, Weltoffen,
Und manchmal besoffen.
Magisch und toll,
der Kopf ganz voll.

Wir denken neu, wir erschaffen Welten. Lieben, leben intensiv. Vernetzen uns und trösten uns. Und stehen wieder auf. Miteinander. Wieder auf. Es geht bergauf.

Das sind wir,
wir sind hier.

Türchen 3 (von Olga)

Wir sind jetzt bald am Ende 2025 angekommen, jedoch habe ich immer noch das Gefühl, mich gedanklich und emotional im Jahre 2024 zu befinden. 

Dieses besagte Jahr war für mich ein sehr schweres und bedrückendes, da mein geliebter Mann Georg so plötzlich am 3. April verstorben war. 

Danach war nichts mehr wie es war, ich fiel in ein tiefes Loch, in dem ich mich gefühlt heute noch befinde und noch keinen richtigen Weg gefunden habe, da wieder herauszukommen.

Ich nehme zwar an Trauergesprächen teil, gehe unter Menschen, merke jedoch, dass es noch sehr viel Zeit braucht, um mit diesen für mich schweren Schicksalsschlag klar zu kommen. 

“Da ist diese Liebe, die man für einen Menschen empfindet und die ja nicht durch seinen Tod endet.”

Ich genieße und freue mich jedes mal auf die Zeit, die ich in Wien verbringen kann und darf und danke meinem Sohn von ganzem Herzen, dass er mir dies uneingeschränkt ermöglicht. 

Für mich bleibt nur zu hoffen, dass die Zeit mir dabei hilft, mit diesem großen Verlust umzugehen.

“Auch wenn ich Dich nie wieder sehen werde, weil Deine Reise auf dieser Erde zu Ende ist, weiß ich, dass alles gemeinsam Erlebte und all die wundervollen Erinnerungen an Dich nie verloren gehen werden, weil ich sie in meinem Herzen trage.”

Ich wünsche Euch allen ruhige, besinnliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2026

Türchen 2 (von Elena)

Adventruhe

Ich war das Hetzen und Hasten,

Von schön zu noch schöner, 

gestolpert über das nie und nimmer rasten.

Nun bin ich still,
Ich bin der Raum dazwischen,
Ich bin – das noch nicht und nicht mehr – das ich will.

Ich bin das Glitzern im Reif,
Die Wärme der Flammen,
Das Glühen im Sternenschweif.

Ich bin der Trubel und Jubel sinkender Flocken,
das güldene Innehalten
und ewiges Frohlocken.

Ich bin die alles enthaltende Leere,
Die Pause vor dem Einatmen,
Ich bin     .

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Ich bin jetzt stolz und großteils sehr zufrieden mit mir und meinem Leben und ich spüre wieder richtiges Glück. Was für ein Segen, was für eine Freude!
Das letzte Jahr hieß es für mich hier in meiner neuen Heimat in Graz anzukommen. Was gar nicht so leicht war, denn zunächst bin ich wegen Beziehung und Job noch alle zwei Wochen für mehrere Tage nach Wien gependelt. 

Die vielen Ortswechsel, emotionale Altlasten, neues Glück und die Vermischung von altem und neuem Lebensort forderten ihren Tribut und ich war über 6 Monate mit wiederkehrenden schlaflosen Nächten konfrontiert. So hatte ich mir den Neubeginn nicht vorgestellt. Zum Glück hatte ich parallel viele schöne Erfahrungen, wundervolle Natur um mich und einen liebevollen Partner, die mir in dieser Zeit trotzdem Kraft gaben.
Erst ab Juni konnte ich ganz hier, in Graz, sein und im Juli kam dann schon der Einzug meines Partners. Eine große Umstellung von Fernbeziehung auf fast 24/7 Zusammensein. Ich war im Homeoffice, mein Partner auf Arbeitssuche. 
Der Sommer war generell sehr bewegt. LaStrada Graz, ein Clownworkshop, Feuerzeremonien, ich steckte oft bis zu den Ellenbögen in der Gartenerde und zusätzlich gab es viele Besucher bei uns im Babajihaus. An Ruhe war meist nicht zu denken.

