Türchen 13 (von Mariana)

Ich gebe meinem Text keinen bestimmten Oberbegriff. Es geht im Grunde genommen aber um das allgemein bekannte Thema oder besser gesagt, um die neue Entwicklung: Work-Life-Balance. Warum brauchen wir eigentlich Work-Life-Balance? Warum müssen die Menschen im Leben diesen Ausgleich suchen bzw. finden? Warum muss uns der jetzige Trend vorgeben “Hey Leute, es ist ganz wichtig euer Leben ausgeglichen zu führen, also die Arbeit und das private Leben in gute Balance zu bringen“. Denn wenn es nicht so ist, ist euer Leben plötzlich nicht unter Kontrolle, ihr seid „aus der Reihe“ und auf lange Sicht führt es bestimmt zu Krankheiten und die Psychologen bzw. Ärzte freuen sich“.
Warum muss es so sein? Warum muss es sogar an den Universitäten unterrichtet werden? Das sind nur wenige Fragen, die mich schon seit Jahren beschäftigen. Die heutige Gesellschaft braucht anscheinend den Anreiz, die Bücher, Videos, Seminare, um daran erinnert zu werden, dass die Priorität im Leben ganz anders ist. Aber was ist denn die Priorität in unserem Leben? Ach, da kommen wieder viele Antworten und Gedanken hoch! Eins bleibt aber übrig und zwar das, was mir in den letzten Jahren ganz bewusst das Wichtigste ist. Es ist die LIEBE. Wenn ich jede einzelne Kleinigkeit, Tätigkeit oder Aufgabe (was auch immer) in meinem Leben mit Liebe und vor allem geistig im „hier und jetzt“ tätige, führt es zu einer gewissen inneren Zufriedenheit und schlussendlich zum Frieden in der Seele. Das Gehetze nach einer Work-Life-Balance in der westlichen Welt, in dieser getriebenen Gesellschaft, ist letztlich eine Suche nach Liebe.

Ich wünsche euch frohe Weihnachtstage voller Liebe, Frieden in euch selbst und positiver, warmer Energie in eurem Umkreis.

Türchen 12 (von Gerhard)

Namaste und Griaßench!

Ich bin großer Fan von dem buddhistischen Grundsatz „Das Leben per se hat keinen Sinn!“ Wir brauchen ihn also nicht suchen, wenn es uns freut, können wir ihn aber suchen (kenne mich eigentlich nicht so genau aus mit Buddhismus, aber dies hat mir mal ein Buddhist mit begleiteten arttypischen Lächeln gesagt, somit glaubte ich ihm das mal). Warum diese fast esoterische Einleitung? Weil mein Beitrag euch in diesem entspannten Nichtsinn einbetten soll – er soll Schönes zeigen (Berge, Landschaften) ohne große dahinterstehende Botschaft.

Es ist also wieder eine Liebeserklärung an diese tektonische Plattenverschiebung die vor etwa 135 Millionen Jahren an der Wende von der Jura- zur Kreidezeit begann und nicht zu stoppen ist, folgt mir also auf meine 2019-Bewegungen auf jenen entstandenen Erhebungen und Niederungen in Europa!

Eure Aufgabe besteht wiederum rauszufinden, wo der jeweilige Fotograf (meistens ich) gestanden ist um den Moment festzuhalten (d.h. „Achensee“ ist eher nicht richtig). Wer mir also als Erster 7 richtige Standpunkte bei „Leave a comment“ reinschreibt, kann sich womöglich eine gute Animationsgrundlage für die Weihnachtsfeier sichern!

Wie es die Tradition verlangt, kann man einen Schnaps vom Sepp gewinnen und die Übergabe an den oder die Auserwählte(n) findet in der Statistik Austria am 19.12.19 um 13 Uhr statt.

Trashi Deleg!
Gerry

PS: Der zu gewinnende Schnaps hat schon so manchen Dasein, zumindest temporär, einen gewissen Sinn verliehen.

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Türchen 11 (von Richard)

Weihnachtsbaumversuche

Es
wird
ein Fest
geben, wie
jedes Jahr und
doch wird es anders
sein. Denn wir wollen
uns dieses Jahr besonders
bemühen lieb zu einander zu
sein. Weil wir nichts anderes haben
außer
wir
uns.

