Türchen 19 (von #mrghostwriter)

Auch wenn die Zeit für alles, was noch zu tun ist, viel zu knapp ist, als dass es den Rest der Aufgaben noch schaffen könnte, summe ich immer noch die Melodien, die dich im Schlaf begleiten und beschützen, denn wir ruhen uns trotzdem erstmal aus für heute.

Ach, diese Lügen, diese Fremden, waren meistens bloß Anhängsel, ab und zu paar wenige Hoffnungsschimmer am belebten und bunten Himmel, der schnell wieder dunkel wurde, & still, & eine zu lange Zeit dunkel & still blieb, als dass ich noch weiterhin geduldig hätte warten können, waren dabei, ok. Aber sie waren meinen Eskapaden und Wutreden selten bis gar nicht gewachsen & wenn ich beleidigend wurde, meistens mir selbst gegenüber, erst recht nicht.

& das ganze erfundene Theater spielte ja nur hier bei mir und was einst mal ganz automatisch voranging, ist jetzt plötzlich viel schwieriger, aussichtsloser & in’s Stocken geraten und das eine oder andere Blatt fliegt heute noch zerknüllt durch die Gegend und man ist trotz Wunderlampe und Treibstoff blind für allerlei vorhandene Inspiration, gefangen im Nichts, wie an einem stillgelegten Bahnhof auf einen Zug wartend.

Wieso ich nachts auf Spielplätzen zu finden bin, berauscht von allerlei Dingen, aber nicht von den Dingen, von denen ich gerne berauscht wär’, von dir? Wahrscheinlich um diese eine verdreckte Puppe dort im Müll zu entsorgen, eine zu rauchen und schnell wieder zu verschwinden. Vielleicht ist das Graffitti dort wegen mir oder von mir an dich wegen dir, oder das Tattoo oder im insgeheimen ein ganzer Roman, mal im Ernst, wer weiß denn schon wirklich sein Wirkungsfeld und seine Strahlkraft & was einen erwartet? & was es alles miteinspannt bzw. überspannt? Vielleicht nämlich außer Mensch und Tier, noch mehr.

Das Leben ist voller Rätsel. Nachdem wir schon dachten, wir wissen alles. Das gibt ja das Leben schon immer her, dass man Neues lernt. Nach Durststrecken, nach Lebensabschnitten. Nix Neues? Passt, bis dann, wieder was gelernt, ok, wir seh’n uns.

Außer das man es immer wieder bemerkbar machen sollte, wenn man erkennt, woran man einen erkennt oder was einen auszeichnet und es auch ausdrückt, wenn man die Sensibilität für’s Bemerken und die richtigen Worte dafür besitzt und die Kunstfertigkeit einer sanften Informationsüber- & Weitergabe, leicht und angenehm verpackt, jedoch mit selten schwerer Bedeutung wie noch nie zuvor. & man unermüdlich immer wieder Jemandem sagen und zeigen sollte, was ihn besonders macht.

Manchmal kommen die größten Worte und besten Taten von den unscheinbarsten Menschen, die man längst vergaß, denen man es nie zugetraut hätte, so dass es einem eine Runde erträglicher vorkommt, wenn die eigenen vertrockneten Lippen immer noch nicht ihren Durst gestillt bekommen haben.

& dass die Geduld keine ungebetenen Gäste mehr in der Lage ist, zu dulden, sollte als positiver Nebeneffekt noch zur Kenntnis genommen werden, falls man das Wesentliche verstanden hat und wieso es unumgänglich war, auch noch die letzten Hindernisse für eine freie Bahn in Richtung Ziel aus dem Weg zu räumen.

Und auch wenn du mir beide Arme und beide Beine gebrochen hast und gegangen bist, bin ich es, der dir zuruft, du sollst keine Panik haben. Denn als Kapitän des Schiffes bin ich es, der zuletzt von Bord gehen wird, das ist sicher, sicherer wie das “Amen” in der Kirche.

An einem perfekten Ort für Fantastereien ist wieder mal eine kleine Prinzessin weggeschlafen & in der Luft steht der Rauch…

Mein letztes Hinterbleibsel müsste doch als Riese, umgeben von bezaubernden Feen und Märchenzwergen, zumindest noch das passende Wiegenlied sein, aber der Ton macht schon lange nicht mehr die Musik & vor lauter Stress stellen wir uns nur noch taub.

Dabei klang doch einst alles so harmonisch & wir alle wussten immer, was zu tun ist & ironischerweise fühlte sich auch alles, was wir bisher taten, irgendwie immer richtig an, doch nun stehen desorientierte Zeiten an, vor denen wir uns fürchten, wir verstehen nämlich nicht, wie es so werden konnte wie jetzt, denn wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen oder zu tun haben.

Es liegt nur daran, dass man uns vergiftet und verwirrt hat, also müssen wir gemeinsam einfachste, grundsätzliche Dinge wieder erlernen, wie sich zu besinnen, um die Kehrtwende gemeinsam zu schaffen.

Denn im Endeffekt sehnt sich doch jeder nach Familienidylle und Harmonie und genau deswegen verstehe ich nicht, dass ihr alle nicht versteht, dass das nicht nur der Weg eines Einzelnen sein kann, auch wenn wir uns noch so sehr wünschen, dass Jemand erscheint, uns den Sieg sichert & sicher wieder zu uns nach Hause kehrt und uns bis in die Unendlichkeit beschützt.
Wenn wir lernen,
dass man manche Fragen nicht stellt,
dass uns Manches aus der Vergangenheit und Verbündete im Hintergrund nichts angehen, dass gewisse Dinge Zeit brauchen und man sich auch diese Zeit gegenseitig ausgiebig gewähren muss,
dass es in ausführlich aufgeklärten Zeiten wie diesen nicht mehr um Rasse, Hautfarbe, Herkunft und Religion geht und
dass MultiKulti ein friedensnotwendiger, großer und sehr wertvoller Begriff ist und
dass es einfach nur darum geht, wem man seine Zeit schenkt und wer das wert ist,
dann finden auch die Herzen wieder dort Platz wo sie hingehören und sich wohlfühlen.

Da kann sich jeder sicher sein.

Meine Gedanken sind wie ein Ozean & möglicherweise versinke ich gerade da drin, doch auch wenn ich Dir die Hälfte meines Herzens schenke, brauche ich selbst die andere Hälfte nicht & zerschlage sie auf den Straßen und wenn auch alles was ich bin, zu Staub zerfällt, hast Du das Recht, meine Reste am Ufer zu verstreuen und wir beide wissen, dann wird es dort windig und alles wird weggeweht, möglicherweise erzeugt es auch eine Träne, aber ich verspreche Dir, hier und da ein Zeichen zu hinterlassen, sei es in Flüssen, Bäumen oder in den Wolken, so dass Du weiterhin Leitung hast und aufmerksam bleibst.

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