Im September stellte ich mich quer. Ich wollte nur noch Badeausflüge machen und so selten als möglich nach Wien. Es war als wenn man jemanden, der gerade einen Marathon gelaufen war, fragen würde ob sie nicht Lust hätte auf eine Gipfelwanderung. Neeeeein hat sie nicht. Ich wollte hier sein, mit dem was jetzt da war, dran war. Wollte Klarheit für offene berufliche und persönliche Fragen finden. Das tat ich dann auch. Ruhe kehrte ein. Wichtiges das nebenbei herrennen musste kam nun ins Zentrum.
Ich fand gemeinsamen und getrennten Raum in der Beziehung und unserer Wohnung. Ich hatte jetzt genug Zeit meine Selbständigkeit aufzubauen und mich auf meinen Diplomabschluss als Mal-und Gestaltungstherapeutin zu konzentrieren und dann auch final zu feiern! 

Eine reiche Zeit, durchsetzt von Momenten des leisen lauten Staunens.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit mit schönen Momenten im familiären Rahmen oder kuschlig allein zuhause! Elena

Türchen 1 (von Bernhard)

Unsere Tochter ist hochbegabt

Dieses Jahr kam unsere Tochter auf die Welt und ehe sie das Fruchtwasser ausspucken konnte, wurde uns klar: Hier muss eine Hochbegabung vorliegen! Während die anderen Säuglinge auf der Station ihr Dasein mit neugeborenentypischen Aktivitäten wie der Veräußerung erster Ausscheidungen fristeten, war unsere Tochter schon mit den tiefsinnigeren Fragen des Lebens beschäftigt und brachte ihren Weltschmerz ganztägig zum Ausdruck.

Von nun an wollten wir keine Zeit mehr verschwenden, denn wenn wir wirklich wollen, dass unsere Tochter noch im Vorschulalter die Universität “cum laudae” abschließt, sollten wir mit allem schon viel früher beginnen. So begannen wir beispielsweise schon in der zweiten Lebenswoche Beikost zu füttern. Und um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen, bekam sie eine Buchstabensuppe, denn so konnte unsere Tochter auch gleich Lesen und Schreiben erlernen. Blöderweise dürfte sich aber ein “J” mit ihrem Gaumenzäpfchen verheddert haben (oder ein anderer Buchstabe mit Widerhaken), denn das gesamte Nudelalphabet wurde mitsamt Stangensellerie und Brühe sogleich wieder erbrochen. Ein Spezialist, den wir kurz darauf aufsuchten, um ihre Dyslexie zu behandeln, wies darauf hin, dass der Verzehr einer Buchstabensuppe nicht notwendigerweise zum Lesen und Schreiben befähigt. Als wir darüber nachdachten, konnten wir dieser Einschätzung durchaus etwas abgewinnen. Schließlich können Babys die Buchstaben im Mundraum nicht sehen, lediglich mit der Zunge ertasten. Also bereiteten wir erneut eine Suppe zu, diesmal mit Brailleschrift-Nudeln als Einlage.

Nachdem unsere Tochter auch diese Suppe nicht halten konnte, mussten wir umdenken und wir fanden den Fehler bei den Zuständigkeiten. Wieso sollten wir selbst unserer Tochter Lesen und Schreiben beibringen, wenn es dafür eigentlich ein Bildungssystem gibt? Wir als Eltern haben mit dem Hochbegabungs-Spektrum unserer Tochter ja ohnehin schon ein hartes Los gezogen. Also suchten wir eine auf Montessori-Pädagogik spezialisierte Elite-Privatschule auf, um dort feierlich unsere Tochter anzumelden. Die Schuldirektorin jedoch reagierte abschlägig, da unsere Tochter ihrer Meinung nach noch nicht die Schulreife erlangt habe. “Sie sollte doch zumindest aus den Windeln raus sein”, sagte sie.