 

Was
soll man
schon so groß
feiern, nur Kitsch
und Essen und Getränke
und die vielen Begleiter-
scheinungen spätkapitalistischer
Eventkultur. Aber was der Sinn eines
solchen Festes ist, entscheiden dann doch
wir
und
nur
wir

 

OH
TANN
ENBAUM
OH TANNE
NBAUM WIE
GRUEN SIND D
EINE BLÄTTER D
U GRUENST NICHT
NUR ZUR SOMMERSZEIT
NEIN AUCH IM WINTER WE
NN ES SCHNEIT. OH TANNEN
BA
UM

Türchen 10 (von Olga)

Als ich gefragt wurde, ob ich etwas zum Weihnachtskalender beitragen wolle, musste ich nicht lange überlegen, was dieses Jahr sehr einschneidend für mich war und worüber ich schreiben würde.

Ich bin jetzt genau ein Jahr in meinem wohlverdienten Ruhestand und versuche jeden Tag, mal mehr mal weniger, zu genießen. Ich kann mich noch genau an meinen letzten Arbeitstag erinnern, wie groß war die Freude, es nach 46 Jahren Berufsleben endlich “geschafft” zu haben. Aber dann nach ein paar Wochen, wurde mir bewusst, dass es von nun an bis zum Ende meines Lebens für immer so sein würde. Zudem musste ich mit Wehmut feststellen, dass mein letzter Lebensabschnitt begonnen hat.

Kein Frage, ich hatte ein schönes vergangenes Jahr. Ich bin viel gereist und habe auch mehr Zeit mit meinen lieben Kindern und Enkeln verbringen können, was ich sehr genossen habe. Aber ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen, vor allem weil meine Kolleginnen und ich immer viel Spaß miteinander hatten. Ich muss mir eingestehen, dass einem nach so vielen Arbeitsjahren auch etwas fehlt.

Aber ich denke und hoffe, dass sich das auch bei mir noch legen wird, so wie es bei vielen anderen Rentnern der Fall war. Ich freue mich jedenfalls schon auf das zweite Jahr und bin gespannt was mich erwarten wird. Ich hoffe und wünsche mir für die Zukunft noch viele gesunde Jahre mit meinem lieben Mann, meinen lieben Kindern und Enkeln gemeinsam genießen zu können.

Euch allen eine schöne Adventszeit und ruhige, stressfreie Weihnachten.

Türchen 9 (von Cosmo)

Parallel worlds

It is funny when I think about what happened on the 9th of December in the last 20 years.
In 2000 I got my first flat in Vienna. I just arrived and a new world opened up to me. A world full of new experiences, friends and definitively freedom.
In 2006 I came together my big love. I remember on that day I also decided not to go to London to pursue my career. It was the beginning of a new chapter: it was the first time I decided to stay in a place because of love .. the first time I put a relationship on top of my career.
9th December 2009: we signed the contract to buy our flat. Together. What a commitment. Well, half a year later, he left me. I lost 10kg in 2 months. He came back. We got back together.
Damn it!
9th December 2019: he is unsure, he needs space and time. I always gave him that. He admits it. So what’s that? Let’s face the truth .. it is about time to move ahead. It is not (only) that. We had great years, we are a great team but do we need more that that? I would have never questioned our relationship because even if we are not perfect, nobody is. A commitment is something important to me.
He does know it in theory but not in practice. It will be always like that: come together, love, sparks and then reality will succumb.
No need to mention it: I was teared apart. Again, it came from nowhere and it was very unexpected. It seems it just blows up every time.
I know, this is possibly my luck: tired to be his mate, his mom, his lover. In particular: to be his mom. How many times I wishes somebody I could lean on .. just sometimes.
Ain’t your Mama
I am a bit angry at myself because I kinda of knew it .. but I am stubborn.
Damn it!
Well now I will be strong, I will be vulnerable, I will be who I am. I will feel and I will allow myself to just be.
9th December 2020 .. where will I be? Life: I am ready for the next 9th December. I am going to face you again, no matter if I will be happy or sad. For sure, you will teach me something new and I will keep growing.
OK, deal! It is a date. See you next year.

