Türchen 23 (von Bernhard)

Liebe Freunde der wiederverwertbaren Onlinebelletristik!

Das mit den Blogeinträgen ist ja so eine Geschichte. Da werden sie mühevoll erschaffen und dann publiziert. Wahrgenommen werden sie dann von jener Handvoll Follower, die im Jahr 2018 tatsächlich noch Texte liest und deren Aufmerksamkeit nicht ausschließlich nur auf jenen Web Content gerichtet ist, welcher am auffälligsten blinkt und schreit und funkelt. Diese Handvoll öffnet den Text auf dem jeweiligen Endgerät und once it is unwrapped and consumed, landet es gleich wieder auf dem digitalen Müllhaufen.
Was für eine Verschwendung! Werden wir so unsere Klimaziele erreichen? Ich habe mich deswegen für das digitale Upcycling entschieden und den allerersten Eintrag, welcher letztes Jahr für diesen unseren Adventkalender erstellt worden ist, wieder über unsere ausgereizte Wahrnehmungsschwelle drüberzuhieven und zu etwas Neuem zu verwursten.
Es handelt sich bei dem Hauptprotagonisten dieses Ersteintrages um einen uns bekannten Jüngling, der in sein Smartphone, welches ihn selbst filmt, etwas derart leise hinein flüstert, sodass man beim Genuss dieses Videos dazu gezwungen wird, die Lautstärke auf Anschlag zu drehen und den Lautsprecher ans Ohr zu halten. Der Jüngling will die Existenz einer Adaption der amerikanischen Werbeindustrie eines christlichen Namenspatrones mit türkischen Wurzeln beweisen. Das Geflüsterte ist gerade einmal so laut, dass es das Eigenrauschen des Handymikrofons übertönt. Dann kommt dieser Namenspatron tatsächlich in die Wohnung des Jünglings und popelt auf dessen Couch. Außerdem klumpt sein Fuß und andere Splattereffekte werden verbal beschrieben. Schlussendlich schreit der Jüngling wie am Spieß und der Tinnitus, den wir alle aus dieser hinterlistigen Aktion davon getragen haben, hallt bis heute nach. Aber keine Sorge hinsichtlich einer neuerlichen Überanspruchnahme unserer Trommelfelle, ich habe die so stark differierenden Lautstärkepegel etwas angeglichen, was sich auch merklich im unterschiedlich laut wahrnehmbaren Eigenrauschen des Handymikrofons manifestiert, aber seht selbst:

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