Wir entledigten also unsere Tochter ihrer Windel und um die Chancen zu verbessern, gaben wir unserer Buchstabensuppen-Strategie einen neuen Anlauf. Am nächsten Tag suchten wir also erneut die Leiterin der Privatschule auf. Auf dem Weg zum Direktorenzimmer bemerkten wir, dass es schon seit längerer Zeit seitlich aus dem Strampler unserer Tochter in bräunlichem, wenn nicht senfgelblichen Ton herabtropfen musste, denn der gesamte, von uns zurückgelegte Weg konnte bis zum Schuleingang zurückverfolgt werden. Als wir das Zimmer betraten, erbrach unsere Tochter plötzlich 5 Liter Brailleschrift-Suppe, die wir ihr kurz davor verabreichten. Unverzüglich hob die Direktorin den Telefonhörer ab, rief bei irgendeiner Nummer an und sagte: “Ich habe hier ein Kind, dem besondere Beachtung zukommen sollte!”

Wir hatten es also geschafft! Die Besonderheit unserer Tochter wurde erkannt. Zufrieden gingen wir nach Hause. Am nächsten Tag kam bereits ein ganzes Betreuungsteam bei uns zu Hause vorbei und nahm unsere Tochter mit. Sie zeigten uns ein behördliches Dokument und teilten uns mit: “Sie sind ab sofort von der Obsorgepflicht Ihrer Tochter entbunden!”. Nun kümmerte sich also der Staat um ihre Fortentwicklung. Endlich war unsere Tochter in den richtigen Händen! Seitdem haben wir auch nichts mehr von ihr gehört.

Nun ist Weihnachten, und wir fragen uns, wie steil ihre Karriere wohl schon vorangeschritten sein muss. Wird es ihr überhaupt möglich sein, ihr erstes Weihnachten feierlich zu begehen oder zwingt sie der akademische Wettbewerbsdruck zum Verfassen eines Papers für ein Journal selbst in dieser hochheiligen Nacht? Natürlich vermissen wir sie, aber wenn sie es einmal besser haben sollte als wir, dann ist es gut und recht, wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse zurückstecken. Und solltet ihr unserer hochbegabten Tochter auf irgendeiner High-Potential-Jobmesse begegnen, richtet ihr aus, dass wir unfassbar auf sie stolz sind.

Türchen 24 (von Marcel)

Mit der Beschäftigung für den Blogsinn Adventskalender 2024 kam ich nicht umhin, wieder meinen eigenen Beitrag vom 24. Dezember letzten Jahres zu lesen. Zufälligerweise war gerade meine Freundin anwesend und sie bat mich, ihn ihr vorzulesen. Viele verschiedene Gefühle kamen beim Lesen hervor: Schmerz und Traurigkeit, weil ich noch genau weiß, wie es sich anfühlte, als ich ihn schrieb. Mein Wunsch nach romantischer Liebe. Und gleichzeitig so viel Dankbarkeit, nun einen Menschen an meiner Seite zu haben, welchen ich im damaligen Text beschrieben und mir erhofft habe. Es fühlte sich fast surreal an, ihr diesen Text vorzulesen, als würden zwei Momente gleichzeitig existieren. Jedenfalls flossen am Ende Tränen und sie nahm mich in den Arm. Angekommen.

In den folgenden Wochen bekam ich gleich von mehreren lieben Menschen in meinem Leben eine Nachricht, die auch nochmal meinen Text gelesen haben und gleiches wahrgenommen haben. Das Leben, wirklich immer wieder interessant und überraschend. Wie schnell sich Dinge im Leben ändern können, wissen wir alle – auch wenn wir es gerne mal verdrängen –, umso wichtiger ist es, anzunehmen, was ist und sich darüber zu freuen.