Türchen 8 (von Sebastian)

Der Gemüsehändler

Ein herrlich sonniger Samstag offenbart sich mir als ich das Haus verlasse und lässt mich hoffen, dass wir unser Frühstück im Freien genießen werden können. Unterwegs im Neunundvierzger versuche ich zu rekonstruieren wann ich den Jakob zuletzt gesehen haben. Das Ergebnis liegt erschreckend weit in der Vergangenheit. In unser jahrzehntelangen Freundschaft hat es wohlgemerkt auch Phasen gegeben wo wir uns, ob der geographischen Distanz, noch viel seltener gesehen.
In jedem Fall freue ich mich gewaltig darauf ihn zu sehen, über seine Familie informiert zu werden und uns darüber auszutauschen was uns im Innersten beschäftigt.
Am Siebensternplatz steige ich aus und stelle erfreut fest, dass die Entscheidung im Freien zu sitzen bereits getroffen wurde und winke Jakob am äußersten Tisch zu.
Als wir gerade unsere zweite Melange in Empfang nehmen parkt ein Lieferwagen am Gehsteig neben uns. Obwohl der Lieferwagen frisches Obst und Gemüse ankündigt ist das erste was dem Wagen entspringt ein kleiner Bub mit Piratenhut bekleidet.
Sein Vater öffnet die Ladefläche und hebt die ersten Kisten Salate auf das Rollwagerl. Gemeinsam, wobei die tatsächliche Schiebeleistung natürlich nur vom Vater ausgeht, werden die Kisten in das Lokal befördert. Das leere Wagerl schiebt der Bub einige Minuten später dann ganz alleine zurück. Nach und nach wird der gesamte Inhalt des Lieferwagen auf die verschiedenen Lokale am Platz aufgeteilt. Einmal trägt der Bub unter größter Anstrengung eine einzelne Melone, dann wieder fährt er auf dem Wagerl mit und fühlt sich als Kapitän seines eigenen Piratenschiffes oder er darf den Inhalt der Kisten vorkosten.
In jedem Fall geschieht all dies mit enormen Enthusiasmus seitens des Sohnes und großer Geduld und Fürsorge des Vaters.
Nachdem der Lieferwagen geleert ist nehmen Vater und Sohn auf einer Parkbank Platz um vor der Weiterfahrt noch eine Mandarine zu teilen. Der Vater bedankt sich bei seinem Sohn für die Hilfe beim Ausladen, fährt ihm mit der Hand durch den Lockenkopf – der Piratenhut wurde für die Jause abgelegt – schließt die Augen und genießt die Sonne die ihm ins Gesicht scheint. Als Reaktion steht der Bub auf der Bank auf, umarmt seinen Vater und sagt ihm, dass er ihn lieb hat.
Für mich als heimlicher Beobachter ist dies ein wunderschöner Moment der mich sogleich zu Tränen rührt.
Selber sage ich gerne denjenigen die es betrifft, dass ich sie lieb habe und das nicht als Redewendung sondern als aufrichtige Zuneigungsbekundung.
Dem Jakob muss ich nun noch erklären was plötzlich in mich gefahren ist aber nach jahrzehntelanger Freundschaft kennt er mich gut genug, hat die Parkbank auch im Blickfeld gehabt und weiß was los ist.

Türchen 7 (von Elena R.)

My reflection for Blogsinn

I met a middle aged woman, with a thankful heart. She babbled about her husband, children, carrier – fully herself, yet, her presence was not shining. She was stressed – in a perverted relationship to time. So that rather than being a subject of her own time, she has become its target and victim, and time has become her routine.

Yet, at the end of the day, she – the mother, the wife, the lover, the heart… will come home and will hope for a true moment for herself… you know, to relax in and to just be… by becoming a protagonist of her time and looking back on what a day brought to her.

She will find the moment of here – and – now, in which she could decide what she feels, thinks and acts. In a mirror (of questions*)…

What dreams did I create last night?
Where did my eyes linger today?
Where was I blind?
Where was I hurt without anyone noticing?
What did I learn today?
What did I read?
What new thoughts visited me?
What differences did I notice in those closest to me?
Who did I neglect?
Where did I neglect myself?
What did I begin today that might endure?
How were my conversations?
Where could I have exposed myself to the risk of something different?
Where did I allow myself to receive love?
With whom today did I feel the most myself?
What reached me today?
How deep did it implant?
Who saw me today?
What visitations had I from the past and from the future?
What did I avoid today?
From the evidence, why was I given this day?

