Türchen 16 (von Sebastian)

Verbindende Freude

In der Ankunftshalle stehe ich an meinem fast schon gewohnten Platz und warte darauf, dass sich die große Schiebetür öffnet und ich dort meine Mama entdecke. Liebend gern fahre ich zum Flughafen um jemanden abzuholen und es ist immer schön der erste sein zu können der jemanden zu Hause willkommen heißt.
Auch diesmal bin ich vor dem Flieger da und kann das lebhafte Treiben in der Ankunftshalle beobachten. Ein Chauffeur mit ordentlich ausgedrucktem Schild wartet auf die Ankunft des Bankdirektor, Mitarbeiter eines Maschinenbauunternehmen mit handgeschriebenem Schild erwarten den Experten aus Übersee und zwei Jugendliche holen ganz ohne Schild eine Freundin ab – dafür haben sie einen Luftballon mitgebracht.
Hinter mir kniet ein junger Vater vor seinem Kind und drückt diesem einen Strauss Blumen in die Hand den das Kind in weiterer Folge der Mutter, die durch die große Schiebetür kommen wird, zur Begrüßung überreichen möge.
Die Schiebetür geht erneut auf. Diesmal bleibt ein Paar ungeübter Reisender direkt davor stehen und versperrt den hinterherkommenden Menschen den Zutritt zur Ankunftshalle.
Nachdem sich die schnell entstandene Traube an Menschen aufgelöst hat erscheint nun auch eine junge Dame in einem eleganten beigen Mantel auf der Bildfläche. Das zuvor beobachtete Kind, beladen mit einem riesigen Blumenstrauss tapst unbeholfen aber entschlossen auf die junge Dame zu und streckt ihr den Strauss stolz entgegen. Das Kind wird geküsst, umarmt und emporgehoben und nun der Vater des Kindes auch liebevoll begrüßt.
Es macht sich bei mir sofort ein großes Lächeln breit. Wie ich mich so umschaue begegnet mir das genauso strahlende Gesicht eines Herren neben mir der das soeben erfolgte Wiedersehen ebenfalls beobachtet hat.
Verband uns vor wenigen Augenblicken nur entfernt die Tatsache, dass die Farbe seines Turbans der Farbe meiner Hose ähnelt haben wir nun dieselbe schöne Szene betrachtet und in dem Moment wo wir dies realisieren werden unser beide Lächeln noch größer und ich fühle mich ihm irgendwie verbunden. Diese Verbundenheit dieselbe schöne Szene erlebt zu haben und nun durch ein Lächeln und ein Zunicken mit dem Fremden zu teilen ist fast noch schöner als die Szene selbst.

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