In der Nachbetrachtung meiner Lebensphase “Suchen & Finden” (sowohl mich selbst, als auch eine Partnerin) habe ich folgendes gelernt: Es braucht die Bereitschaft, sich immer die Offenheit zu bewahren, um Neues zu entdecken und zuzulassen. Offenheit im Herzen und im Geiste. Gleichzeitig habe ich die Zeit der Selbstfindung gebraucht, um überhaupt dahin zu gelangen, mich vorzubereiten, um offen zu sein. Ich wollte dann einen Menschen in mein Leben einladen, wenn ich eigentlich keinen Menschen in meinem Leben bräuchte, um glücklich zu sein. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. Nur so konnte ich völlig auf Augenhöhe begegnen und meine Partnerin ehrlich so sehen und annehmen, wie sie ist. Ich habe aber auch gemerkt, dass ich diese Offenheit, so sehr ich auch dachte, ich hätte sie schon, eigentlich noch nicht hatte. Die Befürchtung vor schmerzlichen Erfahrungen hat verhindert, sie gänzlich zuzulassen. Erst im Laufe unserer Beziehung habe ich das herausgefunden, dass ich länger auf einer gewissen Distanz zu ihr war. Sie stand vor meinem Herzen, aber ich habe sie nicht eintreten lassen. Den Unterschied erkannte ich erst, als ich sie schlussendlich hinein gelassen habe; mich ganz eingelassen habe. Ich habe Macht für das Glück in meinem Leben abgegeben und fühle mich daher auch verletzlicher, aber gleichzeitig fühle ich mich auch geschützter, freier und noch näher bei mir. Ich spüre große Dankbarkeit für ihre Liebe und Annahme, welche mich als Mensch wachsen lässt.

Ein Jahr später: Ich bin in einer sehr glücklichen romantischen Beziehung (heute übrigens exakt unser Zehnmonatiges!). Ich bin dankbar für Sie und die neuen Erfahrungen, die ich erleben darf. Diese bleiben mir für immer, egal was ich nächstes Jahr hier an dieser Stelle schreiben werde.

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DANKE an alle Teilnehmenden und Leser:innen. Wie jedes Jahr, bin ich auch dieses Mal wieder tief gerührt und berührt von euren Beiträgen gewesen. Ich danke euch von ganzem Herzen für das Mitmachen und Teilen. Frohe Festtage und einen guten Rutsch. Euer Marcel.

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Nun möchte ich den Blogsinn Adventskalender 2024 mit einem Gedicht schließen:

Karl traf Emma im Herzen, Emma ging runter in Schmerzen, ihr war nicht zu Scherzen aufgelegt und bei der Liebe sollten wir ohnehin nicht hetzen. Würden wir uns mal hinsetzen und unser Hirn kurz aussetzen, so könnten wir unsere Wünsche spüren, wohin sie uns führen und nicht nur auf Impulse setzen und zu unseren König:innen küren. Emma, immer noch liegend, sah zu Karl hinauf und stand langsam wieder auf, er nahm sie an der Hand und half ihr rauf. Hier so direkt vor ihm, konnte sie ihn sehen, sein wehen, sein zehren nach ihrem gemeinsamen Bestehen. Aus seinen Augen flossen unablässig Tränen, in ihren lagen Schmerz, Zuversicht und Begehren. Er stand nackt vor ihr, ob wortwörtlich oder übertragen, lassen wir die Fantasie dir ins Ohr sagen. Jedenfalls, noch immer Hand in Hand voreinander stehend, versuchten Karl und Emma zu erkennen, was sie noch nicht von sich selber kennen oder wovon sie schon ihr ganzes Leben lang davon rennen. Mit großem Mut legte Emma ihre Hand vorsichtig auf Karls anschmiegsame Wange, seine ist wirklich keine von der Stange. Sie streichelte ihn langsam, beugte sich vor und flüsterte ihm folgendes ins Ohr: „Lass uns gemeinsam das Leben bereisen“. Karl blickte sie mit so viel Glück und Herzlichkeit an, das selbst Emma sich jetzt nicht mehr halten kann. Sie zieht Karl an sich und küsst ihn mit Anmut und Verlangen, dann ziehen sie von dannen.