*At the end of the day a mirror of Questions by John O´Donohue

Türchen 6 (von Frieda Notter)

Der Fehler liegt bei der heiligen Familie- eine Hypothese

Bestimmt erinnert Ihr Euch noch an das 24. Türchen vom letzten Jahr (hier könnte Ihr es nochmals nachlesen), in dem Marcel sich seinen angesammelten Frust über Zeitnot, Unfreiheit und Familienchaos, vor allem zur Weihnachtszeit, von der Seele geschrieben hat. Was das Problem hinter dem Problem (oder des Problemkonglomerats) ist, dazu hat Marcel nicht nur eine Idee: Irgendwas hat es mit dem System zu tun („Das System ist ganz eindeutig nicht für die gesellschaftlich veränderten Bedürfnisse und Ansprüche ausgelegt, hier gibt es keinen Zweifel. Es schnürt uns ein und lässt uns keine Luft zum Atmen. Wir brauchen einfach mehr Freiheit!“) aber dann auch wieder mit unserem Ego, unserem Perfektionismus und unserer Unzufriedenheit. Ich denke auch, dass da „das System“ nicht passt, aber ich hätte noch eine konkretere, spezifischere Hypothese: das Problem an Weihnachten ist, dass es als „Fest der Familie“ gefeiert wird und dass diese „Familienideologie“, konsequent zu Ende gespielt, nur im absoluten Familien-Burnout enden kann – zumindest bei denen, die Familie nicht mehr so leben (können oder wollen), wie vielleicht vor 150 Jahren (und da auch nur beim Bürgertum, das über Hauspersonal verfügte, und Kindermädchen).

Was meine ich mit Familienideologie? Zunächst das Offensichtliche: dass zu Weihnachten Familienmitglieder zusammenkommen (müssen), die sich das sonstige Jahr (oft aus Gründen) nie so lange am Stück und so intensiv sehen würden, dass das in überfüllten Zügen und verstopften Autobahnen resultiert, in langen Schlangen an den Fleischtheken und in den Spielwarengeschäften. Dass nach 1-2 Tagen Zwangsfrieden der Stress doch durchbricht und lange unter den Teppich gekehrte Konflikte. Dass die, die keine biologische Familie haben, oder ein problematisches Verhältnis zu der ihren, sich dieser Tatsache an Weihnachten besonders schmerzlich bewusst werden. Dass die Werbung überquillt vom Zuckerguss der Familienidylle und der großen Kinderaugen- Seligkeit. Dass ständig immer und überall vom Fest der Familie die Rede ist.
Es gibt aber auch diese weniger offensichtlichen Punkte. Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum ich das ganze Jahr über die Möglichkeit habe, mein Kind in Horten, Ganztagsschulen und sonstigen Betreuungsprogrammen betreuen zu lassen, selbst in allen Schulferien, außer in den Weihnachtsferien? Warum es für alle Ferien Kinderbespaßungsprogramme in Museen und Sportvereinen gibt, nur für die Weihnachtsferien nicht? Warum Ihr nie Bilder, Filme, Werbespots seht, in denen Freund*innen gemeinsam einen Baum schmücken oder meinetwegen auch Patchworkfamilien? Warum viele Unternehmen über Weihnachten ganz zusperren. Warum niemand Sommerurlaub oder Wochenendtrips mit den Großeltern bewirbt, aber dauernd Weihnachtstage im Schnee?

Die Konsequenz: Familien, wie sie heute oft existieren, isolierte Kleinfamilien, bleibt oft nichts anderes übrig, als sich 2 Wochen lang zu dritt, zu viert oder meinetwegen zu sechst einzuigeln und irgendwann in einer Mischung aus Langweile und Überforderung fast wahnsinnig zu werden (von Marcel sehr eindrücklich beschrieben und auch von mir schon erlebt). Denn so herzlos sind wir doch nicht, dass wir ausgerechnet zum „Fest der Liebe“ und „Fest der Familie“ (das nicht 2 Tage, sondern mindestens 2 Wochen dauert) unsere Kinder „fremdbetreuen“ zu lassen, so einfach ist es nicht, Spielkameraden für das eigene Kind aufzutreiben und so egoistisch sind wir doch nicht, dass wir dieses Jahr die Weihnachtstage nicht auf Straße und Schiene verbringen wollen. Und dann sollen wir uns alle ganz dolle lieben und merken – so einfach ist das nicht.