Irgendwann werden sich die beiden wieder fangen, bis dahin bleiben sie in diesem Moment gefangen. Doch ihr müsst jetzt nicht Bangen, gefangen sein in der Liebe in eine Form der Freiheit und braucht nur selten unser Beileid. Aber das müssen Emma und Karl alleine herausfinden, wir wollen uns jedenfalls nicht länger an sie binden. Lassen wir sie in ihren privaten Sphären und schreiben unsere eigene Geschichte und manchmal auch schöne oder sinnlose Gedichte, um unsere Liebsten zu ehren.

Türchen 22 (von Daniel)

Mein Rückblick 2024 – im Weihnachtsformat

In diesen besonderen Tagen des Jahres, wenn der Schnee leise die Welt in ein weißes Wunderland verwandelt und die Lichter in den Fenstern warm leuchten, spüren wir die Magie von Weihnachten in jedem Herzschlag. Es ist eine Zeit, in der wir nicht nur die Geschenke unter dem Baum betrachten, sondern auch die Schätze in unseren Herzen entdecken.

Das Jahr 2024 war für viele von uns eine Zeit des Wandels und der Erkenntnis. Die wahre Freude liegt nicht in materiellen Dingen, sondern in den Momenten, die wir miteinander teilen. Es ist das Lächeln eines Fremden auf der Straße, das uns zeigt, dass kleine Gesten Großes bewirken können. Lasst uns lernen, uns für das Glück anderer zu freuen, denn geteilte Freude ist doppelte Freude.

Doch während wir uns in der Geborgenheit unserer Familien und Freunde wiegen, sollten wir nicht vergessen, dass es viele gibt, die in dieser Zeit einsam oder in Not sind. Unsere Gesellschaft ist oft so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass wir die leisen Stimmen überhören, die um Hilfe rufen. Es liegt an uns, die Augen zu öffnen und zu erkennen, dass wahre Menschlichkeit darin besteht, für andere da zu sein.

Wir leben in einer Welt, die von Eile und Konsum geprägt ist. Die ständige Jagd nach mehr lässt uns manchmal die einfachen Dinge vergessen, die das Leben so wertvoll machen. Vielleicht sollten wir innehalten und uns fragen, ob es nicht an der Zeit ist, Prioritäten neu zu setzen. Statt immer mehr zu wollen, könnten wir lernen, das zu schätzen, was wir haben, und es mit denen zu teilen, die weniger Glück hatten.

Lasst uns dieses Weihnachtsfest nutzen, um Brücken zu bauen statt Mauern zu errichten, um Verständnis zu zeigen statt Vorurteile zu pflegen. Jeder von uns hat die Kraft, einen Unterschied zu machen, indem wir Liebe und Mitgefühl in die Welt tragen. Es beginnt mit kleinen Schritten: einem offenen Ohr, einer helfenden Hand, einem freundlichen Wort.

Mögen wir die Freude der anderen zu unserer eigenen machen und erkennen, dass wir alle miteinander verbunden sind. In der Gemeinschaft liegt die Stärke, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und eine Gesellschaft zu formen, in der niemand zurückgelassen wird.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren Lieben ein Weihnachtsfest voller Liebe, Freude und Besinnlichkeit. Möge das neue Jahr uns allen den Mut schenken, die Welt ein Stück besser zu machen, indem wir beginnen, uns für das Glück anderer zu freuen.

Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

Herzliche Grüße

Daniel

Türchen 21 (von Erdoğan)

Time flies and I have a feeling that I wrote my last story just a little while ago. Advent, Christmas makes mostly the children happy. As father of two sons I read the following text and it moved me, so I would like to share it here.

Our children are not our children
They are sons and daughters of Life’s longing for itself
They come through us but not from us
And though they are with us, yet they belong not to us

We may give them our love but not our thoughts
For they have their own thoughts
We may house their bodies but not their souls
For their souls dwell in the house of tomorrow

Which we cannot visit, not even in our dreams
We may strive to be like them
but seek not to make them like us
The life goes not backward nor tarries with yesterday

We are the bows from which our children
As living arrows are sent forth
The archer sees the make upon the path of the infinite
And he bends us with his might

That his arrows may go swift and far
Let our bending in the archer’s hand be for gladness
For even as he loves the arrow that flies
So he also loves the bow that is stable

Khalil Gibran

The Advent time is a time for reflection. The New Year is just around the corner and with a new year beginning, you realize that you became older again. When I was younger, I made New Year resolutions, that were often broken soon after. So no more of these. 

Instead I strive every day to be a better person, I try to have patience with people around me and, most of all, I try to enjoy the point of my life that I am in now. Yet as I get older, I also notice it gets harder to change lifelong habits. They are like an old coat that fits so comfortably and you don’t want to part with it. 

So now is the time to be with family, enjoy good food – especially my mother’s cooking – and just await the New Year. Think Pink!

Merry Christmas 🎄

Türchen 20 (von Marc)

Nachdem nun die dritte Gesundenuntersuchung in Folge super hohe Cholesterinwerte bei mir und wirklich gruselig ernste Gesichter bei meinen Ärzten hervorbrachte, muss ich einer Tatsache wohl ins Auge blicken: 

Wenn ich meine derzeitige Ernährung weiter fortsetze ist meine Vision von mir als über 60 Jähriger, der noch immer die Tanzfläche rockt, neue Sportarten hyped und ein bewegtes Leben in der Sonne am Berg oder Meer genießt, keine Vision sondern Utopie. 

Also pack ich’s endlich an, und werde mich gesünder ernähren. Also ab dem Neujahr dann:-) 

Wie aber gesund ernähren, sodass das Cholesterin runter geht? 

Damit habe ich mich, natürlich erstmal theoretisch, die letzten Monate beschäftigt. Meine Erkenntnis: 

Neben einigen goldenen Regeln (siehe hierzu Bas Kast Der Ernährungskompass) geht es bei gesunder Ernährung um das Protein-Fett-Verhältnis!

Proteine sind gut. Sehr gut. Man braucht sie irgendwie für alles, und man wird dann satt, wenn man genug von ihnen gegessen hat. Fette sind an sich auch nicht schlimm. Das Problem der heutigen Ernährung scheint aber zu sein, dass man auf dem Weg zur Tagesdosis an Proteinen unglaublich viel zu viel Fette mit mampft. Stichwort Industrialisierung des Essens und Fett als Geschmacksträger und so. 

Ein flotter Kerl wie ich (ca. 70kg) sollte z.B. pro Tag ca.140 g Proteine und 65 g Fette zu sich nehmen. Nachdem ich eine Woche mein Essen brav in so eine Essens-Tracker-App (von Virtuagym, kostenlos, ganz ok) eingetragen hab, stellt sich heraus: Durchschnittlich schaffe ich pro Tag nur ca. 70% der empfohlenen Proteine. Dafür schaffe ich die Fette richtig gut. Also zu gut leider. Fette zu 144% erfüllt sagt die App. Die scheiß App. Mit ihrer scheiß Statistik. Und das, obwohl ich nicht wirklich brav eingetragen hatte. Ich hatte 2 Tage – Dönerstag und Mäkki-Monday – weggelassen. 

Die Ursache ist, dass mein Essen offensichtlich ein miserables Protein-Fett-Verhältnis hat. Wenn ich hier also etwas ändern möchte, sollte ich mehr Lebensmittel mampfen, bei denen ich pro Gramm Fett mehr Gramm Proteine als Fett aufnehme. Die Protein-Fett-Verhältnis Winner also. Gewinner Lebensmittel für Gewinner Typen. Yes, das passt doch. 