Marcel schreibt: „Wir brauchen einfach mehr Freiheit“. Ich habe da einen konkreten Vorschlag (auch wenn ich mir jetzt schon denken kann, dass es hier wieder Kritik geben wird am Appellcharakter meiner Überlegungen 😉): wir müssen uns freimachen (soweit wir das individuell können) von der Weihnachtsfamilienideologie. Warum sollte am zweiten Weihnachtsfeiertag nicht der Schulfreund zum Übernachten kommen und nicht immer nur die Cousine. Warum laden wir am 24. nicht mal enge Freunde ein, warum engagieren wir nicht einen Babysitter für den 27. um mit Partner*innen und Freund*innen wandern oder feiern zu gehen? Warum feiern wir nicht im Frühling ein großes Familienfest mit Eltern und Schwiegereltern? Das muss man sich erst mal trauen. Da wird es Gegenwind geben – und es wird nicht ohne schlechtes Gewissen gehen. Aber vielleicht helfen ja auch schon kleinere Änderungen in diese Richtung. Bei uns hat es sich irgendwie eingebürgert, dass am 25. die Nachbarn zum Abendessen kommen. Es gibt was Vegetarisches (weil wir alle genug Fleisch hatten am Tag davor), die Tischdecke ist ein wenig schmutzig, die Kerzen schon etwas herunter gebrannt, wenn das Essen misslingt macht es nichts, weil jeder hat noch irgendwelche Reste und wenn alle um 9 Uhr müde sind, gehen alle um 9 Uhr ohne schlechtes Gewissen ins Bett. Niemand erwartet sich tiefe Gespräche oder gar Liebe, aber manchmal passiert das dann trotzdem – oder gerade deshalb. Wer weiß, vielleicht haben wir dieses Jahr ein bis zwei Gäste mehr. Ich freu mich schon!

Türchen 5 (von Elena und Roffo)

Krampus, Habergeiß, Teifl, etc…

Es wird sich vor diesem „Sidekick“ des Nikolo nur im mitteleuropäischen Raum gefürchtet, wie in folgenden witzigem Link Christoph Waltz Jimmy Fellon auf Youtube erklärt:

Auf Wikipedia steht, dass der Kerl erst um das 16. Jahrhundert bei uns auftauchte…
Naja also so wie ichs verstanden habe hat der Nikolo ein Buch dabei wo WIRKLICH ALLES drin steht, ich meine, stehen da auch die gedanklichen moralischen Abweichungen oder auch unabsichtliche oder nur die explizit geplant und ausgeführten drinnen 😉 ???
Ein deutsches Volkslied besagt ja die Gedanken sind frei, ich seh das auch so.
Wobei das Ganze bei uns in Österreich noch einmal ein bisschen anders aussieht. Denn hier gibt es die Perchten und das schon ziemlich lange. Die Perchten stehen wohl im Zusammenhang mit der Sagengestalt der Perchta, die allerdings ihrerseits eine ungeklärte Herkunft hat. Lärmende Umzüge mit Masken dämonischer Weibern, heidnischer Göttinnen sowie wilder und zahmer Tiere werden, gemeinsam mit anderen Sitten und Gebräuchen, zu den Kalendenfeiern (römisch-germanische Neujahrs- und Weihnachtsfeste) schon um 500 n. Chr. von Caesarius von Arles beschrieben. Ein Brauch der eigentlich die Dämonen forttreiben oder zumindest verschrecken sollte.