Leider hatte ich überhaupt keine Ahnung welche Lebensmittel das eigentlich sind. Also verbrachte ich einige Nächte mit anregenden Unterhaltungen mit ChatGPT. Das Ergebnis der Unterhaltung habe ich nun für euch und mich hier zusammengefasst.

Hier die Top Protein-Fett-Verhältnis Lebensmittel nach Kategorien. Damit lässt sich doch arbeiten. Ich freue mich jetzt schon tatsächlich, diese als Inspiration für neue Rezepte zu nutzen. Wer macht mit? 

FleischProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Putenbrust (ohne Haut)29,01,029,0
Kalbsfleisch (mager)23,02,011,5
Rehfleisch22,02,58,8
Straussenfleisch24,02,78,9
Hähnchenbrust (ohne Haut)31,03,68,6
Hirschfleisch25,03,08,3
Rindfleisch (mager)27,04,06,8
Schweinefilet (mager)24,03,56,9
Wildente (ohne Haut)19,02,09,5
Entenbrust (ohne Haut)18,03,06,0
Fasan23,03,86,1
Kaninchenfleisch21,04,54,7
Hähnchenleber22,05,04,4
Wildschwein21,05,04,2
Wachtelfleisch22,06,03,7
FischProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Kabeljau23,00,546,0
Seelachs19,00,538,0
Thunfisch (frisch)25,01,025,0
Seehecht20,00,922,2
Zander19,01,215,8
Garnelen20,01,513,3
Tintenfisch16,01,312,3
Scholle18,01,512,0
Hummer18,01,512,0
Barsch19,01,810,6
Forelle (Regenbogenforelle)20,02,38,7
Heilbutt21,02,48,8
Krabben19,02,09,5
Miesmuscheln12,02,06,0
Lachsforelle21,03,07,0
Käse und MilchprodukteProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Harzer Käse27,00,554,0
Skyr11,00,255,0
Magerquark13,00,343,3
Griechischer Joghurt (0 % Fett)10,00,250,0
Joghurt (0,1 % Fett)4,00,140,0
Hüttenkäse (fettarm)12,02,06,0
Mozzarella light25,09,02,8
Buttermilch3,50,93,9
Ricotta light9,06,01,5
Feta light16,010,01,6
Frischkäse (light)8,05,01,6
Milch (1,5 % Fett)3,41,52,3
Parmesan:35,025,01,4
Cheddar (light Version):20,015,01,3
Gouda (20 % Fett i.Tr.):20,015,01,3
HülsenfrüchteProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Sojamehl (fettarm)49,01,049,0
Adzukibohnen (getrocknet)20,00,540,0
Kidneybohnen (getrocknet)24,00,830,0
Schwarze Bohnen (getrocknet)21,00,730,0
Linsen (getrocknet)27,01,027,0
Bohnen (weiße, getrocknet)23,01,023,0
Gelbe Erbsen (getrocknet)24,01,121,8
Erbsen (getrocknet)24,01,220,0
Mungbohnen (getrocknet)24,01,417,1
Belugalinsen (getrocknet)26,01,517,3
Kichererbsen (getrocknet)19,06,03,2
Lupinenmehl39,010,03,9
Tempeh20,06,03,3
Edamame (gekocht)11,05,02,2
Sojabohnen (getrocknet)36,019,01,9
Nüsse und SamenProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Erdnussmehl (entölt)52,02,026,0
Kürbiskernproteinpulver65,010,06,5
Hanfsamen (geschält)31,08,03,9
Chiasamen17,031,00,5
Pistazien20,045,00,4
Leinsamen18,042,00,4
Sonnenblumenkerne21,051,00,4
Cashewkerne18,044,00,4
Mandeln21,052,00,4
Sesam (ungeschält)18,050,00,4
Haselnüsse15,061,00,2
Walnüsse15,065,00,2
Paranüsse14,066,00,2