Wobei diese Kostüme wirklich toll aussehen, und Sie erinnern mich an Pan, der griechische Hirtengott mit Hörnern und Ziegenhaxen als Beine. Dieser Gott war extrem sexuell und es gelang ihm nur durch die Panflöte seiner eigenen Sexualität Herr zu werden. Mit diesem Instrument konnte er seine überschüssige sexuelle Energie in künstlerische umwandeln. Er wurde ruhig und friedlich und er spielte zauberhaft. Ich persönlich bin mir relativ sicher, dass die katholische Kirche diesen Typen ausgewählt hat um das Böse zu personifizieren. Sie haben ihm einfach nur die Panflöte weggenommen und ihm den Job als Badass Sidekick vom Nikolaus gegeben.
Wenn wir mal davon ausgehen, dass der Krampus der Schatten, das nicht gelebte oder verdrängte Potential, des Nikolaus ist, wird klarer, dass die beiden jeweils eine Seite einer Medaille sind.
Ich denke, dass das animalische nichts teuflisches ist sondern zum Menschsein dazugehört und es wird auch gebraucht, erbeten und wertgeschätzt. Wenn man dies akzeptiert, dass das Menschsein alle graustufen beinhaltet, vom blutigem egoistischem bis zum strahlenden Lebensspendenden, dann habe ich keine Angst vor Gott, ich bin ein Ebenbild von ihm und dazu gehört nun einmal alles dazu.
Und damit das Ganze nicht in die Geschlechter spezifischen Rollen rutscht, gibt es ein Bild von einer Krampine (Perchta) dazu, denn die hellen und dunklen Seiten in uns gibt es ja bei Mann sowie bei Frau.

Krampine

Da ich hier bei einem gemeinsamen Adventskalender eine weitere passende Möglichkeit sehe teile ich mein schönstes und traurigstes Weihnachtslied mit euch (ich muss dabei immer weinen)
Es war auf meiner aller ersten VHS welche THE SNOWMAN hieß.
(Achtung wg. den Kindern es war uuuuuuuuuuuur traurig, denn am Ende schmiltzt der Schneemann, könnte aber eine Vorbereitung zum burning snowman sein…)

Das Lied:

Der Cartoon:

Türchen 4 (von Jasmin)

Lange habe ich mir Gedanken gemacht, worüber ich schreiben soll? Sind es die aktuellen Themen wie den Klimawandel, Brexit oder die weltweiten Kriege oder eher Dinge, die wir wirklich beeinflussen können?

In diesem Zusammenhang habe ich mein Jahr 2019 reflektiert: Einen Tag nach meinem Geburtstag im März kam ich mit einer Blutungsgerinnerungsstörung ins Krankenhaus und musste dort fast drei Monate verweilen, weil die Ursache nicht ermittelt werden konnte und jegliche Heilungsversuche scheiterten. Dort habe ich tagtäglich miterlebt, wie Menschen aufgrund einer Krebserkrankung leider oftmals schneller von uns gegangen sind als erwartet. Und obwohl der Arzt mir sagte, dass meine Erkrankung nicht zu unterschätzen sei, hab ich an diesen Tagen immer daran gedacht, dass es den anderen schlechter ging als mir. Nach einigen Untersuchungen wurde bei mir eine fehlerhafte Milz aufgrund meiner erfolgreich überstandenen Krebserkrankung von vor 10 Jahren diagnostiziert und ich musste diese in einer Risikooperation entfernen lassen. In diesen Minuten vor der Operation hat sich meine vergangene Lebensgeschichte in meinem Kopf abgespielt und ich habe enorme Angst bekommen, diesen Eingriff nicht zu überleben. In den Armen meines Mannes kam mir nur der Gedanke, ich habe mein Leben nicht richtig gelebt, bin Mitte 30, habe nur gearbeitet und die Familienplanung nach hinten verschoben. Was ist, wenn ich nicht mehr aufwache? Was macht mein Mann ohne mich? Wie werden meine Eltern und Geschwister dieses Schicksal verkraften?

Ihr fragt euch jetzt sicher, was will sie uns damit sagen? Fakt ist, dass wir unser Leben erst achtsam schätzen, wenn wir krank sind oder mit dem Tod konfrontiert werden. Aber im Endeffekt, kann jederzeit unsere Zeit abgelaufen sein, also lebt!

Für mich war es unbezahlbar, meine Augen zu öffnen und am Leben zu sein. Insofern ist meine wichtigste Erkenntnis: Wir sollten uns glücklich schätzen, wenn wir gesund sind, leben und die Zeit mit unseren Liebsten genießen können. Denn das ist unser teuerstes Hab und Gut, das mit keinem Geld der Welt bezahlt werden kann.

In diesem Sinne wünsche ich eine besinnliche Weihnachtszeit.