Pekannüsse9,072,00,1
Macadamianüsse8,075,00,1
Getreide und PseudogetreideProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Gerste (perl, roh)10,01,010,0
Maisgrieß (roh)8,01,08,0
Couscous (roh)12,01,58,0
Bulgur (roh)12,01,58,0
Roggen (vollkorn, roh)15,02,07,5
Dinkel (vollkorn, roh)15,02,56,0
Teff (roh)10,02,05,0
Reis (braun, roh)8,02,04,0
Weizenkeime28,09,03,1
Hirse (roh):11,04,02,8
Haferkleie:17,07,02,4
Quinoa (roh):14,06,02,3
Amaranth (roh):14,07,02,0
Haferflocken (zart):13,07,01,9
Buchweizen (roh):13,03,04,3
SojaprodukteProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Sojamehl (fettarm)49,01,049,0
Soja-Isolat (Proteinpulver)86,04,021,5
Sojasauce (hell)8,00,516,0
Tempeh20,06,03,3
Tofu (Seidentofu)6,02,52,4
Sojadrink (ungesüßt)4,01,82,2
Edamame (gekocht)11,05,02,2
Sojaflocken44,020,02,2
Tofu (fest, natur)12,06,02,0
Sojajoghurt (natur, ungesüßt)4,02,02,0
ObstProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Guaven (frisch)3,00,56,0
Orangen (frisch)1,00,25,0
Bananen (frisch)1,10,33,7
Äpfel (frisch)0,30,13,0
Mangos (frisch)0,80,32,7
Beeren (Heidelbeeren, frisch)1,00,52,0
Erdbeeren (frisch)0,80,42,0
Kiwis (frisch)1,00,61,7
Wassermelonen (frisch)0,60,61,0
Avocado (frisch)2,015,00,1
GemüseProteinFettProtein-Fett-Verhältnis
Spargel (gekocht)2,00,210,0
Spinat (gekocht)3,00,310,0
Radieschen (frisch)1,00,110,0
Kopfsalat (frisch)1,00,110,0
Rosenkohl (gekocht)4,00,58,0
Brokkoli (gekocht)3,00,56,0
Karotten (gekocht)1,00,25,0
Tomaten (frisch)1,00,25,0
Mangold (gekocht)2,00,45,0
Sellerie (gekocht)1,00,25,0
Grünkohl (gekocht)3,00,74,3
Zucchini (gekocht)1,20,34,0
Auberginen (gekocht)1,00,33,3
Paprika (rot, frisch)1,00,33,3
Kohlrabi (gekocht)2,00,72,9
Champignons (roh)3,01,03,0
Blumenkohl (gekocht)2,00,63,3
Rote Beete (gekocht)2,00,63,3
Erbsen (frisch)5,01,33,8
Lauch (gekocht)2,00,92,2

Türchen 19 (von Nuray)

2025
Für das Glück ohne Erwartungen

Möge das neue Jahr ein Jahr werden, in dem wir das Leben so akzeptieren, wie es ist, und die Schönheit des Augenblicks erkennen. Ohne uns durch große Erwartungen zu erschöpfen, lernen wir, das Glück in dem zu finden, was wir bereits haben. Jeder neue Tag soll mit einem kleinen Lächeln beginnen und mit Dankbarkeit enden. Befreien wir uns von den Lasten, die uns beschweren, und von unnötigen Sorgen, die uns belasten. Bleiben wir gesund und schätzen die Momente, die wir mit unseren Liebsten verbringen können. Möge jeder Mensch und jede Situation, die uns auf unserem Weg begegnet, uns etwas Neues lehren.
Es soll uns eine schlichte, aber tiefe Freude bringen. Freundlichkeit, Schönheit und Liebe mögen sich vermehren, denn in einer Welt, in der wir das Glück in uns selbst finden, sind Erwartungen überflüssig. 

Ich wünsche uns allen ein bedeutungsvolles Jahr!